Heute möchte ich euch 3 Videos mit Dr. Herbert Renz-Polster vorstellen. Er ist Kinderarzt und Buchautor:„Kinder verstehen — born to be wild: wie die Evolution unsere Kinder prägt” und „Menschenkinder — Plädoyer für eine artgerechte Erziehung”.
Im Gespräch mit Teresa Arrieta erläutert er seine Gedanken zu Langzeitstillen, Durchschlafen, kleinkindlicher Abneigung von gesundem Essen, was ist für die kindliche Entwicklung wirklich notwendig und wichtig………..
Wenn ihr etwas mehr Zeit habt, könnt ihr euch auch einen Life-Mitschnitt eines Vortrages von Dr Herbert Renz-Polster in der Freiraumschule anssehen. Der Vortrag ist aufgeteilt in 2 Videos von jeweils ca. 40 Minuten Länge.
Ich verfolge schon lange den Blog von Dr. Rixa Feeze, PhD: Stand and Deliver . Am 25.3.2013 hat sie ihr viertes Kind geboren, wieder zu Hause. Von Ivy Claires Geburt hat Dr. Rixa einen editierten Videomitschnitt bei YouTube eingestellt und diesen, wie ich finde, sehr gelungenen Film möchte ich hier vorstellen.
Zusammengefasste Übersetzung Dr. Rixas Beschreibung der Umstände und der Geburt: “Schon in der Nacht zuvor hatte ich starke aber unregelmäßige Wehen. Zwischen den einzelnen Episoden konnte ich immer wieder einschlafen. Nach dem Aufwachen wurden die Wehen regelmäßig und folgten in kürzeren Abständen. In der letzten Stunde der Geburt ging ich in den Pool. Dabei öffnete sich der Muttermund in nur 25 Minuten von 5 cm fast vollständig und aus den Transitionswehen wurden Austreibungswehen.
Dieses Video zeigt erst eine Wehe im Pool und überspringt dann fast 20 Minuten bis zu den Presswehen. Es wird von allen Presswehen ein Teil gezeigt, so ist gut erkennbar, wie sie an Länge und Intensität zunehmen. Ich habe die Zeit dazwischen meistens herausgeschnitten, da nichts besonderes geschah oder gesagt wurde.
Meine 6-jährige Tochter kam herein um zuzusehen. Wir hatten sie dazu eingeladen, solange sie stillsitzen konnte. Sie machte es ganz gut, doch es gelang ihr nicht immer, besonders wenn ich recht laut wurde.
Die Hebamme ist im Video nur einmal beim Abhören der Herztöne zu sehen. Sie hat aber öfters kontrolliert (die Rate war immer o.k.), dies wurde herausgeschnitten.
Das Video ist 20 Minuten lang, Ivy wurde in der 15. Minute geboren.”
In den letzten Tagen wurden meine Blogbeiträge zum laid-back-breastfeeding, auch biological nuturing, babygeleitetem Stillen, entspannten Stillbeginn …. genant, von sehr vielen Besuchern gelesen. Daher möchte ich noch eine kleine Ergänzung anfügen.
Die meisten Babys und ihre Mütter, die ich mit Stillberatung unterstütze, haben meist schon über 2 Wochen Probleme mit dem Stillen. Erst wenn ihre Hebammen keinen Rat mehr wissen, verweisen sie an mich weiter (dann haben schon Kügelchen und CranioSacral nicht die erhoffte Hilfe gebracht). Das babygeleitete Stillen entfachte dann oft bei Babys, die nur die Flasche haben wollten, oder nur mangelhaft mit Stillhütchen saugen wollten, eine “Liebe zu den Brustwarzen”. Die Stillreflexe und -instinkte haben wohl noch eine ganze Zeit nach der Geburt einen großen Einfluss auf das Baby. Wichtigste Hilfsmittel sind dabei für alle Beteiligten Ruhe und Geduld.
Inzwischen gibt es auch eine Studie aus Schweden dazu (kontrolliert, Auswahl der Mutter-Baby-Dyaden nach dem Zufallsprinzip). Es wurde untersucht, ob Hautkontakt und eine zurückgelehnte Position der Mutterbeim Stillen gravierende Stillprobleme bei durchschnittlich 3 Wochen alten Babys lösen konnte.
Übersetztes Ergebnis:
“Hautkontakt während des Stillens verbessert sofort mütterliche positive Gefühle und verkürzt die Zeit bis gravierende Stillprobleme des Babys beseitigt sind und das Baby sich gut anlegt. Ein grundlegender Mechanismus dabei könnte sein, dass der Hautkontakt mit der Mutter während des Stillen den Säugling beruhigt. Während die zuvor genutzte Form des Stillen den Säugling so sehr aufgeregt hatte, dass dadurch das angeborene biologische Programm, die Brustwarze zu finden und sich anzulegen, blockiert wurde.”
Mehr zu diesem Thema findet ihr auf meinem Blog unter dem Link Stillen – Breast Crawl und Laid Back (oben, unter der Unterschrift)
Unter folgendem Link findet ihr einen Gastbeitrag von Claudia Graneis für den SB.de. Ursprünglich wurde er in abgewandelter Form in der Ausgabe 01/2013 des “Skeptiker”, der Zeitschrift für Wissenschaft und kritisches Denken der GWUP, veröffentlicht. Dieser Text spricht mir aus der Seele. Wie oft musste ich schon Frauen enttäuschen, weil ich ihnen keine Globolis oder ähnlich esoterisches empfehlen wollte.
Die Geburt geschehen lassen, trotz Schmerzen oder Zweifel, ist oft das Schwerste für die Gebärende. Der Körper muss sich ganz öffnen, um das Kind zur Welt zu bringen und er tut dies mit einer großen Unabhängigkeit vom bewussten Entscheiden. Wir sind es gewohnt, dass unser Körper sich so bewegt wie wir es wollen: Aufstehen, Gehen, Hinlegen, den Kopf wenden etc.. Bei der Geburt übernimmt der Körper das Kommando. Arbeitet die Gebärende gegen ihren Körper an, so kann dies die Geburt doch erschweren. Sie wird schmerzhafter und kann längern dauern. Hilfreich beim Unterstützen des Körpers sind z. B. geeignete Positionen oder Bewegung, eine bewusste beruhigende Atmung oder aber auch innere Bilder. Diese sind speziell hilfreich beim sich Öffnen, beim sich ganz Hingeben.
Eine sehr schöne Visualisierung ist das Aufblühen einer Blume. Hier in diesem Video öffnen sich langsam mehrere Rosenknospen zu großen roten Rosen.
Manchmal verläuft eine Geburt sehr rasant, dann wird ein ganzes Feuerwerk an Blüten dies besser begleiten:
Das Leben mit Babys bringt auch viel Freude und Lachen mit sich. Ich glaube, dies kam bisher in meinem Blog viel zu kurz. Deshalb hier einige Videos von BruBearBaby.
Auf der Seite von Science & Sensibility habe ich einen Artikel über eine sehr informative Seite mit dem Titel begin before birth zur Schwangerschaft, zur Entwicklung des Babys, Epigenetik und mütterlichen Stress gefunden. Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir zu dem werden, was wir sind, was uns beeeinflusst und welche Entwicklungsrichtungen im Mutterleib, durch erhöhten mütterlichen Stress, verstärkt werden, ist dies eine Seite voller Informationen. Besonders gut gefällt mir, wie die Verantwortung für Schwangere und Babys nicht einfach auf die Betroffene abgeschoben wird (Mütter müssen…., Mütter dürfen nicht ….), sondern wie jeder in seiner Funktion angesprochen und zur Übernahme von Verantwortung aufgefordert wird.
Den Inhalt der Webpage lässt sich in wenigen Worten folgendermaßen zusammenfassen:
Die Forschung hat inzwischen erkannt, dass die gestaltenden Umwelteinflüsse schon vor der Geburt aktiv sind, dass die Lebensumstände der Mütter und die Gefühle die sie in der Schwangerschaft haben, einen langfristigen Eindruck auf die Entwicklung der Kinder zeitigen. Deshalb ist es wichtig, dass die Gesellschaft alle schwangeren Frauen unterstützt und sich um sie kümmert. Nicht nur wegen den Schwangeren selbst, sondern weil es auch um das Leben zukünftiger Generationen geht.
Leider ist die Seite aus Großbritannien und auf englisch, sie ist jedoch relativ leicht verständlich gehalten. Komplexe biologische Sachverhalte sind gut, anschaulich und in einfacher Sprache erklärt.
Trotz aller glänzender Werbeseiten in Elternzeitschriften, künstliche Säuglingsnahrung leistet nicht das, was sie vorgibt. Am Bundesamt für Risikobewertung (BfR) gibt es auch das Institut “Nationale Stillkommission”, welches sich mit der Ernährung von Säuglingen befasst. Im Juli gab dieses eine Stellungnahme zu Unterschieden in der Zusammensetzung von Muttermilch und industriell hergestellter Säuglingsanfangs- und Folgenahrung und Auswirkungen auf die Gesundheit von Säuglingen, heraus.
Zitate aus der Stellungnahme:
“…..Muttermilch enthält zahlreiche Substanzen, die in Säuglingsanfangs- und Folgenahrung nicht enthalten sind. Diese Substanzen führen zu einer geringeren Morbiditätsrate bei gestillten Säuglingen. Daher ist grundsätzlich Muttermilch nicht mit industriell hergestellten Säuglingsnahrungen zu vergleichen. Es bestehen Kenntnislücken dahingehend, ob das Hinzufügen von einzelnen Substanzen zu industriell hergestellter Säuglingsnahrung (z. B. präbiotisch wirksame Oligosaccharide oder probiotische Bakterienstämme wie Lactobacillus fermentum) zu einem geringeren Erkrankungsrisiko von Säuglingen im Vergleich zu industriell hergestellter Standardsäuglingsnahrung führt. Im Vergleich zu einer ausschließlichen Muttermilchernährung über mindestens 4 Monate konnte dies bisher nicht belegt werden. Werbung für Säuglingsanfangs- oder Folgenahrung, die eine generelle Vergleichbarkeit mit Muttermilch suggeriert oder einzelne Inhaltsstoffe als vergleichbar bewirbt, muss daher nach Ansicht der Nationalen Stillkommission am BfR als irreführend angesehen werden….
….Deshalb ist es nicht berechtigt anzunehmen, dass die auf dem Markt erhältlichen industriell hergestellten Säuglingsnahrungen so weit entwickelt wären, dass eine Vergleichbarkeit mit Muttermilch anzunehmen ist. Selbst unter optimalen lebensmitteltechnischen Bedingungen ist es nicht möglich, eine industriell hergestellte Säuglingsnahrung zu komponieren, die mit Muttermilch vergleichbar ist. Dieses ist allein aufgrund der individuellen immunologischen Stoffe nicht möglich.”
bitte lest die gesamte Stellungsnahme, es sind einige Augenöffner darin: Stellungnahme Nr. 028/2012 vom 16. Juli 2012
In Dikussionen höre und lese ich immer wieder das Argument, dass künstliche Säuglingsnahrung so gut wie möglich ist. Das ist mit Sicherheit nicht korrekt. Es fehlt mir dabei der Gedanke an die Bezahlbarkeit. Künstliche Säuglingsnahung muss für die Eltern bezahlbar sein, damit sie häufiger von Eltern gekauft wird, als es wirklich notwendig ist. Und nur das, was bezahlbar (= ausreichend billig) ist, kann auch drin sein. Zugesetzt wird also nicht, was nach Forschungserkenntnis drin sein müsste, um irgendwie muttermilchähnlicher zu sein, und auch drin sein könnte, da einiges inzwischen hergestellt werden könnte (wenn auch extrem teuer und bei weitem nicht alles ). Sondern es wandert in die Säuglingsnahrung das, was industriell billig herstellbar und ausreichend günstig verkaufbar ist.
Seit Kurzem wird dem Vitamin D mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Ging man früher davon aus, dass Vitamin D Mangel beim durchschnittlichen Mitteleuropäer oder der durchschnittlichen Mitteleuropäerin nur selten auftritt, ist inzwischen das Gegenteil bekannt. Vitamin D Mangel ist sehr häufig - und nicht nur an wenigen Tage im dunklen Winter.
Das Sonnenschein Vitamin ist wichtig für kräftige Knochen und das Immunsystem, aber es spielt auch bei der Empängnis eine wichtige Rolle. Für Europäerinnen konnte nachgewiesen werden, dass bei IVF-Behandlungen die Erfolgsquote bei niedrigem Vitaminspiegel geringer ist, als bei ausreichender Versorgung mit Vitamin D. Frauen mit den niedrigsten Vitamin D Spiegeln wurden nur ein Viertel mal so oft schwanger, wie Frauen mit ausreichend Vitamin D. Die durschnittliche Erfolgsrate liegt bei Frauen unter 35 Jahren unter 33%, bei älteren Frauen noch darunter. Ein Vitamin D Mangel fährt diese Erfolgsrate noch weiter in den Keller. Für Frauen aus Asien gilt dies jedoch nicht!
Die Rate von Klinikeinweisungen von Babys, die mit Milchpulver (egal ob Pre, Anfangsmilch etc.) gefüttert werden, ist höher als die gestillter Babys. Das ist schon lange bekannt und wird auch von keiner Seite mehr bestritten und ist ab und an sogar in eher “stillfeindlichen” Presseartikeln zu lesen. Die Durchschnittsleserin/Der Durchschnittsleser nimmt dann an, dass es wohl ein bischen mehr Durchfallerkrankungen oder etwas mehr heftige Erkältungsanfälle oder …(die aber für kleine Babys sehr problematisch sein können) sind, doch nichts “wirklich” Ernsthaftes. Vergessen wird dabei, dass es manchmal auch lebensbedrohliche Krankheiten sind, die bei Flaschenkindern (solange keine Muttermilch in der Flasche ist) häufiger einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen, wie zum Beispiel Krebs. Dänisiche und australische Forscher haben sich nun eine weitere Krankheit vorgenommen und zwar die Magenstenose bei Babys, auch Pylorusstenose oder Magenausgangsverengung genannt. Diese stand schon lange in dem Verdacht häufiger bei Flaschenkindern aufzutreten.
In einer Studie mit einer großen Anzahl von Kindern, mussten die Forscher aus Kopenhagen und Brisbane fetstellen, dass es tatsächlich eine Verbindung zwischen Pulvermilch und erhöhtem Auftreten der Magenausgangsverengung gibt. Mit Pulvermilch gefütterte Babys wurden 4,6mal häufiger aufgrund einer Pylorusstenose operiert, als gestillte Babys. Leider schützte das Stillen nur beim Vollstillen. Mit Beginn der Gabe von zusätzlichen Milchpulverfläschchen nahm die Schutzwirkung stark ab. Nach nur 30 Tagen nach dem ersten Fläschchen, gab es keinen Unterschied mehr, im Vergleich zu nie gestillten Babys.
Eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse könnt ihr hier lesen:
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Es handelt sich nicht um aerztlichen Rat!