Tipps zur Milchbildung – Soll ich schon in der Schwangerschaft Milchbildungstee trinken?


Das ist absolut nicht nötig. Und Milchbildungstee ist auch nicht notwendig um Stillen zu können. Dafür sind ganz andere Sachen wichtig. Zum Beispiel arbeitet die Milchbildung nach dem Prinzip, die Nachfrage bestimmt das Angebot. D.h., umso häufiger angelegt und die Brust vom Baby geleert wird, umso mehr Milch wird die Brust bilden können. Und diese Regel funktioniert auch umgekehrt. Selteneres Anlegen, oder die Brust wird selten geleert, bedeutet, dass die Milchproduktion von der Brust reduziert wird. Dabei regeln sich die Brüste relativ unabhängig von einander. Deshalb ist es auch möglich nur mit einer Brust zu stillen.
Was soll frau also tun, um die Milchproduktion zu steigern?

Mehr Milch, bitte!

Das wichtigste:

Das Baby muss gut angelegt sein und gut trinken können. Erschwert ihm die Art und Weise, wie es angelegt ist, das Trinken, dann kann es, unter Umständen, Stunden an der Brust verbringen, ohne richtig satt zu werden. Schläfrigen Babys kann mit Druckmassage der Brust  geholfen werden (Druck auf die Außenbereiche der Brust immer dann, wenn das Baby gerade aktiv saugt. Macht das Baby eine Trinkpause, dann nicht mehr drücken).
Häufiger Stillen – Stillen nach Bedarf, nicht nach Zeitplan. Lieber öfters kürzer anlegen, als selten aber lang.
Wenn das Baby das Interesse an der einen Brust verliert, mit Handkompression sicherstellen,
dass die Brust besser geleert wird, danach Seite wechseln, dies im mehrmaligen Wechsel.

Das hilft zusätzlich

viel Kontakt mit dem Baby, wenn möglich Haut an Haut
Entspannte innnere und äußere  Haltung (kein Stress, Ruhe, bequeme angenehme Umgebung, Zeit, angenehme Gedanken, sich vom Partner unterstützt fühlen und sein) – ich weiß, das ist wahrscheinlich das schwerste von allen Punkten.
Vor dem Stillen:  Brustmassage und Wärmen der Brust
Der BH darf nicht zu eng sein
Zusätzlich  Milchbildungstee trinken, dieser kann aber obige Punkte nicht ersetzen!!!!

Die handelsüblichen Tees haben als Zutaten meist Fenchel, Anis, Kümmel und evtl. noch  Zitronenverbene.  Bockshornklee (= Schabziegerklee) ist nur selten beigemischt, wäre aber auch nicht schlecht. Diese Teemischung kann man gut selber mischen  und nach Bedarf zermörsern und überbrühen. Bitte keine Unmengen davon trinken, maximal 1 Liter pro Tag, manche Quellen empfehlen nur 3 Tassen pro Tag und zwar zum Stillen, nicht direkt vor dem Stillen.

Natürlich kann man diese Kräuter auch im Essen verwenden (z. B. einfach Bockhornklee in die Suchmaschine eingeben, Liebhaberinnen orientalischer Küche werden viel Leckeres finden).

Weitere Pflanzen denen man noch  Milchbildungskräfte nachsagt, sind: Allgemein Getreide (Hafer, Gerste, Weizen), Alfalfa, Mariendistel (Cnicus benedictus)

Nicht vergessen:

Außerdem daran denken, dass viele Babys am späten Nachmittag ganz oft an die Brust wollen. Dieses ist normal und dient dazu, einen längeren Nachtschlaf zu sichern (= sogenanntes Clusterfeeding).

Oft wollen die Kleinen an die Brust, weil sie das gerne haben, nicht nur, weil sie Hunger haben.

Die Milchmenge passt sich im Verlauf der Stillzeit immer besser an den Bedarf des Babys an. Bei vielen Müttern, bei denen am Anfang die Milch „überfließt“, hört dies nach einigen Wochen auf.

Die Brust ist niemals völlig leer

Die notwendige Bedarfssteigerung ist anfangs am größten. Nach ein paar Wochen verlangsamt sich das Wachstum des Babys und auch die Bedarfssteigerung nimmt ab. Wachstumsschübe sind jedoch immer wieder möglich (halten sich nicht unbedingt an in manchen Büchern angegebenen Wochen) und da haben die Kleinen natürlich auch mehr Hunger. Beim Stillen nach Bedarf passt sich die Brust in wenigen Tagen an.

Zu vermeiden

Früher wurden stillenden Frauen noch Sekt und Malzbier empfohlen. Inzwischen weiß man, dass Alkohol (der sowieso nicht gut für Babys ist, aber das weiß inzwischen bestimmt jeder) nicht bei der Milchbildung hilft, im Gegenteil, die Babys trinken dann weniger, sie mögen wohl den Geschmack nicht. Und Malzbier hat so viele Kalorien, dass sich das Frauen das nicht antun sollten, außer man hat Schwierigkeiten mit Untergewicht. Zu viel Malzbier lässt einen aufgehen wie Hefeteig.

Ebenfalls die Milchmenge reduzieren können Salbei und Minzen, v.a. Pfefferminze

Abträglich ist auch Stress.

Anmerkung

Dann gibt es noch die Milchbildungskugeln. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie hauptsächlich aus Getreide bestehen, kohlenhydratreich und fettreich (=viele Kalorien) sind und die extrem zuckerhaltigen käuflichen Snacks ersetzen sollen, die Mütter sich schnell schnappen, weil sie vom Heißhunger gepackt werden und keine Zeit mehr zum Kochen finden. Besser ist natürlich eine allgemeine gute Küche, Milchkugeln sind nur für den Notfall.

Helfen diese einfachen Hausmittelchen nicht, dann bitte unbedingt ein Treffen mit einer Stillberaterin vereinbaren.

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