Wie schnell öffnet sich der Muttermund?
28 Mar 2011 3 Kommentare
in Geburt, Uncategorized, Vaginale Untersuchung Schlagworte: Öffnung der Cervix, Öffnung des Muttermunds, Baby, Cervix, Geburtsdauer, Geburtsfortschritt, Muttermund, Pitocin, vaginale Untersuchungen, Verstreichen
Der Muttermund ist 2 (1,3,4,5,x,…) cm geöffnet, wie lange dauert es noch? Das ist wahrscheinlich eine der 1 Million-Euro-Frage der Geburtshilfe. Welche Frau in den Wehen, welcher begleitender Partner, aber auch welche Hebamme, würde da nicht gerne die Antwort wissen?
Wie weit der Muttermund geöffnet ist, wird während der Geburt akribisch im Partogramm festgehalten. Das Partogramm dient dazu, zu erkennen, ob die Geburt im “normalen” zeitlichen Rahmen abläuft oder nicht, und ob dann medizinische Maßnahmen getroffen werden müssten, um eine Schädigung von Mutter und Kind zu verhindern. Für die genaue Feststellung der Öffnung werden die Gebärenden immer wieder vaginal untersucht. Näheres zu den Folgen, die diese Untersuchung haben kann, könnt ihr hier nachlesen.
Studie zur Variabilität der Öffnung des Muttermundes bei Erstgebärenden
Im Journal “Birth – Issues in Perinatal Care ” wird die Studie Variability in Rate of Cervical Dilation in Nulliparous Women at Term vorgestellt. In dieser Studie wurde der Frage nachgegangen, welche Öffnungsgeschwindigkeit des Muttermundes (Cervix) denn ”normal” ist. Denn nur wenn die “normale” Öffnungsgeschwindigkeit bekannt ist, kann eine sinnvolle Aussage bez. einer Abweichung gegeben werden. Dazu wurde die Variabilität der Öffnungsgeschwindigkeit der Cervix von Erstgebärenden festgehalten. Außerdem sollte bestimmt werden ob diese Öffnungsgeschwindigkeit von der Öffnung der Cervix, im Moment der Ankunft im Krankenhaus, abhängig war.
“Methode: Untersucht wurden Erstgebärende mit spontanen Term-Geburten. Die Babys lagen mit dem Kopf nach unten und waren Einlinge (keine Zwillinge oder Mehrlinge). Ausgeschlossen wurden Geburten vor der 37 igsten Woche und Geburten bei denen eingeleitet wurde oder mindestens ein Kaiserschnitt vorangegangen war. Das Geburtsmanagement war standardisiert worden:
- Aktive Wehen wurden bei einem regulären Wehenabstand
- Vaginale Untersuchungen wurden alle 2 Stunden durchgeführt.
- Die Fruchtblase wurde bei langsamen Geburtsfortschritt oder einer Pause der Cervixöffnung ab 2 Stunden gesprengt.
- Schritt die Öffnung der Cervix in den nächsten 2 Stunden nach der Blasensprengung nicht voran, so wurde Pitocin (Wehenmittel) gegeben.
- Kam es nicht zu einer spontanen Geburt, so wurden die Daten bis zum Beginn eines Kaiserschnitts erhoben.
Ergebnisse: In der Studie wurden insgesamt 1,119 Frauen in der 39.7 ± 1.1 Woche aufgenommen. Die Geburten dauerten ab Aufnahme im Krankenhaus und Vorhandensein von aktiven Wehen durchschnittlich 4.1 ± 2.4 Stunden. Der Anteil der Pitocingaben bei den Geburten lag bei 27 %, PDAs wurden bei 5 % eingesetzt. Die Pitocinrate war umso höher, je geringer die Eröffnung des Muttermunds bei Aufnahme ins Krankenhaus war. Bei 6% der Geburten wurde ein Kaiserschnitt gemacht.
Die Dauer der Geburt in Abhängigkeit von der Eröffnung der Cervix bei Aufnahme ins Krankenhaus zeigte immer eine breite Verteilung (z. B. , bei 4 cm Öffnung eine mittlere Geburtsdauer von 5.5 Stunden, die kürzeste Dauer aber nur 0,8 Stunden, die längste 12,5 Stunden). Die Öffnungsgeschwindigkeit betrug im Durchschnitt 1,5 cm pro Stunde und zwar unabhängig von der tatsächlichen Öffnung im Moment der Aufnahme in die Klinik. Ab ca. 9 cm konnte eine Beschleunigung der Öffnung festgestellt werden.
Zusammenfassung: In dieser Studie mit Erstgebärenden bei Geburt am erwarteten Termin, war die Geschwindigkeit der Öffnung des Muttermunds hoch variabel und unbeeinflusst von der Öffnung bei Aufnahme in der Klinik. (BIRTH 38:1 March 2011)”
Die große Unterschied zwischen den einzelnen Geburtslängen ist sehr groß und verblüfft. Es wird leicht klar, dass während einer Geburt, Zeitangaben nur ohne großen Wirklichkeitsgehalt gemacht werden können. Auch die Festlegung auf eine “normale” Öffnungsgeschwindigkeit ist nicht möglich. Es sind zwar Durchnittsangaben möglich, aber normal darf eben nicht mit dem Durchschnitt verwechselt werden.
Weiterhin finde ich bei dieser Studie bedenklich, dass aufgrund des festgelegten Managements, bei 27% der Geburten zu Pitocin gegriffen werden musste (vermehrt bei geringeren Öffnung der Cervix, bei der Aufnahme in die Klinik). Können bei einer künstlichen Beschleunigung von etwas mehr als einem Viertel der Geburten, noch “normale” Werte erhoben werden? Ging es nicht darum, normale Werte festzulegen? Ist wirklich davon auszugehen, dass ansonsten, d.h. bei 27% Prozent Erstgebärender, Kopflagen, Einlinge, bei Term, nicht eingeleitet, Schaden an Mutter oder Kind zu erwarten gewesen wären?
Siehe auch: Wann ist eine Wehe eine gute Wehe? Teil 1 und Teil 2
Wann ist eine Wehe eine gute Wehe? – Teil 2
16 Dez 2010 1 Kommentar
in Geburt, Vaginale Untersuchung Schlagworte: Baby, Cervix, Einleitung, Friedman Kurve, Geburt, Geburtsfortschritt, Muttermund, Oxytocin, Pitocin, Wehen, Wehenmittel
Wie kommt es zu einer Wehe (Kurzbeschreibung)
Die körperlichen Zutaten:
Die wichtigste Zutat für eine Wehe ist, natürlich neben der schwangeren Frau um den ET herum, wohl das Hormon Oxytocin. Dieses Hormon regelt ganz vieles in unserem Körper, näheres hier: WIKIPEDIA . Oxytocin begleitet uns durch unser ganzes Leben und ist schon während der gesamten Schwangerschaft vorhanden, aber es kann keine Wehen lösen, denn es fehlt noch eine ausreichende Anzahl an Oxytocinrezeptoren am Uterus. Erst wenn davon genug gebildet sind, reagiert der Uterus auf das Hormon mit Kontraktionen = Wehen. Diese beginnen oben, am Fundus der Gebärmutter und setzen sich nach unten fort. Gebildet wird Oxytocin vor allem im Gehirn und zwar pulsierend im Hypothalamus, aber auch in anderen Geweben, wie den Eierstöcken und dem Uterus selbst. Auch vom Baby wird Oxytocin gebildet und zwar relativ viel, so ist der Oxytocingehalt des Blutes in der Nabelschnur höher, als im, mit mütterlichem Blut gefüllten, intervillösen Raum zwischen der Plazenta und Uterus.
Wir nehmen nun an, die Geburt hat begonnen, dann
drückt der Babykopf von innen auf die Cervix, so gibt es bestimmte Nervenimpulse, die dazu führen, dass pulsierend vermehrt Oxytocin vom Hypothalamus ins Blut abgegeben wird. Dies verstärkt die Kontraktionen, dies drückt den Babykopf (oder P0p0) stärker gegen die Cervix, dies sendet über Nervenleitungen den Impuls an den Hypothalamus mehr Oxytocin auszuschütten, die Wehen werden verstärkt, dies drückt den Babykopf stärker auf die Cervix, dies sendet über Nerv…. usw, usw. - Es ist ein sich selbst verstärkender Regelkreis.
Damit sich die Cervix öffnen kann, muss sie dazu bereit sein. Deswegen wird bei einer künstlichen Einleitung erst durch ein Medikament die Bereitschaft der Cervix hergestellt und dann erst per Tropf das Wehenmittel gegeben. Durch die Gabe von Wehenmitteln wird das Gefälle des Oxytocingehaltes des Blutes vom Baby zur Mutter umgedreht. Ob dies etwas und was dies evtl. bewirkt, ist unbekannt. Wird nun noch eine PDA gesetzt, so fällt nun die Impulssendung von Nerven von Cervix und Vagina an den Hypothalamus aus (kein Gefühl mehr), und der verstärkende Regelkreis ist unterbrochen. Deswegen sind Gaben von künstlichen Oxytocin bei der PDA ganz normal.
Die Ausschüttung von Oxitocin ist nicht nur rein körperlich geregelt, sondern wird auch von unseren Gefühlen beeinflusst.
- sich sicher fühlen
- geschützte Privatsphäre
- gedämpftes Licht
- Ruhe
- von Leuten umgeben sein, die man kennt
- angenehm berührt werden
- angenehme Umgebung
- entspannt sein
Oxytocin-Ausschüttung hindernde Umgebung/Situation:
- sich gefährdet, ungeschützt fühlen
- sich beobachtet fühlen
- helles Licht
- Lärm
- von Fremden umgeben sein
- gefragt werden
- unangenehme Umgebung
- denken sollen
Der Verlauf der Wehen
Die Kontraktionen werden nach Dauer und Abstand gemessen. In der Latenzphase der Eröffnungsperiode (Cervix bis 3 cm) werden Wehen ab einer Dauer von 1 Minute und einem Abstand von max. 5 Minuten als effektiv angesehen. In der Aktivitätsphase (Cervix 3-10 cm) der Eröffnungsperiode sollen die Wehen in einem Abstand von 2-3 Minuten kommen. Es wird von dieser Sichtweise also angenommen, dass Wehen, die nur 1 bis 2 mal in 10 Minuten auftreten, nicht effektiv sind.
Doch die Realität beweist immer wieder das Gegenteil.
Die Stärke der Wehen
Dies ist nicht einfach zu beurteilen, wenn überhaupt. Kennt die Hebamme die Schwangere schon und ist von Geburtsbeginn an dabei, ist es leichter, dann können ihr das Verhalten der Frau und einige andere Zeichen (siehe hier) gute Hinweise geben. Die Effektivität einer Wehe danach zu beurteilen, wie die Öffnung der Cervix voranschreitet, ist einmal an die Untersuchung der Cervix, mit ihren Nachteilen verbunden, zum anderen bewirken Wehen auch noch etwas anderes als Munttermundsöffnung, wie das Drehen des Babys in eine gute Geburtspositon, z. B. bei einem Baby in hinterer Hinterhauptslage. Außerdem öffnet sich die Cervix nicht unbedingt gleichmäßig, sondern oft sprunghaft.
Es gibt kaum etwas demotivierenderes für eine Gebärende, als wenn ihr nach einigen Wehen, die sie als extrem stark und alle Kraft raubend erlebt hat, gesagt wird, dass diese Wehen wohl noch nicht effektiv genug sind.
Zusammenfassung
CTG´s und Handauflegen zeigen nur an, wann und wie lange eine Wehe auftritt. Über die tatsächliche Stärke kann nur die Gebärende eine sinnvolle Aussage machen. Bei einer natürlichen Geburt sollte erstmal davon ausgegangen werden, dass die Wehen angemessen für diese Geburt, diese Mutter und dieses Baby sind.
Ein Idealbild als Maßstab zu nehmen, verbessert kaum das Ergebnis, führt aber häufig zu nicht notwendigen Eingriffen. Ist eine vaginale Geburt nicht möglich, so zeigt sich dies entweder an, von der Mutter als kräftig empfundenen, sich über Stunden hinziehenden Wehen, ohne jeden Geburtsfortschritt oder Änderung der Position des Babys, oder an dem Verhalten der Mutter. Die Herzrate des Babys wird zudem einen Hinweise auf Probleme geben und die Mutter hat vielleicht das Gefühl, dass irgendwas falsch läuft.
Manchmal ist jedoch das Geburtshindernis nicht körperlich, sondern emotional und eine bessere Umgebung (s.o. oxytocinfördend), oder das Ansprechen von Sorgen und Ängsten können die Geburt wieder voranschreiten lassen.
Wann ist eine Wehe eine gute Wehe? Teil 1
15 Dez 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt, Vaginale Untersuchung Schlagworte: Cervix, Friedman Kurve, Geburt, Geburtsfortschritt, Kaiserschnitt, Pitocin, vaginale Untersuchungen, Wehen

Abb.: Cardiotokograph, rechte Krakellinie bildet die Aktivität der Gebärmutter ab
Unter einer guten Wehe wird meist eine Wehe verstanden, welche die Geburt voranbringt. Von außen ist dies ja überhaupt nicht sichtbar. Handauflegen ist nicht besser und auch dieser Aufnahmeknopf, verbunden mit Gürtel und Drähten zu einem Drucker, der dann imposante Papierstreifen mit bunten Linien produziert (Cardiotokograph ,CTG, zu Deutsch Herzton-Wehen-Schreiber, ist ein medizinisches Gerät welches zum einen die Herztöne des Ungeborenen und zum anderen die mütterlichen Wehen aufzeichnet), sagt nicht wirklich, wie effektiv eine Wehe ist. Darauf aufbauende Aussagen darüber, wie lange die Geburt noch dauert, ist nur technisierte Kaffeesatz-Leserei. Woher weiß man denn dann, ob eine Wehe “gut ” ist, oder nicht? Rachel Reed hat sich dazu in einem Beitrag in ihrem Blog ausführlich damit beschäftigt: „“The effective Labor contraction\„ :
Erstmal ein kurzer Geschichtsrückblick
Wir können davon ausgehen, dass schon immer ein gewisses Wissen über die Geburt und ihre Abläufe die Menschheit begleitet hat. Dass eine Geburt aber effizient sein sollte, findet man in von Männern geschriebenen Büchern ab dem 17 Jahrhundert. Dies ist auch die Zeit in der diese das Feld der Geburtshilfe für sich entdeckten. Um einen Fuß in die Geburtskultur zu bekommen, wurden erstmal die Hebammen und ihr Können verunglimpft. Die Geburt sollte nun einem Idealbild mit geregelten Phasen und (kurzen) Zeiten entsprechen. Das Instrument mit dem sich die neuen männlichen Geburtshelfern von den Hebammen abgrenzten, war ,vor allen anderen, die Zange. Dieses mechanische Hilfsmittel wurde von ihnen fast immer und sobald wie möglich eingesetzt. Bessere Ergebnisse bei den Geburten konnten sie nicht vorweisen, im Gegenteil. Doch findet sich noch heute einiges von dieser Einstellung, hier nur ein Beispiel: die Friedmankurve.
Das Erbe der Friedman Kurve
Eine moderne Basis der Beurteilung des Geburtsfortschritts bot die Friedman Kurve (Hier ist ein Gynäkologe gemeint, nicht der Volkswirtschaftler Milton Friedman). In den 1954 wurde sie von Friedman, anhand seiner Beobachtung von 100 Geburten, entwickelt. Die gebärenden Frauen wurden jede Stunde rectal untersucht und die Eröffnung der Cervix notiert. Er stellte fest, dass bei Frauen, bei denen eine schnelle Öffnung der Cervix notiert worden waren, seltener ein Eingriff (z. B. Kaiserschnitt) gemacht wurde, als bei Frauen mit langsamerer Öffnung. Er warnte jedoch davor, seinen Graphen als Instrument zur Vorhersage oder als Basis von Eingriffen zu verwenden. Doch genau dies geschah. Entspricht die Geschwindigkeit der Eröffnung nicht der Friedmankurve, so kommen schnell chemische Mittel (Pitocin) zur Wehenbeschleunigung oder angeleitetes Pressen ohne Pressdrang, zum Einsatz. Es wird also davon ausgegangen, dass die tatsächlichen Wehen nicht die besten Wehen für diese Frau und ihr Kind sind, sondern zu schwache und dass sie deswegen künstlich verstärkt werden müssen.
Zur Zeit wird die Friedmankurve und ihr Einsatz als Maß heiß diskutiert. Viele Studien zeigen, dass die durchschnittliche Geburtsdauer länger wäre und dass auch langsamere Geburten nicht unbedingt ein Zeichen für Probleme für Mutter und Kind sind, sondern die Anwendung der Friedmankurve als Maß einer guten Geburt zu vielen, evtl unnötigen Eingriffen (Wehenbeschleunigung, angeleitetes Pressen, Kaiserschnitt…) führt.
Es folgt Teil II
Studie zur Purpurnen Linie, als Alternative zu vaginalen Untersuchungen
29 Okt 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt, Vaginale Untersuchung Schlagworte: Cervix, Geburt, Geburtsfortschritt, Infektionsrisiko, Polinie, vaginale Untersuchungen
Es freut mich, dass endlich die Beachtung der purpurnen Linie, als Alternative zu vaginalen Untersuchungen bei der Geburt in einer Studie untersucht wurde. Diese Methode habe ich in meinem Artikel “ Alternativen zu Vaginalen Untersuchungen“ schon vorgestellt.
Geburtshelfer haben das Entstehen einer purpurnen Linie, poaufwärts, während der Geburt festgestellt. Und so manche Hebamme hat die Länge dieser Linie, als Maß für den Fortschritt der Geburt verwendet, um Vaginale Untersuchungen zu vermeiden. Vaginale Untersuchungen sind im Vergleich invasiver, können den Geburtsfortschritt stören, Infektionen Richtung Gebärmutter befördern (siehe auch) und sind in ihrer Genauigkeit nicht so absolut, wie man es sich üblicher Weise vorstellt (48-56% Genauigkeit).
In der Studie The purple Line as a measure of labour progress: a longitudinal study , von Shepherd A., Cheyne H., Kennedy S., McIntosh C., Styles M. und Niven C., vom Department of Nursing and Midwifery der University of Stirling, wurde der Frage nachgegangen, bei wie vielen Fraenn denn eine solche Linie auftritt, diese deutlich und messbar ist und, falls dies der Fall ist, ob es einen Zusammenhang zwischen der Länge der Linie und der Öffnung der Cervix und/oder des Tiefertreten des kindl. Kopfes gibt.Die Autoren der Studie kamen zum Ergebnis, dass diese purpurne Linie bei vielen Frauen auftritt (76%) , und es einen Zusammenhang gibt, zwischen ihrer Länge und der Öffnung des Muttermundes und der Station des kindl. Kopfes im Becken. Bei den Frauen, bei denen die Linie auftritt, kann sie als nützlicher Hinweis, zusätzlich zu anderen, auf den Geburtsfortschritt verwendet werden.
Wunschgeburt natürliche Geburt – III. Bring jemanden mit, der immer für dich da ist!
01 Sep 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt Schlagworte: Doula, Geburt, Geburtsbegleitung, Geburtsfortschritt, Geburtsposition, Schmerzen, Schmerzmittel, Wehen
Frauen profitieren von einer guten Unterstützung während der Geburt. Forschungen bestätigen, dass je besser die Unterstützung der Gebärenden ist, umso leichter empfinden diese die Schmerzen und umso befriedigender schätzen sie ihr Geburtserlebnis ein. Sich sicher und umsorgt zu fühlen, ermöglicht dem Gehirn die für den Geburtsvortschritt nötigen Hormone zu bilden, vermindert dadurch risikoreiche Interventionen und beschützt das Baby vor Schaden.
Ununterbrochene Unterstützung durch einen Geburtsbegleiter, der dem natürlichen Geburtsverlauf vertraut und der darin erfahren ist, auf die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse von Gebärenden einzugehen, macht die Geburt kürzer und sicherer. Diese Unterstützung kann verschiedene Formen annehmen und hilft aus mehreren Gründen.
Wie kann ununterbrochene Unterstützung helfen?
- Körperliche Unterstützung, z.B. Rückenmassage, Hilfe beim Finden einer komfortableren Position, kann Schmerzen vermindern und der Geburt weiterhelfen.
- Emotionale Unterstützung, z.B. Ermutigung, Lob und Bestärkung, vermindern den Stress. Ein hoher Level an Stresshormonen kann die Geburt verlangsamen und das Schmerzempfinden der Gebärenden verstärken.
- Unterstützung durch Informationen, z.B. der Gebärenden erklären, was sie zu erwarten hat, Behandlungsvorschläge genauer erläutern, den Geburtsfortschritt diskutieren, kann ihre Zuversicht stärken und sie befähigen, fundierte und gesunde Entscheidungen zu treffen.
Doulas, die Expertinnen in der Geburtsunterstützung
Frauen nehmen häufig an, dass eine Hebamme oder Ärztin sie die ganze Zeit lang während der Geburt unterstützen. Leider sieht die Realität anders aus. Zwar leiten Hebammen die Geburten, doch müssen sich diese oft um mehrere Schwangere kümmern. Ihre Verantwortung und Aufmerksamkeit müssen sie dann auf mehrere Geburten aufteilen.
Auf der anderen Seite können Partner, Verwandte oder Freunde zwar großartige emotionale Hilfe anbieten, aber werden oft von der tatsächlichen Geburt überfordert , oder wissen nicht, wie man am besten einer Frau in den Wehen beisteht.
Doulas sind professionelle, unterstützende Geburtsbegleiter. In der Regel haben sie eine Ausbildung in diesem Bereich absolviert und haben Geburtserfahrung. Die meisten vertrauen der natürlichen Geburt und kümmern sich darum, soweit es geht, dass die Abläufe einer natürlichen Geburt nicht gestört werden und die Geburt so leicht wie möglich für die Frau wird.
Was sagt die Forschung
Forschungsergebnisse bestätigen, dass die Geburt sicherer und gesünder ist, wenn die Frauen kontinuierlich unterstützt werden. Ebenso konnte gezeigt werden, dass Frauen die einen ununterbrochene Unterstützung von einer Doula erfahren, seltener einen Kaiserschnitt oder eine andere medizinische Intervention benötigen.
Frauen die von einer Doula unterstützt wurden erleben seltener:
- einen Kaiserschnitt
- eine vaginale Geburtsoperation (Zangen- oder Saugglockengeburt)
- PDA und andere Schmerzmittel (Analgetika, Narkotika)
- negative Gefühle bez. ihrer Geburt ( z.B. Trauma)
Optimiere dein Unterstützungsteam
- Wähle Personen, die du magst und die auch dich mögen.
- Wähle Personen, die bereit dazu sind, etwas über die Abläufe in der Geburt zu lernen. Die lernen wollen, welche Positonen die hilfreichsten sind und welche Entscheidungen während der Geburt anstehen könnten.
- Wähle Personen, von denen du annimmst, dass sie dich unterstützen werden und nicht ablenken oder sogar stören.
- Frag sie, ob sie auch mit zum Geburtsvorbereitungskurs gehen würden.
- Übe mit ihnen zuvor Positonen und Entspannungen für die Geburt.
- Versichere dich darüber, dass sie wissen, was für eine Geburt du dir wünscht und dass sie dich in deinem Wunsch auch unterstützen.
Hilfreiche Geburtsumgebung
Die Geburtsumgebung spielt eine große Rolle dabei, ob sich die Frau wohlfühlt und die Geburt ungestört vonstatten geht. Nimm nur Leute mit, die dich wirklich unterstützen werden. Deine Geburtsumgebung sollte ruhig, nur mäßig beleuchtet und privat sein, damit du dich auf deine Geburt konzentrieren kannst und den natürlichen Instinkten deines Körpers folgen kannst.
Tip für den Partner
Doulas unterstützen auch den Partner
Viele Partner sorgen sich darum, dass eine Doula ihnen ihre wichtige Stellung in der Geburt streitig machen würde. Aber tatsächlich wird eine gute Doula deine Rolle eher verstärken, indem sie dir zeigen wird, wie du deiner Partnerin wirklich bei der Geburt eures Kindes helfen kannst.
Forschungen bestätigen auch diesen positiven Doulaeffekt.
Es ist daher wichtig, dass sich nicht nur die werdende Mutter gut mit der Doula versteht, sondern auch der Vater.
Übersetzt aus :
http://injoyvideos.com/mothersadvocate/pdf/healthybirth_booklet.pdf
Die Bewegungsintensität steht Kopf!
29 Aug 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt Schlagworte: Baby, Bewegung, Geburtsfortschritt, Pitocin, Wehen
Beim Schreiben des letzten Artikels fiel mir auf, wie vertauscht manchmal die Bewegungsintensität in der Geburt ist . Schon zu Beginn der Geburt wird versucht, die Wehen durch Bewegung zu verstärken. Wie häufig werden die schwangeren Frauen nach dem Eintreffen ins Krankenhaus zum Treppen laufen geschickt, um die seltsamerweise eingeschlummerten Wehen wieder in Gang zu bringen. Oder man fährt wieder nach Hause und unternimmt flotte Spaziergänge etc, damit die Geburt doch endlich Fahrt aufnimmt. Im Krankenhaus fühlt man sich jedoch noch stärker unter Druck, die notwendige Wehenstätke zu erbringen, denn ansonsten droht das Wehenmittel. Da läuft man gerne noch ein bischen schneller. Und oftmals reagieren die Wehen auch wie gewünscht auf die forcierte Bewegung.
Doch dauert die Geburt noch einige Zeit und sie wird in der Regel immer anstrengender und kräftezehrender. Ist es denn dann wirklich sinnvoll, am Anfang viel Energie zu verbrauchen? Treten die ersten Wehen früh am Morgen auf, ist dies vielleicht kein Problem, da hat man (hoffentlich) ausreichen Energie tanken können. Ist es jedoch schon abends, wenn die Wehen beginnen, so ist es viel wichtiger Kraft zu tanken, Ruhe zu finden und noch eine Runde zu schlafen – ja das geht. Gelingt bestimmt nicht jeder Frau und nicht immer beginnen die Wehen mit größeren Abstand, aber einen Versuch ist es wert. Selbst ein kurzes Nickerchen ist von Vorteil.
Die erste Phase einer Geburt verläuft zudem häufig stockend. Zeiten mit kräftigen Wehen in einem Abstand von unter 5 Minuten können sich mit langen Wehenpausen abwechseln. Das passt natürlich nicht ins “normale” Bild. Immer noch fahren in Filmen die werdenden Väter die werdende Mutter mit quietschenden Reifen ins Krankenhaus, nur Sekunden nachdem letztere gestöhnt hat: “Ich glaub´, es geht los”. Und so läuft man Treppen rauf und runter, um der Vorstellung einer geradlinigen “rasenden” Geburt gerecht zu werden. Und dann geht einem zum Ende die Puste aus, zum Bewegen fehlt die Kraft, man möchte nur noch liegen. Wehenmittel und anderes sollen dann das glückliche Ende schneller herbei führen.
Vaginale Untersuchung – Notwendig oder schädlich? Teil 2
17 Aug 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt, Vaginale Untersuchung Schlagworte: Cervix, Einleitung, Fruchtblase, Geburt, Geburtsfortschritt, Infektionsrisiko, manuelle Einleitung, Muttermund, Pitocin, vaginale Untersuchungen, Verstreichen
(Folgende Gedanken habe ich aus dem Buch “The Doula Guide to Birth ” von Ananda Love & Rachel Zimmermann, 2009, zusammengefasst und übersetzt. Es ist insgesamt ein Super Buch, aber leider nur in Englisch erhältlich.)
Muss man immer genau wissen, wie weit der Muttermund verstrichen oder geöffnet ist?
Nein, aber das hängt natürlich von der Situation ab. Vaginale Untersuchungen in der Schwangerschaft können ein Problem des Muttermundes aufdecken, wie verfrühtes Verstreichen und Öffnen. Darauf kann dann entsprechend reagiert werden (evtl. mehr Ruhe für die Schwangere, Krankenhauseinweisung, Tokolytika …).
Nach dem 8.Monat der Schwangerschaft wird nicht mehr zu diesen die Schwangerschaft verlängernden Maßnahmen geraten. Auch ist ein verstrichener, sogar ein leicht geöffneter Muttermund nicht immer das Zeichen, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht. Dieses Verstreichen und Öffnen kann sich sogar über Wochen hinziehen. Eine andere Geburt beginnt mit Wehen bei völlig geschlossenem Muttermund und dieser kann sich dann sogar sehr schnell öffnen. Aussagen über den weiteren Verlauf sind daher schwierig. In den letzten Wochen der Schwangerschaft ist also schon darüber nachzudenken, ob die Vorteile einer vaginalen Untersuchung tatsächlich die Nachteile (steigendes Infektionsrisiko) überwiegen.
Heute werden viele Schwangerschaften eingeleitet (vielleicht wird das Thema Geburtseinleitung einer meiner nächsten Posts, deshalb geht es einfach mit den vaginalen Untersuchungen weiter). Damit nicht sozusagen blind und evtl sogar unnotwendigerweise eingeleitet und Medikamente gegeben werden, sondern dies auf die jeweilige Frau und ihre Geburt abgestimmt werden kann, werden dazu einige Parameter erhoben. Ein ganz wichtiger ist der genaue Zustand der Cervix und dann, im Verlauf der Behandlung, deren Veränderung. Ähnliches gilt für viele weitere Eingriffe in den Geburtsverlauf, wie z.B. im Fall einer PDA.
Manchmal wird vor einer chemischen Einleitung ganz bewusst auf die Reizung des Muttermundes während einer vaginalen Untersuchung gesetzt, auch mit Lösung der Eihäute um den Muttermund herum (Eipollösung). Dieses kann den gewünschten Beginn der Geburt mit Wehen stimulieren (manuelle Einleitung). Es kann jedoch ebenso dazu führen, dass die Fruchtblase bald darauf platzt, aber noch keine Wehen einsetzen. Dies ist dann, wegen der Infektionsgefahr, eine eher unerwünschte Situation für die werdende Mutter.
Es lohnt sich also vor einer vaginalen Untersuchung immer nachzufragen:
- warum ist die Untersuchung nötig
- kann man damit noch abwarten – wie lange
- was passiert, wenn man jetzt nicht über den Zustand der Cervix Bescheid weiss
Zum Glück gibt es eine ganze Reihe von Hinweisen im Verlauf einer natürlichen Geburt , aus denen geschlossen werden kann, wie weit diese schon voran geschritten ist
es folgt: Alternativen zur Vaginalen Untersuchung





