Depressionen und Frühgeburten – Immer mehr Belege für einen bestehenden Zusammenhang


Walker Karraa Walker Karraa stellte am 21. April, 2011, in ihren Beitrag Depression and Preterm Birth: The Evidence Growsim Blog „Science and Sensibility“   eine neue schwedische Studie vor. Diese Studie kam zum Ergebnis, dass Frauen, die  von Depressions Symptome berichten, ein erhöhtes Risiko haben, eine Frühgeburt zu erleiden (Antenatal Depressive Symptoms and Preterm Birth: A Prospective Study of a Swedish National Sample). Ich möchte im Folgende, das Wichtigste dieses Artikels vorstellen.

Frühgeburtlichkeit ist  die Hauptursache für Tod und Krankheit Neugeborener und macht 5-13% aller Geburten aus (in Deutschland waren es 9% in 2009). 70% aller Frühgeburten beginnen mit vorzeitigen Wehen und vorzeitigen Blasensprung. Bei Diagnose und Behandlung der Frühgeburten bringt die  Forschung laufend Verbesserung aber ihre wahre Ursache ist noch nicht richtig geklärt. Es ist bekannt, dass rauchende und „ältere“ Mütter ein erhöhtes Risiko haben, nun mehren sich die Belege, dass dies auch für depressive Mütter gilt.  

Die Studie:

Mit Hilfe des  schwedische Geburtsregisters wurden Daten für  2904 Schwangere von ihrem ersten Besuch beim Frauenarzt an, bis zur Geburt  erhoben. Die Teilnahme an der Studie war freiwillig. 

Frühgeburtlichkeit wurde bei einer Geburt vor der 37. Woche attestiert. Die Symptome für Depression, als Vorhersageinstrument, wurden anhand der Edinburgh Post-natal Depressions Skala (EPDS)  bestimmt.

Zusammenfassung:

Besonders überraschend war, dass sogar moderate Depressionsanzeichen das Frühgeburtsrisiko signifikant erhöhten. Und dass dieses Risiko für jüngere Frauen (bis 25) sogar verdreifacht war.  Ein Zusammenhang zwischen Depression und Entzündungszeichen, und dem Hypercortisolismus wurde ebenso deutlich. Dieser wird wahrscheinlich in der Zukunft weitere Erkenntnisse zur Entstehung von Frühgeburten und über die Rolle von Depression/Angst in der Fortpflanzung bringen.

Bisher wird alles mögliche körperliche untersucht. Aus dem größten Teil der Schwangerschaften werden Risikoschwangerschaften gemacht. Aus Vorsorge wurde für die Schwangeren vor allem SORGE. Ein Test jagt den anderen  und die Zahlen bezüglich Krankheiten und Sterblichkeit geben diesem Vorgehen wohl Recht. Aber vergessen wir nicht die Gefühle der  Schwangeren und die Auswirkung des Gefühlsleben der Mutter auf das werdende Leben? Welche Schwangere ist denn noch einfach guter Hoffnung? Wird denn in der ärztlichen Schwangerschaftsvorsorge ausreichend auf Depressionen geachtet und eingegangen? Erwartet nicht das ganze Umfeld glückliche Schwangere? Und wenn es anders ist, will man es oft nicht hören oder wahr haben.

4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. David von Schewski
    Mai 03, 2011 @ 10:47:29

    Sehr interessante Studie, schon deshalb, weil ich den Umkehrschluss bisher schon einige Male gehört habe. Also das Menschen, die zu früh auf die Welt kamen, als Frühgeburt also, vermehrt dazu neigen im späteren Leben depressive Tendenzen zu entwickeln. Offenbar, weil gerade die letzten Wochen im Mutterbauch von erhöhter Wichtigkeit für die seelsiche Bindung sind.

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  2. birthtimedoula
    Mai 04, 2011 @ 09:27:53

    Hallo David,
    das ist gut möglich. Vieles, was früher rein mit der Genetik erklärt wurde (hier z. B. die Häufung von Depressionen in einer Familie, aber auch die Neigung zu Diabetes) könnte sich aus der Epigenetik, aus den Einflüssen der Bedingungen der Umwelt im Mutterleib oder um die Geburt herum, auf die physische und psychische Entwicklung des Menschen, herleiten. Eine ganze Reihe jüngster Studien kommt zu einer entsprechenden These.

    Antworten

  3. David von Schewski
    Mai 04, 2011 @ 15:54:17

    Das interessiert mich näher. Haben Sie zufällig einen Hinweis, wo ich deratige Studien finde bzw sogar Links? „Epigenetik“ – wieder was gelernt, Danke!

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