Ist ein Kaiserschnitt sicherer?


Wunschkaiserschnitte sind es nicht!

Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der WHO (World Health Organisation).  Im Vergleich zu vaginalen Geburten, sind Wunschkaiserschnitte für das Baby und für die Mütter, mit mehr Risiko verbunden.

Dass Kaiserschnitte für die Mütter sowieso gefährlicher sind, trotz Bezeichnungen wie „sanfter Kaiserschnitt“, ist schon lange bekannt. Aber viele Frauen gehen davon aus, dass es für die Babys sicherer ist, wenn sie sich freiwillig unters Messer legen. Das erhöhte Risiko für sich, nehmen sie dann gerne in Kauf. Es gibt auch eine Reihe Ärzten, die immer wieder verlauten lassen, der Kaiserschnittentbindung gehöre die Zukunft, da sie für das Kind besser sei.

Nun wurde im medizinischen Journal „The Lancet“ ein  neuer Report aus der laufenden, langjährig angelegten, asiatischen Studie  der WHO veröffentlicht. In diesem Report kamen die Forscher zum Ergebnis, dass  – in entwickelten Ländern, wie z. B. in Japan und auch in unterentwickelten Ländern  –  Kaiserschnitte nur dann die größeren Risiken für Mutter und Baby  reduzieren, wenn sie medizinisch notwendig waren. Wunschkaiserschnitte führten für beide zu erhöhten Risiken:

  • Tod des Kindes
  • Verlegung auf Intensivstation
  • Tod der Mutter
  • Bluttransfusion
  • Entfernung der Gebärmutter
  • Abbindung der inneren Beckenarterie

Dieses Studienergebniss steht nicht allein, eine weitere große Studie kam zu folgendem Ergebnis:“ Hohe Kaiserschnittraten bedeuten nicht unbedingt bessere Versorgung in der Geburt, sondern sind mit erhöhten Schädigungen verbunden„, eine Reihe dieser bekannten möglichen Schädigungen sind:

höhere Risiken für das Baby

  • Atemproblem (Transient Tachypnea)
  • Schnittverletzungen
  • spätere Allergieneigung
  • Ernährung mit künstlicher Säuglingsnahrung (Höhere Neigung zu Infekten und Krebserkrankungen, Fettleibigkeit, Diabetes)

Höhere Risiken für die Mutter

  • Entzündung und Infektion der Inneren Membran der Gebärmutter (Endometritis)
  • Stärkerer Blutverlust
  • Reaktionen auf die Betäubung (Kopfschmerzen, Allergien, Lähmungserscheinungen)
  • Wundinfektion
  • Blutgerinnsel (Thrombus, kann zu Embolie führen)
  • Operationsverletzungen
  • Größere Risiken für spätere Schwangerschaften und Geburten (Einnistungsprobleme, Plancenta praevia, Placenta accreata, Gebärmutterriss)
  • Probleme lange nach der OP (schmerzhafte Verwachsungen im Bauchraum, Endometriose)
  • insgesamt längere Erholungszeit nach der OP

Besonders häufig werden in China Wunschkaiserschnitte durchgeführt. Dort werden 11,7% aller Kinder auf Wunsch der Mutter per Schnittentbindung geholt. In Deutschland geht man von einer viel geringeren Rate, von ca. 2% aus. Wunschkaiserschnitte belasten nicht nur die Gesundheit von Mutter und Kind, sondern natürlich auch die Gesellschaft in Form von Kosten für die OP selbst und die Behebung ihrer möglichen Folgeerkrankungen.

Sollten Wunschkaiserschnitte denn nicht verboten werden? Ich denke nicht. Die Vorstellung, dass eine Frau, vor lauter Angst vor der Gefährlichkeit und der Schmerzen einer Geburt, schon in der Schwangerschaft innerlich versteinert, ist  auch keine vernünftige Alternative.  Die übersteigerte Angst ist auch kein Wunder. Die Medien sind voller Berichte und Bilder gefährlicher  Schwangerschaften und Geburten. Ein anderes Bild, abseits von Sensationen wäre wünschenswert. Ebenso notwendig ist eine Aufklärung und eine vernünftige Betreuung der schwangeren Frauen. Ärzte und Hebammen  können nicht einfach so tun, als ob es völlig egal ist, welche Entbindung die Entbindungsform der Zukunft ist- der Wunschkaiserschnitt sollte es nicht sein.

Ein  Buch, das ich  zum Thema Kaiserschnitt gerne empfehle, ist: „Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht

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  2. Trackback: Kaiserschnitt und Komplikationen – ein Blick in die Zukunft « Birthtimedoula's Blog

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