Mamas Stimme kann die Gesundheit Frühgeborener verbessern
13 Mar 2012 Hinterlasse einen Kommentar
in Baby, Uncategorized Schlagworte: Baby, Bonding, Frühchen, Frühgeburt, Herzschlag, Käguruhing, Mama singt, Stimme
Bei der Auswertung wurde deutlich, dass die Anzahl der Störungen mit der Zunahme des Alters abnahm. Im Vergleich der Anzahl der Störungen unter Einfluss von Muttergeräuschen und Geräuschen der Intensivstation zeigte sich, dass die Anzahl beim Hören von Stimme und Herzschlag der Mutter geringer war. Besonders sichtbar wurde dieser Effekt ab der 33. Woche. Zu dieser Zeit funktionieren auch die für das Hören zuständigen Bereiche des Gehirns.
So kommen die Autoren der Studie zum Ergebnis, dass das Hören der Stimme der Mutter und ihren Herzschlag einen sofortigen positiven Effekt auf die physiologische Stabilität der Frühgeborenen in der Intensivstation hat. Natürlich sind weitere Untersuchungen notwendig.
Dass für eine gelungene Umgebung für Frühgeborene unbedingt auch die Eltern gehören, ist schon lange Thema. Einige wichtige Seiten im Netz dazu sind “Kangaroo Mother Care“ aus Südafrika oder die deutsche Broschüre ”Bindung & Pflege von Frühgeborenen“, herausgegeben von der Europaen Foundation for the Care of Newborn Infants.
Vertrauen, Moral – und Oxytocin
21 Dez 2011 1 Kommentar
in Uncategorized Schlagworte: Bindung, Bonding, Liebe, Moral, Oxitocin, Oxitozin, Oxytocin, Vertrauen, Video, Vortrag
Heute folgt noch ein weiterer Vortrag mit deutschen Untertiteln von TED. Und zwar zum Thema Oxytocin vom Neuroökonomen Paul Zak. Was hat denn ein Ökonom mit Oxytocin zu tun? Sehr viel, wie sich herausstellen wird. Er geht nämlich in seinem Vortrag der Frage nach, was in uns den Wunsch, moralisch zu handeln weckt, und erklärt, warum er davon ausgeht , dass Oxytocin für die Bildung einer stabilen Gesellschaft sehr hilfreich ist.
Wieder übersetzt von Katja Tongucer und durchgesehen von Alex Boos. Viel Spaß!
Musik für das Baby- welche CD?
11 Okt 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt, Schwangerschaft, Uncategorized Schlagworte: Baby, Babymusikkurs, Bonding, Geburt, Gesang, Kaiserschnitt, Kinderlieder, Melodien, Musik, Singen, Singen fürs Baby, Singen in der Geburt, Singen in der Schwangerschaft, Tönen, Tönen in der Geburt
Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, ich möchte hier nicht meine Stimme erheben, um für käufliche Tonträger zu werben, sondern zum Selbersingen ermuntern.
Musik hat Babys wohl die ganze Zeit unserer Menschengeschichte als Homo sapiens sapiens begleitet. Vielleicht auch schon zu Zeiten noch früherer Menschen. Auf der ganzen Welt gibt es keine menschliche Kultur ohne Musik. Manchmal wird der Gesang mit kunstvollen, komplizierten Instrumenten begleitet, manchmal mit einfacheren Rythmusgeräten wie Trommeln oder den Clicking Sticks der australischen Aborigines. Das Singen jedoch ist weltweit verbreitet. Schon im Mutterleib sind Babys vom Gesang ihrer Mutter umgeben. Überall singen Mütter für ihre Kinder. Es gehört zu unserem Menschsein, dass unser Gehör sich unter dem Einfluss der Stimme unserer Mutter, ihrem Sprechen und ihrem Gesang entwickelt.
Singen in der Schwangerschaft
Wenn das Baby geboren wird, konnte es schon seit mehren Monaten hören. Etwa im Alter von nur 22 Wochen nach der Befruchtung ist die Cochlea, die Hörschnecke, voll ausgereift. Das Innenohr ist ebenfalls so früh schon vorhanden. Es würde funktionieren und wäre bereit zu hören. Der eigentliche Hörbeginn kommt etwas später, wenn die Sinneszellen völlig ausgereift sind. Vorher “hört” das Baby ein Eigengeräusch der Sinneszellen, eine Art Tinnitus. Dann, nach dem Hörbeginn, ist es nie mehr still in seiner Umgebung. Es ist nun pausenlos von einer reichhaltigen Geräuschwelt umgeben, es hört den Herzschlag der Mutter, ihre Atmung, ihre Stimme, Magen- und Darmgeräusche. Und auch von außen, wohl stark gedämpft und viel leiser, gelangen Laute durch die Bauchdecke zum Baby.
Es ist inzwischen bekannt, dass die Babys die Sprechmelodie erkennen, auch die Grundfrequenzen, den Rhythmus von Musik. Deswegen kommt ja vielen die Idee in den Sinn, dass werdende Mütter sehr viel Musik hören sollten, damit Kinder musikalischer werden. Es wird besonders zu Mozart geraten. Wissenschaftlich nachgewiesen ist natürlich die Musikalität steigernde Wirkung nicht, aber was tut man nicht alles, um die Intelligenz und Kreativität des kleinen Mitbewohners zu fördern.
Dabei wird ganz vergessen, an welche akustischen Reize im Mutterleib wir eigentlich angepasst sind, mit welcher Geräuschkulisse wir uns viele 1000de Generationen lang entwickelt haben. – Es war vor allem die Stimme unserer Mutter, es war ihr Gesang, der uns begleitet hat, der unser Gehör geschult hat. - Und nun denken wir, Musik auf CDs könnte dies viel besser.
Das Singen in der Schwangerschaft fördert nicht nur die Entwicklung des Gehörs des Babys, sondern es webt ein akustisches Band zwischen Mutter und Baby. Das gilt auch für den Vater, wenn er ebenfalls durch Gesang Kontakt mit dem Baby im Mutterbauch aufnimmt.
Für welches Lied oder Lieder man sich entscheidet ist recht egal, es müssen nur alle Beteiligten Spaß daran haben. Mütter merken in der Regel, wenn ihrem Bauchbewohner etwas nicht gefällt. Singen macht gute Laune, und dies teilt sich dem Baby, zusätzlich zum eigenen Hören, auch über die Hormone im mütterlichen Blut mit.
Singen in der Geburt
In der Geburt kann die Stimme der Mutter dem Baby versichern dass alles im Grünen Bereich ist. Viele Gebärende verarbeiten die intensiven Gefühle und die Kontraktionen der Gebärmutter durchs “Tönen” , meist auf dem Vokal a.
Es geht aber auch mit Hilfe eines Liedes. Das Wiederholen einer Melodie kann der Mutter, wie bei Tönen, beim Erreichen eines Trancezustands helfen.
Nach der Geburt begleitet der Gesang die Babys in der nun veränderten Geräuschwelt. Nicht immer ist es nach der Geburt möglich dass Mutter oder Vater und Baby Hautkontakt haben können (z.B. Kaiserschnitt). Aber dann kann in vielen Situationen eine Verbindung durch den Gesang hergestellt werden. Es gibt auch ein Bonding über die Stimme. Das Baby bleibt nicht allein im Unbekannten. Es hört die Lieder und die Stimme(n), die es schon vom Mutterleib her kennt. Diese verbindende und beruhigende Wirkung des Gesangs ist ein Geschenk durch die gesamte Baby- und Keinkinderzeit hindurch (vielleicht auch noch später, z. B. wenn das Kind krank ist).
Singen im Alltag
Viele Mütter besuchen zusammen mit ihren Kleinkindern einen Babymusikkurs und vergessen dabei, welch eine große positive Rolle das Singen im Alltag spielen sollte. Natürlich ist es nicht jedem gegeben, eine gute Gesangsstimme zu haben. Den Babys ist das jedoch herzlich egal. Fühlt man sich aber absolut nicht in der Lage einfach loszusingen, erst recht nicht in einer Gruppe, so kann man sich überlegen, ob man es sich nicht wert sein sollte, Gesangsuntericht in der Schwangerschaft nur für sich allein zu nehmen. Wahrscheinlich ist man gar nicht so unbegabt, sondern war in der Schulzeit zu schüchtern, um vor der ganzen Klasse zu singen und/oder hatte einen ungeeigneten Musiklehrer, der es geschafft hat, einen die Lust aufs Singen völlig zu nehmen. Sparen sie sich lieber die Zeit und das Geld für den Babbymusikkurs oder für CDs und lernen sie selber singen.
Und singen sie ihrem Baby vor – schon in der Schwangerschaft!
Kaiserschnitt – Es geht auch anders!
29 Mar 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt, Kaiserschnitt, Nabelschnur, Uncategorized Schlagworte: "natürlicher" Kaiserschnitt, "natural" Kaiserschnitt, Baby, Bonding, Geburt, Kaiserschnitt, spätes Durchtrennen der Nabelschnur
The new “natural” Caesarean – Der neue “Natürliche” Kaiserschnitt
- Die Eltern werden mit einbezogen: z.B. wird das Tuch zwischen dem Kopf der Mutter und dem Bauch so weit entfernt, dass die Mutter das Geborenwerden des Kopfes und dann des ganzen Kindes sehen kann. Die Mutter kann selbst feststellen, welches Geschlecht ihr Baby hat. Der Vater kann selbst zum zweiten Durchtrennen der Nabelschnur die Schere ansetzen.
- Das Baby wird langsam geboren: Durch das langsame Herausbringen des Babys wird dessen Lunge für eine längere Zeit, und unterstützt von der Uteruskontraktion und den Bewegungen des Babys, stark gedrückt. Damit wird viel von der atmungshemmenden Lungenflüssigkeit herausgepresst. Es wird nicht vorzeitig Abgenabelt, sondern physiologisch, d. h., die Nabelschnur wird erst durchtrennt, wenn sie nicht mehr pulsiert, sie versorgt so das Baby noch mit Sauerstoff, so dass das Baby genügend Zeit hat, selbst zu Atmen, wie bei einer natürlichen Geburt. Das Neugeborene braucht so seltener eine äußere Hilfe zum atmen und Atemprobleme sind eine der häufigeren Nebenwirkungen beim üblichen Kaiserschnitt. (siehe Blogbeitrag: Lasst die Nabelschnur in Ruhe – die Schere kann warten!)
- Das Neugeborene kommt sofort zur Mutter. Wie wichtig der erste Kontakt, Haut auf Haut, zwischen Mutter und Kind für das Bonding ist, ist inzwischen überall anerkannt. Bei Kaiserschnittgeburten wird jedoch nur selten darauf Rücksicht genommen. Nimmt man jedoch einige Änderungen an der “Verkabelung” der Mutter vor, ist es problemlos möglich. Hilfreich ist auch eine Anpassung der Anästhesie – die Arme sollten nur wenig von der Gefühllosigkeit betroffen sein. Notwendig ist dabei eine engagierte Hebamme. Es geht nicht darum das Baby einfach nur auf Mama zu legen und dann Formulare auszufüllen, sondern die Hebamme muss dabei bleiben und sich rücksichtsvoll um das Mutter-Kind-Paar kümmern.
Stillen – Selbstbedienung von Anfang an – Teil IV-ist es auch später möglich?
21 Mar 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt, Stillen, Uncategorized Schlagworte: Baby geleitetes Stillen, Baby legt sich selbst an, Baderitual, Bonding, Breast Crawl, breastcrawl, erstes Stillen, Stillbeginn, Stillen
Aus der Möglichkeit, dass sich Babys gleich nach der Geburt zur Brust hin bewegen und sich selbst anlegen können, darf nicht das Dogma abgeleitet werden, dass dies alle Babys machen müssen. Wenn man es möchte, ist es aber möglich, dies nachzuholen, z. B. in der Form eines Baderituals, vielleicht nach Trennung, bei Still- und Bondingschwierigkeiten, aber auch nach Kaiserschnitt. Entwickelt wurde dieses Ritual von der Schweizer Hebamme Brigitte Meissner. Viele Babys, vor allem wenn sie in den ersten Lebenstagen diese Chance dazu bekommen, finden während des Rituals die Brust und beginnen zu trinken.
Das Baderitual
“Nehmen sie sich genügend Zeit und bereiten sie ihr Bett mit Handtüchern und Wärmflaschen vor. Der Raum sollte gut geheizt sein. Baden sie oder der Vater das Kind und legen es dann nass (!) auf ihre Brust oder ihren Bauch und decken sie sich und ihr Kind gut mit Decken zu. Sprechen sie mit Ihrem Kind. erklären sie ihm, warum die Geburt so anders verlaufen ist. Holen sie gemeinsam das verpasste Erlebnis eines ersten ungestörten Kontaktes mit ihrem Baby nach! Wiederholen sie das Baderitual mehrfach, wenn sie das Gefühl haben, sie oder ihr Baby brauchen es.”
Ich finde jedoch einen weiteren Aspekt sehr wichtig. Dieses Selbstanlegen-Können des Babys weist uns darauf hin, dass es noch einen weiteren Weg für die Stillbeziehung gibt. Nicht nur das uns allen bekannte, von der Mutter initiierte und geleitete Stillen in verschiedenen Positionen, sondern auch das vom Baby geleitete und von der Mutter nur unterstütze Stillen. Diese Art des Stillens erlaubt eine völlig neue Art des Umgangs mit den Neugeborenen, ist die Basis für eine neue Stillkultur.
Wie soll das aussehen? Es folgt: “Stillen – das Baby leitet, die Mutter entspannt”
Stillen – Selbstbedienung von Anfang an – Teil I
16 Mar 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt, Stillen, Uncategorized Schlagworte: Baby, Baby legt sich selbst an, Bewegung, Bonding, Breast Crawl, erstes Stillen, Fruchtwasser, Geburt, Neugeborenes, Schreitreflex, Stillbeginn, Stillen
Babys können das!
Mir ist unbekannt, seit wann neugeborene Babys, als völlig hilflos angesehen werden. Zu unseren Vorstellungen von der Zeit gleich nach der Geburt, gehört es immer noch, dass das Baby gewaschen, beurteilt, eingewickelt und dann, wie eine Mumie, in die Arme seiner Mutter gelegt wird und hoffentlich dann trinken darf und kann.
Doch Neugeborene können mehr. Wissenschaftlich (?!) erstmals beobachtet und untersucht wurde schon 1987 von Widström am schwedischen Karolinska Institut, wie Babys, die nach der Geburt bäuchlings auf den nackten Oberbauch ihrer Mutter gelegt worden waren, selbst, innerhalb von ca 55 Minuten, eine Brustwarze entdeckten und sich so darauf zu bewegt hatten, dass sie diese in den Mund nehmen und trinken konnten. Die Neugeborenen hatten sich also selbst angelegt. Und dazu haben sie sich fortbewegt, sind gekrochen! Die Bewegungen, die die Babys dabei machten, so wurde festgestellt, waren nicht etwa zufälliges Gezappele, sondern instinktive und koordinierte Bewegungsabläufe, wenn auch noch recht wackelig wirkend.
Danach folgten noch viele weitere Studien (Zusammenfassung der Unicef Initiative “Brest Crawl”,,, ihre Webpage ist auch eine meiner Quellen), die dieses Können der Babys bestätigten. Nicht nur bei Hausgeburten, sondern auch in vielen Krankenhäusern wird heute dem Baby die Zeit dafür gegeben, sich selbst Anzulegen.
Nach der Geburt
wird das Baby kurz abgetrocknet (damit es nicht zu viel Wärme verliert) und dann bäuchlings der Mutter auf den nackten Oberbauch gelegt. Anschließend werden beide zusammen zugedeckt. In der Regel (zu den Ausnahmen komme ich später) sind die Neugeborenen in der ersten Stunde ihres Lebens an der frischen Luft, wach und aufmerksam. Liegen sie nackig auf ihrer Mutter, so sind sie meist ruhig, sind sie von ihrer Mutter getrennt, so schreien sie meistens. Es scheint, als hätten sie eine Erwartungshaltung, als wüssten sie, dass sie zu ihrer Mutter gehören. Mehr muss man eigentlich nicht tun. Wichtig scheint zu sein, dass die Brüste der Mutter nicht frisch gewaschen sind. Denn die Babys orientieren sich wohl nach dem Duft. Man nimmt an, dass bestimmte Drüsen um die Areola herum einen Duft erzeugen, der den Babys in die richtige Richtung weist. Er ist wahrscheinlich verschieden von dem Geruch des Fruchtwassers, aber für Babys sehr attraktiv. Babys lieben auch den Geruch und den Geschmack des Fruchtwassers. Dies ist evtl. der Auslöser dafür, dass Neugeborene, wenn sie so auf dem Bauch der Mutter liegen, nach den ersten Leck- und Suchbewegungen beginnen, ihre Händchen in den Mund zu nehmen und daran zu saugen. Eine Brust, die mit Fruchtwasser in Berührung gekommen ist, was vor der Zeit der Krankenhausgeburten bestimmt Standard war, zieht das Baby meist stärker an, als eine, die keinen Kontakt mit Fruchtwasser hatte. Das Baby erkennt eine Brustwarze auch mit den Augen. So wie es Gesichter erfassen kann, scheint es auch zu wissen, wofür die Brustwarze da ist.
Die Bewegung zur Brust hin selbst wird von Reflexen ausgelöst. Der Schreitreflex ist einer der bekannteren davon und im “Breast Crawl” findet er auch eine Erklärung. Gleichzeitig zum Vorwärtskommen massieren die kleinen Beinchen den Bauch der Mutter und ihr Uterus wird dadurch zum Zusammenziehen angeregt. Die Bewegung des Babys ist nicht ungerichtet, es kann mit seinen Armbewegungen die Richtung steuern, es macht immer wieder Pausen, bleibt meist ein Weilchen zwischen den Brüsten liegen, entscheidet sich dann für eine Seite und wandert dorthin. Dabei greift es mit den Händen Richtung Brustwarze. Ist es angekommen so ändert sich seine Bewegungsart. Evtl. leckt es erst an der Mamille, es hebt seinen Kopf so gut es kann hoch und versucht beim Wiederzurückfallen die Brustwarze in den Mund zu bekommen. Manchmal braucht es dafür mehrere Versuche. Hat es dies aber geschafft so beginnt es zu saugen.
Die Mutter bleibt dabei nicht passiv, sie berührt und streichelt in diesen Momenten ihr Baby und sie spricht ganz instinktiv mit ihm. Berührung und Stimme beruhigen das Baby und gleichzeitig wird es durch sie aktiver, es bewegt sich kraftvoller und trinkt länger.
Wie lange kann es dauern, bis das Baby anfängt zu trinken?
Das ist ganz unterschiedlich. In der Literatur begannen die schnellsten Babys 17 Minuten nach der Geburt zu trinken, die letzen hatten nach 103 Minuten ihr Ziel erreicht. Aus eigener Erfahrung kenne ich es auch unter 10 Minuten. Manche Babys machen eben viele Pausen, beschäftigen sich ganz intensiv mit ihren Händchen etc.. Einige wirken sehr zielgerichtet, ja fast schon selbstbewußt in ihrem Tun. Andere haben kein Interesse daran.
Hat es denn irgendwelche Vorteile, das Baby nach der ganzen anstrengenden Geburt auch noch “krabbeln” zu lassen?
Teil 2 folgt.
Wunschgeburt natürliche Geburt – VI. Dein Baby bleibt bei dir. Das ist das beste für dich, dein Baby und für den Stillbeginn!
16 Sep 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt, Stillen Schlagworte: Baby, Baby geleitetes Stillen, Blutzucker, Bonding, breastcrawl, enger Kontakt, Haut an Haut, natürliche Geburt, Rooming-in, stabile Körpertemperatur
In den ersten Augenblicken nach der Geburt vollbringt der Körper des Babys eine schwierige und gleichzeitig wundervolle Wandlung. Im Bauch der Mutter hat ihre Umgebung die perfekte Temperatur und alles was sie brauchen, wird durch die Nabelschnur geliefert. Nach der Geburt müssen sie ihre Körpertemperatur aufrecht erhalten, ihre Lungen müssen sich weiten und selbst Luft atmen, ihr Blutkreislauf muss sich neu formieren. Außerdem müssen sie lernen zu saugen, zu schlucken und ihr Verdauungssystem muss die Milch ihrer Mutter verarbeiten. Ob all dies leicht und sicher für das Baby verläuft, hängt auch davon ab, auf welche Art, Mutter und Baby zu dieser Zeit versorgt werden.
Haut an Haut – enger Kontakt zwischen Baby und Mutter
Zum Glück gelingen diese notwendigen Änderungen am sichersten, wenn eines der grundlegendsten Bedürfnisse des Babys gestillt wird – und zwar der Kontakt des Babys zur Mutter, Haut an Haut, kein trennender Stoff zwischen den beiden, das Baby auf dem Bauch der Mutter, oder in ihren Armen. Der gewohnte Duft, der Geschmack, die Stimme der Mutter und die Wärme ihrer Haut helfen dem Baby, sich nach dem Abenteuer der Geburt, geborgen zu fühlen.
Haut an Haut liegend, erleichtert dem Baby die Umwandlung zur Lungenatmung und hilft ihm die richtige Körpertemperatur zu waren. Es wird instinktiv lernen, wie es an der Brust seiner Mutter seinen Hunger stillen kann. In der Tat, Forscher haben herausgefunden, dass Babys, die nicht von Medikamentengaben während der Geburt beeinträchtigt sind und die in ihrer ersten Stunde ungestört Haut an Haut bei ihrer Mutter sein dürfen, keine Hilfe beim Stillen benötigen. Sie robben den Bauch ihrer Mutter hoch, finden die Brustwarze, riechen und sehen sie, und legen sich selbst an!
Desto mehr Zeit Mutter und Baby, in den ersten Tagen nach der Geburt, Haut an Haut, miteinander verbringen dürfen, desto größer sind die Vorteile. Ein faszinierender Effekt ist, dass die Verbindung zwischen Mutter und Baby enger wird. Mütter, die ihr Baby nach der Geburt Haut an Haut halten, kümmern sich um ihr Baby mit größerem Selbstvertrauen, erkennen und reagieren schneller auf die Bedürfnisse ihres Babys, als Mütter, die von ihren Babys getrennt wurden.
Die meisten Babys, die in der ersten Zeit nicht in den Armen ihren Müttern sein durften, werden routinemäßig vom medizinischen Personal bewertet, gewogen, gemessen, abgewischt und/oder in eine Decke gewickelt. Keine dieser Maßnahmen ist für das Baby wichtiger als der ungestörte Kontakt zu ihrer Mutter. Viele Prozeduren, wie das Absaugen von Mund und Nase, standardmäßige Medikamentengabe, oder das Baby unter einer Wärmelampe zu beobachten , können entweder später, oder auf dem Bauch der Mutter liegend, durchgeführt werden, in vielen Fällen kann man ganz darauf verzichten.
Rooming-in
Viele Frauen sind nach der Geburt sehr erschöpft und sie hoffen, dass sie mehr Schlaf bekommen können, wenn ihr Baby von ihnen getrennt untergebracht wird. Aber die Forschung hat gezeigt, dass die Mütter mit dem Baby im Zimmer genauso gut schlafen. Die Babys geht es jedoch besser, sie schreien weniger und haben eher seltener Problem beim Stillen, im Vergleich zu den Babys, die von ihrer Mutter getrennt liegen.
Was sagt die Forschung?
In wissenschaftlichen Studien wurden Babys, die engen Kontakt, Haut an Haut, mit ihren Müttern in der ersten Stunde nach der Geburt hatten, mit Babys, die in Tücher eingewickelt oder in eine Wiege gelegt wurden, verglichen. Die Studien kamen zum Ergebnis, dass es den Babys mit dem engen Kontakt, in vielerlei Hinsicht besser ging, als den anderen.
Vorteile für die Babys, die nach der Geburt Haut an Haut Kontakt hatten:
- Sie haben eine stabilere Körpertemperatur
- Sie schreien weniger
- Ihre Blutzuckerwerte sind stabiler
- Sie trinken früher, länger und leichter an der Brust
- Sie haben weniger Stresshormone im Blut
- Sie haben Kontakt zur normalen Bakterienflora der Haut ihrer Mutter. Dies könnte sie vor Krankheiten aufgrund von Besiedlung mit schädlichen Bakterien schützen.
Entscheide selbst darüber, wie mit deinem neugeborenen Baby nach der Geburt umgegangen werden soll.
Finde vorher heraus, wie im Krankenhaus deiner Wahl, mit den neugeborenen Babys umgegangen wird. Erkläre in einem Vorgespräch mit deinen Geburtshelfern, dass du diesen engen Hautkontakt mit deinem Kind in der ersten Stunde nach der Geburt und danach Rooming-in haben möchtest. Falls sie auf eine routinemäßige Trennung von Mutter und Baby bestehen, dann überlege dir, ob du nicht deinen Entbindungsort wechseln solltest.
Übersetzt aus :
http://injoyvideos.com/mothersadvocate/pdf/healthybirth_booklet.pdf
