Deutsche Veröffentlichung zum D-MER
28 Feb 2012 Hinterlasse einen Kommentar
in D-MER (Dysphorischer Milkejection Reflex), Stillen Schlagworte: Baby geleitetes Stillen, D-MER, Depression, dysphorischer Milchspendereflex, postnatale Depression, Stillen
In der Fachzeitschrift der Europäischen LanktationsberaterInnen Allianz (ELACTA) Lactation und Stillen ist in der Ausgabe 4/2011 ein Beitrag zu dem D-MER (Dysphorischer Milchspendereflex) erschienen. Er ist eine Überseztung des englischen Artikels von Heise und Wiesinger im International Breastfeeding Journal 2011 6:6, mit dem Titel:”Dysphorik milk ejection Reflex: A case report”.
Das Auftreten vom D-MER ist sozusagen nun auch in Europa offiziell Realität.
Unter folgenden Link könnt ihr den kostenlos zugänglichen Beitrag finden.
http://www.velb.org/docs/ls-4_2011-dysphorischer-milchspendereflex.pdf
Depressionen, Schlaf und Stillen – anders als man denkt!
05 Okt 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in Stillen, Uncategorized, Wochenbett Schlagworte: Depression, postnatale Depression, postpartale Depression, PPD, Risikofaktoren, Schlaf, Stillen, Teilstillen, Vollstillen, Wochenbettdepression
Schlafmangel begünstigt Depressionen und natürlich auch postpartale Depressionen. Hat man schon vor der Geburt eine Depression erlitten, so ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer postpartalen Depression(PPD) ebenfalls erhöht. Deswegen muss auf ausreichend Schlaf in der Zeit nach der Geburt geachtet werden. Stillen, jedenfalls in der Nacht, so ist die Annahme, stellt daher einen weiteren Risikofaktor dar. Nimmt man doch im Allgemeinen an, dass stillende Mütter häufiger des Nachts wach sind, als nichtstillende Mamas.
Pustekuchen, so einfach ist es nicht. An der Universitätsklinik in Stavanger (Norwegen) wurde der Frage, “was begünstigt einen Schlafmangel und welchen Zusammenhang mit dem Auftreten einer PPD gibt es?”, in einer Umfrage mit 2830 Mütter näher nachgegangen (Link zur Studie). Unterschieden wurde auch nach vollstillenden Müttern, teilstillende Mütter und Mütter die mit Fläschchen (Pulver) fütterten.
Ergebnis:
Der Faktor “schlechte Schlafqualität” (geringe Schlafdauer, häufige Unterbrechungen) steigerte die Wahrscheinlichkeit an einer PPD zu erkranken signifikant. Es gab jedoch keinen Unterschied, ob die Mutter ihr Kind voll gestillt oder immer Fläschchen gegeben hatte. Hatte die Mutter jedoch teilgestillt, d. h. tagsüber gestillt und des Nachts die Flasche gegeben, dann stieg das Risiko bez. einer PPD.
Ausschließlich zu Stillen, erhöht nicht das Risiko, an einer postpartalen Depression zu erkranken.
Der Rat, auf das Stillen des Babys zu verzichten, um eine Depression zu vermeiden, wenn z. B. eine Neigung zu Depressionen bekannt ist, ist nicht notwendig. Die in solchen Fällen häufig gegebene Empfehlung nur am Tag zu stillen und in der Nacht die Flasche zu geben, ist nach dieser Studie kontraproduktiv. Dadurch wird das Risiko für eine PPD der Mutter sogar erhöht!
Depressionen und Frühgeburten – Immer mehr Belege für einen bestehenden Zusammenhang
03 Mai 2011 4 Kommentare
in Schwangerschaft, Uncategorized Schlagworte: antenatale Depression, Depression, Frühgeburt, Schwangerschaftsdepression, Studie
Walker Karraa stellte am 21. April, 2011, in ihren Beitrag Depression and Preterm Birth: The Evidence Grows, im Blog “Science and Sensibility” eine neue schwedische Studie vor. Diese Studie kam zum Ergebnis, dass Frauen, die von Depressions Symptome berichten, ein erhöhtes Risiko haben, eine Frühgeburt zu erleiden (Antenatal Depressive Symptoms and Preterm Birth: A Prospective Study of a Swedish National Sample). Ich möchte im Folgende, das Wichtigste dieses Artikels vorstellen.
Frühgeburtlichkeit ist die Hauptursache für Tod und Krankheit Neugeborener und macht 5-13% aller Geburten aus (in Deutschland waren es 9% in 2009). 70% aller Frühgeburten beginnen mit vorzeitigen Wehen und vorzeitigen Blasensprung. Bei Diagnose und Behandlung der Frühgeburten bringt die Forschung laufend Verbesserung aber ihre wahre Ursache ist noch nicht richtig geklärt. Es ist bekannt, dass rauchende und “ältere” Mütter ein erhöhtes Risiko haben, nun mehren sich die Belege, dass dies auch für depressive Mütter gilt.
Die Studie:
Mit Hilfe des schwedische Geburtsregisters wurden Daten für 2904 Schwangere von ihrem ersten Besuch beim Frauenarzt an, bis zur Geburt erhoben. Die Teilnahme an der Studie war freiwillig.
Frühgeburtlichkeit wurde bei einer Geburt vor der 37. Woche attestiert. Die Symptome für Depression, als Vorhersageinstrument, wurden anhand der Edinburgh Post-natal Depressions Skala (EPDS) bestimmt.
Zusammenfassung:
Besonders überraschend war, dass sogar moderate Depressionsanzeichen das Frühgeburtsrisiko signifikant erhöhten. Und dass dieses Risiko für jüngere Frauen (bis 25) sogar verdreifacht war. Ein Zusammenhang zwischen Depression und Entzündungszeichen, und dem Hypercortisolismus wurde ebenso deutlich. Dieser wird wahrscheinlich in der Zukunft weitere Erkenntnisse zur Entstehung von Frühgeburten und über die Rolle von Depression/Angst in der Fortpflanzung bringen.
Bisher wird alles mögliche körperliche untersucht. Aus dem größten Teil der Schwangerschaften werden Risikoschwangerschaften gemacht. Aus Vorsorge wurde für die Schwangeren vor allem SORGE. Ein Test jagt den anderen und die Zahlen bezüglich Krankheiten und Sterblichkeit geben diesem Vorgehen wohl Recht. Aber vergessen wir nicht die Gefühle der Schwangeren und die Auswirkung des Gefühlsleben der Mutter auf das werdende Leben? Welche Schwangere ist denn noch einfach guter Hoffnung? Wird denn in der ärztlichen Schwangerschaftsvorsorge ausreichend auf Depressionen geachtet und eingegangen? Erwartet nicht das ganze Umfeld glückliche Schwangere? Und wenn es anders ist, will man es oft nicht hören oder wahr haben.
D-MER – Traurigkeit beim Stillen
24 Jan 2011 Hinterlasse einen Kommentar
in D-MER (Dysphorischer Milkejection Reflex), Stillen Schlagworte: D-MER, Depression, Stillen
Alle paar Tage wird meine Webseite mit den Suchbegriffen
- Traurigkeit Stillen
- Depression beim Stillen
- Panikgefühle während Stillen
etc. gefunden. Leider hat bisher noch keine/r der Suchenden einen Kommentar geschrieben. Doch aufgrund der Häufigkeit dieser Suchen, gehe ich davon aus, dass D-MER auch in Deutschland kein ungefühltes, wenn auch unbekanntes Problem ist.
Es wäre schön, wenn eine Betroffene den Mut fände, sich zu D-MER zu äußern. Du bist nicht die einzige, es gibt Leidensgefährtinnen.
Ich hoffe bald einen Link zu deutsch-sprachlichen Flyern in meiner Link Liste angeben zu können. Darin könnt ihr mehr Informationen über den dysphorischen Milchspendereflex finden. Es sind auch Flyer für Partner und Mediziner/Hebammen geplant.
Siehe auch den ausführlichen Blogbeitrag \”macht Stillen depressiv\”
Macht Stillen depressiv?
12 Nov 2010 5 Kommentare
in D-MER (Dysphorischer Milkejection Reflex), Stillen Schlagworte: D-MER, Depression, Hochgefühl beim Stillen, postnatale Depression, Stillen, Traurigkeit beim Stillen
Was ist D-MER ?
Was ist D-MER nicht?
D-MER ist keine psychologische Folge des Stillens.
D-MER ist nicht die Übelkeit beim Milchspendereflex, oder irgendein anderes isoliertes körperliches Symptom.
D-MER ist keine postpartale Depression.
D-MER ist nicht mit einer “Ablehnung des Stillens“, die manche Mütter befällt, wenn sie während der Stillzeit wieder schwanger werden, zu verwechseln.
Was fühlen Mütter mit D-MER ?
Vor allen Dysphorie, negative Gefühle der Leere, aber auch Ängste oder Wut beim Milchspendereflex, und zwar unabhängig davon, ob gestillt, abgepumpt oder ausmassiert wird. Entscheidend ist nur das Vorhandensein des Milchspendreflexes. Nicht jede Frau spürt diesen Reflex und manchmal kann er auch ohne konkretes Stillen ausgelöst werden, z B wenn die Frau ein Baby weinen hört. Die Stärke und die Art des Gefühls variiert dabei von Frau zu Frau.
Ein ganz wichtiger Hinweis ist das plötzliche Auftreten. Vor dem Stillen kann sich die Mutter richtig gut fühlen, aber bevor der Milchfluss einsetzt, tritt D-MER auf. Nach nur 30 Sekunden oder maximal 2 Minuten hört dieses dysphorische Gefühl wieder völlig auf , um dann erst wieder kurz vor dem nächsten Milchspendereflex wieder aufzutauchen. Während einer Stillsession hat eine Frau i.d.R. mehrere Milschspendereflexe, folgen diese in kurzen Abständen aufeinander, kann dies den Eindruck eines dysphorischen Gefühls während der gesamten Stillsitzung machen.
Kennt ihr kanntet ihr selbst dieses Gefühl beim Stillen, oder kennt ihr jemanden? Wie seit ihr damit umgegangen? Was hat euch geholfen?
