Die Bewegungsintensität steht Kopf!


Beim Schreiben des letzten Artikels fiel mir auf, wie vertauscht manchmal die Bewegungsintensität  in der Geburt ist . Schon zu  Beginn der Geburt wird versucht, die Wehen durch Bewegung zu verstärken. Wie häufig werden die schwangeren Frauen nach dem Eintreffen ins Krankenhaus zum Treppen laufen geschickt, um die seltsamerweise eingeschlummerten Wehen  wieder in Gang zu bringen. Oder man fährt wieder nach Hause und unternimmt  flotte Spaziergänge  etc, damit die Geburt doch endlich Fahrt aufnimmt. Im Krankenhaus fühlt man sich jedoch noch stärker unter Druck, die notwendige Wehenstätke zu erbringen, denn ansonsten droht das Wehenmittel. Da läuft man gerne noch ein bischen schneller.  Und oftmals reagieren die Wehen auch wie gewünscht auf die forcierte Bewegung.

Doch dauert die Geburt noch einige Zeit und sie wird in der Regel immer anstrengender und kräftezehrender.  Ist es denn dann wirklich sinnvoll, am Anfang viel Energie zu verbrauchen? Treten die ersten Wehen früh am Morgen auf, ist dies vielleicht kein Problem, da hat man (hoffentlich) ausreichen Energie tanken können. Ist es jedoch schon abends, wenn die Wehen beginnen, so ist es viel wichtiger Kraft zu tanken, Ruhe zu finden und noch eine Runde zu schlafen – ja das geht. Gelingt bestimmt nicht jeder Frau und nicht immer beginnen die Wehen mit größeren Abstand, aber einen Versuch ist es wert.  Selbst ein kurzes Nickerchen ist von Vorteil.

Die erste Phase einer Geburt verläuft zudem häufig stockend. Zeiten mit kräftigen Wehen in einem Abstand von unter 5 Minuten können sich mit langen Wehenpausen abwechseln. Das passt natürlich nicht ins „normale“ Bild. Immer noch fahren in Filmen die werdenden Väter die werdende Mutter mit quietschenden Reifen ins Krankenhaus, nur Sekunden nachdem letztere gestöhnt hat: Ich glaub´, es geht los“.  Und so läuft man Treppen rauf und runter, um der Vorstellung einer geradlinigen „rasenden“ Geburt gerecht zu werden. Und dann geht einem zum Ende die Puste aus, zum Bewegen fehlt die Kraft, man möchte nur noch liegen. Wehenmittel und anderes sollen dann das glückliche Ende schneller herbei führen.

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