Wunschgeburt natürliche Geburt – VI. Dein Baby bleibt bei dir. Das ist das beste für dich, dein Baby und für den Stillbeginn!
16 Sep 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt, Stillen Schlagworte: Baby, Baby geleitetes Stillen, Blutzucker, Bonding, breastcrawl, enger Kontakt, Haut an Haut, natürliche Geburt, Rooming-in, stabile Körpertemperatur
In den ersten Augenblicken nach der Geburt vollbringt der Körper des Babys eine schwierige und gleichzeitig wundervolle Wandlung. Im Bauch der Mutter hat ihre Umgebung die perfekte Temperatur und alles was sie brauchen, wird durch die Nabelschnur geliefert. Nach der Geburt müssen sie ihre Körpertemperatur aufrecht erhalten, ihre Lungen müssen sich weiten und selbst Luft atmen, ihr Blutkreislauf muss sich neu formieren. Außerdem müssen sie lernen zu saugen, zu schlucken und ihr Verdauungssystem muss die Milch ihrer Mutter verarbeiten. Ob all dies leicht und sicher für das Baby verläuft, hängt auch davon ab, auf welche Art, Mutter und Baby zu dieser Zeit versorgt werden.
Haut an Haut – enger Kontakt zwischen Baby und Mutter
Zum Glück gelingen diese notwendigen Änderungen am sichersten, wenn eines der grundlegendsten Bedürfnisse des Babys gestillt wird – und zwar der Kontakt des Babys zur Mutter, Haut an Haut, kein trennender Stoff zwischen den beiden, das Baby auf dem Bauch der Mutter, oder in ihren Armen. Der gewohnte Duft, der Geschmack, die Stimme der Mutter und die Wärme ihrer Haut helfen dem Baby, sich nach dem Abenteuer der Geburt, geborgen zu fühlen.
Haut an Haut liegend, erleichtert dem Baby die Umwandlung zur Lungenatmung und hilft ihm die richtige Körpertemperatur zu waren. Es wird instinktiv lernen, wie es an der Brust seiner Mutter seinen Hunger stillen kann. In der Tat, Forscher haben herausgefunden, dass Babys, die nicht von Medikamentengaben während der Geburt beeinträchtigt sind und die in ihrer ersten Stunde ungestört Haut an Haut bei ihrer Mutter sein dürfen, keine Hilfe beim Stillen benötigen. Sie robben den Bauch ihrer Mutter hoch, finden die Brustwarze, riechen und sehen sie, und legen sich selbst an!
Desto mehr Zeit Mutter und Baby, in den ersten Tagen nach der Geburt, Haut an Haut, miteinander verbringen dürfen, desto größer sind die Vorteile. Ein faszinierender Effekt ist, dass die Verbindung zwischen Mutter und Baby enger wird. Mütter, die ihr Baby nach der Geburt Haut an Haut halten, kümmern sich um ihr Baby mit größerem Selbstvertrauen, erkennen und reagieren schneller auf die Bedürfnisse ihres Babys, als Mütter, die von ihren Babys getrennt wurden.
Die meisten Babys, die in der ersten Zeit nicht in den Armen ihren Müttern sein durften, werden routinemäßig vom medizinischen Personal bewertet, gewogen, gemessen, abgewischt und/oder in eine Decke gewickelt. Keine dieser Maßnahmen ist für das Baby wichtiger als der ungestörte Kontakt zu ihrer Mutter. Viele Prozeduren, wie das Absaugen von Mund und Nase, standardmäßige Medikamentengabe, oder das Baby unter einer Wärmelampe zu beobachten , können entweder später, oder auf dem Bauch der Mutter liegend, durchgeführt werden, in vielen Fällen kann man ganz darauf verzichten.
Rooming-in
Viele Frauen sind nach der Geburt sehr erschöpft und sie hoffen, dass sie mehr Schlaf bekommen können, wenn ihr Baby von ihnen getrennt untergebracht wird. Aber die Forschung hat gezeigt, dass die Mütter mit dem Baby im Zimmer genauso gut schlafen. Die Babys geht es jedoch besser, sie schreien weniger und haben eher seltener Problem beim Stillen, im Vergleich zu den Babys, die von ihrer Mutter getrennt liegen.
Was sagt die Forschung?
In wissenschaftlichen Studien wurden Babys, die engen Kontakt, Haut an Haut, mit ihren Müttern in der ersten Stunde nach der Geburt hatten, mit Babys, die in Tücher eingewickelt oder in eine Wiege gelegt wurden, verglichen. Die Studien kamen zum Ergebnis, dass es den Babys mit dem engen Kontakt, in vielerlei Hinsicht besser ging, als den anderen.
Vorteile für die Babys, die nach der Geburt Haut an Haut Kontakt hatten:
- Sie haben eine stabilere Körpertemperatur
- Sie schreien weniger
- Ihre Blutzuckerwerte sind stabiler
- Sie trinken früher, länger und leichter an der Brust
- Sie haben weniger Stresshormone im Blut
- Sie haben Kontakt zur normalen Bakterienflora der Haut ihrer Mutter. Dies könnte sie vor Krankheiten aufgrund von Besiedlung mit schädlichen Bakterien schützen.
Entscheide selbst darüber, wie mit deinem neugeborenen Baby nach der Geburt umgegangen werden soll.
Finde vorher heraus, wie im Krankenhaus deiner Wahl, mit den neugeborenen Babys umgegangen wird. Erkläre in einem Vorgespräch mit deinen Geburtshelfern, dass du diesen engen Hautkontakt mit deinem Kind in der ersten Stunde nach der Geburt und danach Rooming-in haben möchtest. Falls sie auf eine routinemäßige Trennung von Mutter und Baby bestehen, dann überlege dir, ob du nicht deinen Entbindungsort wechseln solltest.
Übersetzt aus :
http://injoyvideos.com/mothersadvocate/pdf/healthybirth_booklet.pdf
Wunschgeburt natürliche Geburt – IV. Vermeide Eingriffe, die nicht medizinisch notwendig sind
13 Sep 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt Schlagworte: Baby, Bewegung, Einleitung, Fruchtblase, Geburt, Geburtsposition, Herzschlag, Kaiserschnitt, natürliche Geburt, natürliche Schmerzlinderung, PDA, Periduralanästhesie, Schmerzen, Schmerzmittel, Wehen
Eingriffe (oder auch Interventionen) in einer Geburt sind Maßnahmen oder Behandlungen, die dazu da sind, Probleme zu finden, ihnen vorzubeugen oder sie zu beheben. Natürlich sind sie manchmal notwendig. Aber oft werden sie routinemäßig bei allen Geburten durchgeführt, egal ob sie in der jeweiligen Geburt notwendig sind oder nicht.
Alle Eingriffe haben auch Nebeneffekte und Risiken und sei es nur diese, dass sie die Frau in ihrer Geburtsarbeit unterbrechen und damit den Ablauf stören, ihn schwieriger und komplizierter als nötig machen. Aus diesen Gründen ist es das Beste, einen Eingriff nur dann durchzuführen, wenn die Frau und der Geburtshelfer davon überzeugt sind, dass die zu erwartenden positiven Ergebnisse die möglichen Risiken überwiegen und wenn klar ist, dass ein weniger risikoreicher Eingriff nicht ausreichend effektiv sein wird. Einen Eingriff anzuwenden, ohne dass wirkliche Verbesserungen damit für den Geburtsverlauf erwartet werden können, machen eine Geburt weniger sicher aber schwieriger. Suche deshalb, wenn du die Möglichkeit hast zu wählen, einen Geburtsort aus, an dem Eingriffe nur dann vorgenommen werden, wenn sie medizinisch notwendig sind und nicht weil “man das immer so macht”.
Die häufigsten Interventionen
Die gebräuchlichsten Eingriffe während einer Geburt sind: IV-Zugang zur Flüssigkeitsversorgung, Dauerüberwachung der kindlichen Herztöne, chemische Einleitungen, Sprengen der Fruchtblase , PDA, Dammschnitt. All diese Eingriffe haben Nebeneffekte und Forschungsergebnisse unterstützten nicht die routinemäßige Anwendung bei gesunden Frauen während der Geburt.
Flüssigkeitsversorgung durch IV: Die Geburt ist leichter und sicherer, wenn die Frau ausreichend mit Flüssigkeit, Kalorien und Elektrolyten versorgt ist. Am einfachsten wird dies für die meisten Frauen durch Essen und Trinken gewährleistet. Aber in manchen Kliniken wird den Gebärenden Essen und Trinken verboten und die notwendigen Nährstoffe und Flüssigkeiten werden intravenös gegeben.
Es gibt keine Beweise, dass die Versorgung durch einen intravenösen Zugang sicherer für die Frau ist. Und viele empfinden eine IV als schmerzhaft und unangenehm. Ein intravenöser Zugang macht es schwieriger sich frei zu bewegen und versorgen die Frau nicht unbedingt mit der Mischung an Flüssigkeit, Elektrolyten und Nährstoffen die diese gerade jetzt braucht.
PDA: Die PDA vermindern die Schmerzen gut und machen es den allermeisten Frauen viel einfacher die Schmerzen zu ertragen. Aber sie macht oft auch die Geburt viel komplizierter. Forschungsergebnisse zeigen, dass es dem Baby schwerer fällt sich in die richtige Geburtsposition einzustellen. Auch den Frauen fällt es oft schwerer sich zu bewegen, manchmal geht es überhaupt nicht. Durch das verminderte Gefühl in der Bauchregion wird das Mitpressen meist erschwert und es kommt häufiger zu einer operativen vaginalen Entbindung mit Zange oder Saugglocke.
Für Frauen mit einer besonders langen und anstrengenden Geburt ist eine Schmerzlinderung wichtig, um eine vaginale Geburt zu ermöglichen. Dazu gibt es eine ganze Reihe nicht medikamentöser Methoden, die ebenfalls sehr wirksam sind und diese helfen der Geburt meist voran und bauen keine neuen Hürden auf, z. B. Bewegung, Veränderung der Position, eine heiße Dusche, Eintauchen in Wasser, Massage und ähnliches, Atmungs- und Entspannungstechniken.
Ununterbrochene fetale Überwachung: Die dauernde Überwachung der kindlichen Herztöne wurde eingeführt, weil man sich davon erhoffte, dass mehr Informationen über die Herztätigkeit des Babys dem Geburtshelfer zeigen werden, welches Baby in Schwierigkeiten durch die Geburt geraten ist und per Kaiserschnitt geholt werden muss, bevor die Lage des Kindes noch schlechter wird. Aber viele Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die ununterbrochene fetale Überwachung, in als risikoarm eingestuften Geburten, nicht zu gesünderen Babys führt, sondern die Wahrscheinlichkeit einer Kaiserschnittgeburt verdoppelt. Es macht außerdem die Geburt zu einer high tech Angelegenheit. Die Beweglichkeit der Frau wird erschwert und lenkt die Aufmerksamkeit der Geburtsbegleiter weg von der Gebärenden, hin zu einer Maschine, bzw zu einem Papierstreifen.
In vielen Geburten ist das Abhören der Herztöne in bestimmten Abständen, genauso sicher für das Baby und sicherer für die Mutter. Zudem ist es viel weniger störend.
Beschleunigen der Geburt mit Wehenmitteln: Eine schnellere Geburt zu haben, hört sich vielleicht gut an, aber schneller ist nicht unbedingt leichter oder sicherer. Das gilt besonders bei dem Einsatz von einem Wehenbeschleuniger wie dem künstlichen Oxytozin. Dieses wird meist über einen intravenösen Zugang gegeben. Die Wehen werden dadurch meist länger, stärker und häufiger. Dadurch werden sie auch schwerer verarbeitbar für das Baby, vielleicht sind sie dann tatsächlich zu anstrengend für das Baby. Deshalb muss nun, ab der Gabe des Wehenmittels, das Baby ununterbrochen überwacht werden. Auch für die Mutter werden die Wehen nun anstrengender und manchmal so stark, dass die Schmerzen zu groß werden. Gleichzeitig ist sie nun eingeschränkt in ihrer Beweglichkeit. Oft verlangt sie jetzt nach Schmerzmitteln, nach einer PDA.
Sprengen der Fruchtblase: Das Sprengen der Fruchtblase ist eine andere Möglichkeit die Geburt zu beschleunigen. Normalerweise platzt die Fruchtblase von alleine, irgendwann während der Geburt, häufig zu Beginn der “aktiven Phase”. Bis dann mildert das Fruchtwasser die Wirkungen der Wehen auf das Baby und der Nabelschnur etwas ab. Die geschlossene Fruchtblase verhindert außerdem, dass Keime ins Fruchtwasser eindringen können und macht des dem Baby evtl. leichter, sich in die richtige Position einzustellen. Diese Vorteile gibt es bei geöffneter Fruchtblase nicht mehr. Für viele Mütter werden die Wehen nach Öffnung der Fruchtblase schmerzhafter.
Viele Geburtshelfer glauben, dass die Geburten dadurch schneller verlaufen und sie damit die Wahrscheinlichkeit auf eine natürliche Geburt erhöhen. Untersuchungen zeigen jedoch eher, dass die Beschleunigung nur minimal ist. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass die Kaisserschnittrate durch Sprengung der Fruchtblase tatsächlich erhöht wird.
Dammschnitt: Ein Dammschnitt wird durchgeführt, um den Ausgang der Vagina künstlich zu vergrößern. Früher wurde in allen Kliniken routinemäßig geschnitten, im falschen Glauben darauf, dass ein Dammschnitt im Vergleich zu Rissen leichter heilt. Heute ist der Dammschnitt seltener geworden, wird aber immer noch zu häufig angewandt. Ein Dammschnitt heilt in der Regel schlechter als ein Riss und ist länger schmerzhaft. Beide verletzten die Muskeln im Damm und können später Probleme mit dem Beckenboden (Inkontinenz, Prolaps) begünstigen.
Aber, nicht alle Frauen reißen. Ein Dammschnitt bedeutet für diese eine zusätzliche, völlig unnötige Wunde.
WAS TUN?
Informiere dich noch mehr über diese Eingriffe. Überlege dir, in welchen Situationen sie für dich nicht in Frage kommen und in welchen du sie für notwendig hältst. Sprich dann diese Interventionen bei einem Gespräch mit deinen Geburtshelfern vor der Geburt an. Ihre Antwort zeigt dann, ob du dich von ihnen, in deinem Wunsch nach einer natürlichen Geburt, unterstützt fühlen kannst. Sie kann aber auch zeigen, dass sie eine ganz andere Haltung als du zu den Interventionen haben und du nach einem anderen Team/Klinik suchen musst.
Übersetzt aus :
http://injoyvideos.com/mothersadvocate/pdf/healthybirth_booklet.pdf
Der Geburtsort beeinflusst die Geburt
02 Sep 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt Schlagworte: Geburtstrauma, Geburtsverletzung, Geburtszentren, Hausgeburt, Kaiserschnitt, natürliche Geburt
Beim Übersetzten des Artikels von Nummer III der “Six healthy Birth Practices” von Lamaze ist mir aufgefallen, dass darin überhaupt nicht auf den Geburtsort eingegangen wurde.
Meiner Meinung ist es jedoch auch wichtig, dass die Frau dort gebären kann, wo sie sich sicher und wohl fühlt. Hier in Deutschland gibt es vielerorts die Auswahlmöglichkeit zwischen zu Hause, Geburtshaus und Krankenhaus. In Großstädten kann man sogar zwischen verschiedenen Krankenhäusern, Geburtszentren und Hausgeburtshebammen wählen.
Zu der Frage, ob der Geburtsort noch einen weiteren Einfluss hat, lassen sich eine Reihe von Studien heranziehen. Aber erstmal möchte ich Studien zur Sicherheit außerklinischer Geburten vorstellen. Die deutschen Studien der letzten Jahre haben eindeutig gezeigt, dass die Sterblichkeit von Mutter und Kind sich nicht nach Geburtsort unterschiedet. Und zwar unter der Voraussetzung, dass es sich bei den Hausgeburten um geplante, von Hebammen begleitete Geburten ohne vorher ersichtliches Risiko handelte.
Einige Studien hierzu findet ihr hier:
http://www.quag.de/content/publikationen.htm
Ein weiteres Ergebnis dieser deutschen und auch vieler internationalen Studien ist, dass die Anzahl der Geburtsverletzungen (Riss- oder Schnittverletzungen, vaginale Operationen, Kaiserschnitte) von Frauen in den Kliniken um einiges höher war, ebenso erhöht waren die durchgeführten medizinischen Eingriffe an den Neugeborenen in den Kliniken (Wiederbelebungen, Sauerstoff in den ersten 24 Stunden). Alles Situationen die ein Trauma hervorrufen können. Dazu möchte ich noch anmerken, dass bei all diesen Studien ähnliche Risikogruppen der Gebärenden herangezogen wurden, d.h. von vorneherein als Risikogeburten eingeschätzte Geburten in Kliniken wurden nicht in die Studien aufgenommen. Ein Beitrag dazu zum Nachlesen im Deutschen Ärzteblatt :
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37926/Geplante_Hausgeburt_so_sicher_wie_Entbindung_in_der_Klinik.htm
Aus dieser Reihe von Studien kann man schließen, dass die Wahl des Geburtsortes doch einen großen Einfluss auf den Geburtsverlauf und auf das Geburtserlebnis hat. Eine natürliche Geburt wird man wohl eher außerklinisch erleben.
Eine Zahl möchte ich hierzu noch angeben. 2008 lag die Kaiserschnittrate bei geplanten Hausgeburten (natürlich nach Verlegung) im bundesweiten Durchschnitt bei 8,6%. Bei 6% aller Geburten handelte sich dabei um einen Sekundären Kaiserschnitt, d.h. die Frau hatte zuvor schon einen Kaiserschnitt. Die bundesweite Kaiserschnittrate lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 2008 bei 30,2%,. Damit hat sich seit 1991, dem Beginn der statistischen Erhebungen auf bundeseinheitlicher Rechtsgrundlage, der Anteil der Kaiserschnittentbindungen fast verdoppelt. Die Rate der Schnittentbindungen lag damals bei 15,3%.
Interessant finde ich auch den Ländervergleich. 2008 wurden im Saarland anteilig die meisten Kaiserschnittentbindungen (36,8%) vorgenommen, gefolgt von Bremen (33,0%) und Hessen (32,9%). In Sachsen wurde dagegen nur bei etwa jeder fünften Entbindung (21,7%) ein Kaiserschnitt durchgeführt. Allerdings beinhalten diese Zahlen des Statistischen Bundesamtes alle Geburten, auch Risikogeburten.
Die Anzahl der Schnittentbindungen variiert nicht nur im Ländervergleich, sondern auch von Klinik zu Klinik, von Geburtshelfer zu Geburtshelfer. Hier hilft nur persönliches Nachfragen oder Internetsuche. Manchmal gibt es eindeutige Hinweise auf persönliche Einstellungen hinsichtlich natürlicher Geburt versus Schnittentbindung, in Veröffentlichungen einzelner Ärzte.
Wunschgeburt natürliche Geburt – I. Zu ihrer eigenen Zeit beginnen lassen
23 Aug 2010 2 Kommentare
in Geburt Schlagworte: Cervix, Einleitung, Fruchtblase, Geburt, manuelle Einleitung, Muttermund, natürliche Geburt, Schmerzen, Wehen
Oft sind die letzten Tage und Wochen der Schwangerschaft für werdende Mütter körperlich und emotional sehr anstrengend. Sie fühlen sich nicht mehr wohl, die Beschwerden nehmen zu, ebenso der Wunsch, endlich das Baby im Arm halten zu können. Manchmal tauchen auch kleine Problem auf, Ängste erwachen und es entsteht der Druck, die Wehen mit einer Einleitung beginnen zu lassen, obwohl noch gefahrlos abgewartet werden könnte.
In dieser Situation ist es wichtig daran zu denken, dass eine Einleitung den Körper der Frau und das Baby zur Geburt zwingt, bevor diese dazu bereit sind. Deshalb kann eine Einleitung mehr Zeit brauchen, manchmal einen ganzen Tag, manchmal länger und es kann auch passieren, dass sie überhaupt nicht funktioniert. Und es kommt zum Kaiserschnitt bevor Wehen eingesetzt haben.
Warum ist es meist einfacher und sicherer, wenn die Geburt von alleine beginnt?
- Die Medikamente, die für die Einleitung verwendet werden, können bewirken dass die Wehen stärker sind, länger andauern und häufiger auftreten als natürliche Kontraktionen und damit sind sie für die Mutter schmerzhafter und ermüdenter.
- Diese stärkeren und längeren Kontraktionen können auch dem Baby mehr zu schaffen machen, als natürliche Wehen. Dies macht sich dann durch schlechtere Herztönen des Babys bemerkbar.
- Bei einer Einleitung muss ein intravenöser Zugang gelegt werden. Wegen der möglichen stärkeren Belastung des Babys muss auch das Baby ständig elektronisch überwacht werden. Für die Schwangere bedeutet dies, dass sie nun in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist.
- Wenn die Geburt von alleine, ohne Einleitung beginnt, kann die Gebärende sicher sein, dass ihr Baby dazu bereit ist und ihr Körper richtig arbeitet.
Forschungsergebnisse aus den letzten Jahren dokumentieren steigende Probleme durch Einleitungen:
Eine Einleitung erhöht das Risko für
- eine vaginal operative Geburt (Zange, Saugglocke)
- die Notwendigkeit von Schmerzmitteln
- Kaiserschnitt
- Babys mit geringem Geburtsgewicht
- Verlegung des Babys auf die Intensivstation
- einen längereren Krankenhausaufenthalt
Wann kann eine Einleitung sicherer sein als abwarten?
- Die Fruchtblase ist geplatzt und nach einer Wartezeit (12-24Std) haben sich keine Wehen eingestellt. (Eigene Anmerkung: Vaginale Untersuchungen, besonders mit Eipollösung können das Platzen der Fruchtblase verursachen, siehe vorangegangenen Blogartikel)
- Deine Schwangerschaft dauert schon länger als vollendete 42 Wochen.
- Dein Blutdruck ist schwangerschaftsbedingt sehr hoch.
- Du hast ein Gesundheitsproblem, dass dein Baby gefährdet.
- Du hast eine Infektion in deiner Gebärmutter.
- Dein Baby wächst nicht ausreichend
Wann ist keine Einleitung notwendig
- Du und dein Baby sind gesund, aber es wird angenommen, dein Baby ist groß.
- Du hast wenig Fruchtwasser aber deinem Baby und dir geht es gut.
- Du hast dir selbst einen Termin gesetzt.
Welche Fragen an deine Ärztin, deinen Arzt können dir bei der Entscheidung helfen?
- Warum empfehlen sie mir eine Einleitung?
- Wie hoch ist das Risiko für mein Baby/für mich wenn ich noch abwarte? Wie lange kann ich noch abwarten?
- Gibt es Studien dazu, die bestätigen, dass eine Einleitung in meiner Situation sicher ist und das gesundheitliche Risiko für mein Baby, für mich senkt?
- Können wir erst natürliche Methoden versuchen?
- Wie wahrscheinlich ist es, dass die Einleitung erfolgreich sein wird? Wie “reif” ist mein Muttermund? (Ein unreifer Muttermund ist oft ein Zeichen dafür, dass die Einleitung nicht funktioniert)?
Die Wunschgeburt – natürlich soll sie sein
20 Aug 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Geburt Schlagworte: Kaiserschnitt, natürliche Geburt, Schmerzmittel
Soll man das denn überhaupt, sich eine natürliche Geburt wünschen? Ist das nicht der Beginn kommender Probleme. Wenn man sich eine natürliche Geburt wünscht, es aber nicht klappt ist, ist dann die Enttäuschung nicht rießengroß. Ist es nicht besser, sich von vorne herein gar nicht so sehr darum zu kümmern? Ändern kann man an der Geburt sowieso nichts und wenn man dann Schmerzmittel und medizinische Hilfe braucht, es vielleicht zu einem Kaiserschnitt kommt, ist man dann jedenfalls nicht so enttäuscht.
Dies, oder ähnliches, habe ich immer wieder von verschiedenen Seiten gehört. Vor der Entscheidung -soll man alles einfachen laufen lassen, oder soll man versuchen das zu erreichen was man sich wünscht – steht man ständig im Leben. Und ich denke, bei so etwas wichtigem, wie bei einer Geburt, sollte man doch versuchen, ein gutes Ergebnis mit einem guten Erlebnis zu verbinden.
Geht das denn? Kann man als Gebärende die Geburt überhaupt beeinflussen? Nun, man hat wirklich nicht alle Fäden in der Hand, aber ganz ohne Einfluss ist man doch nicht. Schon die Wahl des betreuenden Arztes und/oder der Hebamme kann wichtig sein, gleiches gilt für das Krankenhaus. Außerdem hat unser Verhalten während und sogar vor der Geburt oft Folgen, die entweder förderlich für eine natürliche Geburt sind, oder eher die Wahrscheinlichkeit, eine medizinisch gemanagte Geburt zu erleben, erhöhen.
Lamaze International Inc. hat dazu eine ganz interessante Webpage mit 6 förderlichen Verhaltensweisen gestaltet:
http://www.lamaze.org/ExpectantParents/HealthyBirthVideos/tabid/792/Default.aspx
Da nicht alle gerne Englische Videos ansehen oder Englische Texte lesen, folgen hier in den nächsten Tagen Zusammenfassungen der einzelnen sechs Punkte in Deutsch.
