Führen Babygläschen zur Mangelernährung?


Nach einer britschen Studie (University of Greenwich School of Science) führt eine Babyernährung, die beim Zufüttern auf Babygläschen zurückgreift, evtl. zur mangelhaften Versorgung an Mikronährstoffen. Erschienen ist der Bericht im  Food Chemistry Journal, die Zusammenfassung könnt ihr hier lesen, bzw den vollständigen Artikel erwerben.

Untersucht wurde der Gehalt an Mikronährstoffen von 8 verschiedenen Sorten Babygläschen unterschiedlicher Hersteller. Leider wurde nicht angeben um welche es sich genau handelte, sondern nur, dass es 4 Gläschen mit Fleisch und 4 mit Gemüse waren, ein Produkt enthielt auch Nudeln.

Das Ergebnis war ernüchternd. Es zeigte sich, dass ein Baby, das zusätzlich zu 600ml Fläschchenmilch ein Gläschen mit Fleisch und eines mit Gemüse zu sich nimmt, nicht genug Calzium, Magnesium, Kupfer, Zink, Eisen und Selen bekommt. Im Durchschnitt würden die empfohlenden Tagesmengen zu 20% unterschritten. 

Ich bin recht entsetzt darüber. Viele Mütter greifen zu diesen Produkten nicht nur, weil es bequemer ist, als selbst zu kochen, sondern, weil sie glauben, damit  für ihr Kind das Beste zu tun und ernährungsmäßig auf der sicheren Seite zu sein. Die Hersteller der Babygläschen werben sehr mit diesem Pfund und sind eben doch nicht anders, als andere Lebensmittelhersteller. Es geht ihnen um den Gewinn und nicht um die Gesundheit unserer Kinder.  Handelt es sich nur um englische Hersteller und die deutschen sind natürlich besser? Leider fehlt die Angabe, um welche Hersteller es sich handelte, aber es könnten  auch welche von  Bebivita oder  Hipp oder Alete oder ….. unter den analysierten Gläschen gewesen sein, denn die meisten sind europaweit im Angebot.

Also, Selbstkochen bitte!

Das Idealbild vom perfekten Kinderhaben macht Angst


Das Rheingold Institut, das sich der qualitativ-psychologischen Wirkungsforschung verschrieben hat, erstellte im Auftrag von Milupa, eine Studie zum Thema Kinder und Kinderkriegen in Deutschland. Veröffentlicht wurde die Untersuchung unter dem Titel „die deutsche Angst vorm Kinderkriegen“ schon Ende 2010, aber an den  Ergebnissen zu den Hintergründen, die zu dieser Angst führen, hat sich noch nichts geändert. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass die Ansprüche an die perfekte Frau und Mutter noch weiter zunehmen, und deshalb möchte ich gerne  auf die Studie aufmerksam machen: Das aktuelle Mütterideal  treibt den Perfektionszwang auf die Spitze und die Frauen in die Verzweiflung. Der Wunsch nach größtmöglicher Gelassenheit verdeckt im Alltag große Unsicherheiten und Ängste.

Hier könnt ihr die Studie nachlesen: „die deutsche Angst vorm Kinderkriegen“

Vera King und Katarina Busch haben einen interessanten Artikel über die fehlende Zeit in Familien und die Ansprüche an die perfekten Mütter (Kinder, Väter) geschrieben. Nicht einfach zu lesen, aber hier zu finden: Widersprüchliche Zeiten des Aufwachsens – Fürsorge, Zeitnot und Optimierungsstreben in Familien. Erschienen ist der Artikel im Diskurs Kinder- und Jugendforschung Heft 1-2012, online veröffentlicht von ErzieherIn.de.

Füttern nach der Uhr macht Babys dümmer


Es ist ja schon ein lang andauernder Streit in wie weit das Stillen die Kinder bei der Entwicklung ihrer Intelligenz fördert. Nun kommt noch eine weitere Dimension dazu, und zwar das Füttern nach Bedarf versus Füttern nach der Uhr. Viele neue Bücher über Babys propagieren das Stillen nach Bedarf, aber es gibt noch eine Reihe anderer, v.a. älterer, in denen noch sehr stark das Stillen oder Füttern nach der Uhr vertreten wird. Auch fragen noch viele Kinderärzte, ob denn das Baby schon einen  richtigen Stillrythmus entwickelt hätte und mahnen  nachsichtige Mütter, die ihre Babys nach Bedarf zu Trinken geben, zu mehr Konsequenz und Zeitplanung beim Füttern.

Maria Iacovou und Almudena Sevilla aus England untersuchten den Effekt den einerseits Füttern nach Bedarf und andererseits Füttern nach Plan (Uhr) der Babys auf das Wohlgefühl der Mütter und die geistige Entwicklung der Kinder haben.

Die Studie mit dem Titel „infant feeding: the effects of scheduled vs. on-demand feeding on mothers´wellbieing and childrens´scognitive development“ ist im Eurpean  Journal for Public Health (March 14,  2012) erschienen.

Kurze übersetze Zusammenfassung:

Datenerhebung:  Es wurden die Daten von 10 419 Kinder der Avon Longitudinal Study of Parents and Children ausgewertet. Es handelt sich dabei um eine Kohorten Studie von Kindern, die in den 1990igern  in Bristol, UK, geboren worden waren. Als die Babys 4 Wochen alt waren, war erhoben worden, ob sie entweder nach Zeitplan oder nach Bedarf gestillt/mit der Flasche gefüttert worden waren. Im Alter zwischen 8 Wochen und 33 Monaten wurden Daten zum Wohlergehen der Mütter (Schlaf, Gefühl der Kompetenz und Depression) erhoben. Der Grad der geistigen Entwicklung der Kinder wurde im Alter von  5, 7, 11 und 14 Jahren durch Standardtests festgestellt, ein iQ -Test erfolgte im Alter von 8 Jahren.

Ergebnisse: Die Mütter die nach Zeitplan gefüttert hatten, schnitten bei den Tests zum Wohlergehen besser ab, außer im Punkt Depression. Ihre Kinder schnitten jedoch bei den Test zu den akademischen Fähigkeiten schlechter ab, als Babys die nach Bedarf gefüttert worden waren (17%  Standard Abweichung unter den nach Bedarf gefütterten Kindern in den Standardtests bei allen Altersstufen und   4 Punkte weniger im  IQ-Test).

Ich möchte noch hinzufügen, dass Stillen oder Füttern nach Bedarf in den 90igern des letzen Jahrhunderts etwas war, das Mütter meistens noch mit schlechtem Gewissen gemacht haben. Ich denke, in England war das nicht viel anders, als hier bei uns. Deshalb wundert mich das Ergebnis zur mütterlichen Kompetenz nicht wirklich. Die Autoren schreiben selber, dass viele Mütter, vor allem junge, ihre Babys nach Bedarf gestillt haben, weil sie es nicht geschafft hatten, einen Zeitplan gegen ihre Babys durchzusetzen und nicht, weil sie davon prinzipiell überzeugt waren. Sie empfanden sich deshalb oft als nicht so kompetent wie Mütter, die die allgemein empfohlene Regelhaftigkeit beim Füttern einhielten.


Mamas Stimme kann die Gesundheit Frühgeborener verbessern


Die Frühgeborenen Stationen der Krankenhäuser stecken  voller lebensrettender Technik und Geräte, heute überleben viele der früh geborenen Babys, aber die Klinikumgebung ist doch sehr verschieden von der Gebärmutter, der natürlichen Umwelt des Babys, in dem normalerweise die Entwicklung erfolgt.
In einer neuen, leider sehr kleinen,  Studie von Amir Lahav, dem Direktor des Neonatal Research Lab  in Brigham und  des Women´s Hositals, wurde der Effekt untersucht, den die mütterliche Stimme auf die Gesundheit  frühgeborener Kinder hat.   Online veröffentlicht wurden die Ergebnisse am 2. Februar 2012  im Journal for Maternal-Fetal  and Neonatal Medicine mit dem Titel: „Exposure to biological maternal sounds improves cardiorespiratory regulation in extremely preterm infants“.
Beobachtet und aufgezeichnet wurden Störungen der Atem- und Herztätigkeit von 14 Frühgeborenen, die zwischen der 26-32 Woche geboren waren. Frühgeborene erleiden solche Störungen relativ häufig, denn ihr autonomes Nervensystem ist noch nicht ausgereift und die Fähigkeit zur Selbstregulation ist ebenfalls begrenzt. In der Studie wurde den Babys  4 mal in 24 Stunden für eine bestimmte Zeit, über ein Soundsystem, die jeweilige Stimme der richtigen Mutter und ihr Herzschlag vorgespielt. In der restlichen Zeit waren sie den normalen Geräuschen der Intensivstation ausgesetzt.

 Bei der Auswertung wurde deutlich, dass die Anzahl der Störungen mit der Zunahme des Alters abnahm. Im Vergleich der Anzahl der Störungen unter Einfluss von Muttergeräuschen und Geräuschen der Intensivstation zeigte sich, dass die Anzahl beim Hören von Stimme und Herzschlag der Mutter geringer war. Besonders sichtbar wurde dieser Effekt ab der 33. Woche.  Zu dieser Zeit funktionieren auch die für das Hören zuständigen Bereiche des Gehirns.

So kommen die Autoren der Studie zum Ergebnis, dass das Hören der Stimme der Mutter und ihren Herzschlag einen sofortigen positiven Effekt auf die physiologische Stabilität der Frühgeborenen in der Intensivstation hat. Natürlich sind weitere Untersuchungen notwendig.

Dass für eine gelungene Umgebung für Frühgeborene unbedingt auch die Eltern gehören, ist schon lange Thema. Einige wichtige Seiten im Netz dazu sind „Kangaroo Mother Care“ aus Südafrika oder die  deutsche Broschüre  „Bindung & Pflege von Frühgeborenen„, herausgegeben von der Europaen Foundation for the Care of Newborn Infants.

Stilltipps von der Uniklinik – Mythen, Esoterik und Halbwahrheiten


Ja, ich muss zugeben, ich hab mich geärgert, richtig geärgert und in einem richtigen Blog (10 Tipps für das Schreiben eines Blogs), soll man sich auch mal aufregen. Das ist eben mal heute dran.

Was ist passiert? Ich habe einen Flyer zu  „Ernährungsempfehlungen für die Zeit der Schwangerschaft und die Stillzeit“ einer Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, einer eigentlich renommierten Universitätsklinik, in die Hände bekommen. Beim Durchlesen hat es mir meine lackierten Fußnägel hochgerollt. Nun, was hat das Gefühl des Ärgers bei mir erzeugt? Lest selbst die allgemeinen Ernährungsempfehlungen:

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, also einfach der Reihe nach (vorsicht, teilweise ironisch).

Rundkornreis, weißer Reis, kein Langkornreis, kein Basmati, Jasmin oder sonstiger Reis und auf jeden Fall kein Vollkornreis? Warum? Mir fällt kein wirklich vernünftiger Grund ein, der gegen z. B. Basmatireis sprechen würde. Und ich habe auch noch nie von dem gefährlichen Vollkornreis gehört. Außer, dass ich persönlich manchmal den Geschmack von Vollkornreis als muffig empfinde (vielleicht war er schon alt gewesen) und deshalb geschälten Reis meist vorziehe.

Mit Hirse, Hafer, Dinkelgries habe ich kein Problem, doch frage ich mich hier, warum Gries bei Dinkel und keine Körner oder Mehl, kann Hafer auch geflockt werden, und was wäre, nur um der Vollstädigkeit wegen, gegen Gerste oder Kamuth einzuwenden – oh, jetzt hätte ich fast Amaranth, Mais, Weizen, Roggen, ….. und Emmer vergessen. Zudem, darf es bei diesen Getreidearten die Vollkornvariante sein, oder sollten diese auch geschält sein?

Getreidebreie – ähem, nochmal Getreide, oder soll das heißen, Getreide nur als Brei?

Stärkende Suppen und Brühen – ja, lecker und sinnvoll

Polenta – Ist das nicht Maisbrei, d.h. Getreidebrei? Sind denn Getreidebreie, = ganz viel Kohlenhydrate (und wenn geschält auch viel vitaminarme, sog. leere Kohlenhydrate) wirklich das A und O für die Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit? Ich glaube nicht!

Gemüse und Obst sollte gekocht oder gegart werden – hört sich für mich ein bischen chinesisch/tibetanisch an, ziemlich esoterisch jedenfalls. Auf Vitamin C soll dann also verzichtet werden?

Hochwertiges(!) Fleisch und Fisch – Ja, tierisches Eiweiß ist leicht verderblich, sollte  durchgegart werden und, wenn möglich, Bioware vorziehen (Lebensmittelskandale). Aber auch bei allen anderen Lebensmittel darauf achten, dass sie nicht verdorben sind oder minderwertig.

Natürliche Milchprodukte mit frischem Obst – Oh, also doch frisches Obst, aber nur mit Milchprodukten – oder, noch besser, natürliche Milchprodukte nur mit frischem Obst, sonst lieber unnatürliche Milchprodukte (vielleicht ist hier an Analogkäse zu denken?).- Quatsch!

Kompott sollte mit Honig gesüßt werden – nicht mit bösem Zucker. Nun, Zucker gehört leider wirklich nicht zur gesunden Ernährung, nicht nur wenn man stillt oder schwanger ist. Am besten darauf weitgehend verzichten und nur geziehlt einsetzen – Honig in großen Mengen ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Vor allem wenn man ihn kocht, also nur nachsüßen, nicht mitkochen. Beim Kompott aus süßen Früchten kann getrost auch auf Honig verzichtet werden. Vom Zwang, Kompott auf jeden Fall mit Honig zu süßen, halte ich gar nichts!

Pudding, Kuchen o. ä. sollte mit Vollrohrzucker gesüßt werden – Es gilt obiges. Vollkornzucker deshalb, weil er etwas mehr Vitamine und Mineralstoffe hat, als raffinierter Zucker, und irgendwoher müssen diese ja kommen, wenn ansonsten das Getreide geschält, Gemüse und Obst gekocht werden müssen.

warme Tees, kein Pfefferminz- oder Salbeitee – denn diese beiden können die Milchmenge ganz schön reduzieren. Das mit dem „warmen“ kommt wieder aus dem asiatisch-esoterischem Bereich. Aber natürlich sollte man nichts Kaltes trinken, wenn man es nicht mag oder fröstelt und nichts Heißes, weil man sich sonst den Mund verbrennt.

Ernähren sie sich abwechslungsreich und phantasievoll – ja, dem kann ich nur beipflichten, heute Maisgriesbrei, morgen Hirsebrei und übermorgen Haferbrei ….

Es folgt nun auf dem Flyer eine kleine Liste mit Lebensmitteln, vor denen gewarnt wird:

 Auch hier geht es wieder bunt querbeet. Der Verzicht auf einiges im Flyer angegebenes ist immer sinnvoll und besonders, wenn noch ein Baby mitisst (Alkohol, Nikotin, Drogen, Diäten, Stress, Zucker, Fertigprodukte), manches kann sinnvoll sein, z. B. wenn das Baby eine empfindliche Verdauung hat (blähende Speisen, Zwiebel), manches wird  in Maßen von  einigen Baby vertragen (Kaffee, Schwarztee), von anderen gar nicht. Die meisten haben gar kein Problem, wenn ihre Mama  saure Früchte oder ungeschältes Getreide schnabuliert.  Bei Knoblauch in der Nahrung trinken viele Babys sogar besser. Verträgt das Baby kein Kuhmilcheiweiß (kleinste Partikel gehen in die Muttermilch über), so muss die Mutter  ganz auf Milch und Milchprodukte verzichten.

Bei den Tipps zu Blähungen stach mir besonders der 2-fache Hinweis auf Milchzuckerunverträglichkeit mit notwendigem Abstillen ins Auge. Ich glaube, hier wurde vielleicht die gerade oben erwähnte Kuhmilcheiweißallergie mit einem Milchzucker/Laktase Ungleichgewicht verwechselt. Bei ersterem soll nicht abgestillt werden, sondern die Mutter muss auf jegliches aus Milch verzichten. Abstillen macht meist keinen Sinn, da die betroffenen Säuglinge auf die allermeisten Ersatznahrungen auch allergisch reagieren können. Bei der sog. „Unverträglichkeit gegen Milchzucker“ fehlt dem Baby meist nicht die zum Verdauen des Milchzuckers nötige Laktase, dies kommt nur sehr, sehr selten vor, meist handelt es sich um ein Ungleichgewicht. In diesen Fällen hat die Mutter sehr viel Milch und das Baby bekommt beim Trinken zu viel von der milchzuckerreichen Vordermilch und zu wenig von der milchzuckerärmeren, fettreicheren Hintermilch. Die vom Baby hergestellte Menge an Laktase-Enzym, reicht dann nicht aus, den gesamten Milchzucker (Laktose) abzubauen, es kommt zu Blähungen. Durch ein geeignetes Stillmanagement können Enzym und Milchzucker wieder in Balance kommen und ein Abstillen ist nicht notwendig. 

Und nun zum letzten Punkt, es fehlt an Muttermilch:

Warum, um alles auf der Welt, steht das Wichtigste am Schluss, nach Hühnersuppe und Eisverbot?

Wer hat nur diesen Flyer verbrochen?

Alternative: Birthtimedoulas Tipps zur Milchbildung

Stillen verbessert spätere Lungenfunktion


 Das gilt vor allem, wenn die Mutter Asthma hatte. Eine neue Studie aus der Schweiz und Großbritannien „Brestfeeding and lung function at scholl-age: does maternal asthma modify the effect?“ (= Stillen und Lungenfunktion im Schulalter: verändert mütterliches Asthma den Effekt?) kam zu diesem Ergebnis.

Untersucht wurden 1458 Kinder aus den britischen Leicestershire Cohort Studies von 1993 und 1997. Bei wiederholten Befragungen wurden  Daten zur Dauer des Stillens, zu Belastungen und  zu Symptomen bez. des Atmens  erhoben. Als die Kinder 12 Jahre alt geworden waren, wurden verschiedene  Tests zur Lungenfunktion durchgeführt.

In der gesamten Untersuchungsgruppe war die Lungenfunktion verbessert, wenn die Kinder gestillt worden waren. Zusätzlich konnte festgestellt werden, dass eine Verlängerung der  Stilldauer von 4-6 Monate auf über 6 Monate, sogar eine weitere Verbesserung der Lungenfunktion mit sich brachte.

Im Falle der Kinder von Müttern mit Asthma wurde zudem in  Spezialtests  (Funktionelle Residualkapazität (FRC)und Funktionelle Residualkapazität (FRC)) eine weitere Verbesserung durchs Stillen gefunden. Hatten die Mütter kein Asthma, so war bei diesen Tests kein Unterschied zwischen gestillten und ungestillten Kinder zu sehen.

Die Verbesserungen der Lungenfunktion blieb sogar signifikant, nachdem die Anzahl von Atemwegserkrankungen, das Auftreten von kindl. Asthma oder Atopie in der Studienauswertung „heraus gerechnet“ worden war. Und so folgerten die Forscher, dass das Stillen selbst  evtl. einen eigenen positiven Effekt auf das Lungenwachstum hat. Sie raten daher zum Stillen der Kinder.


Von der Empfängnis bis zur Geburt, visualisiert


Endlich gibt es, eingebettet in einen Vortrag, die medizinische Visualisierung  der menschlichen Entwicklung von der Empfängnis bis zur Geburt, von  Alexander Tsiaras, auch mit deutschen Untertiteln. Übersetzt wurde dieser Vortrag von  Karin Friedli und durchgesehen von  Alex Boos. Die Bilder, obwohl sie das Ergebnis eines technischen Prozesses sind, sind einfach zauberhaft und geben uns einen Einblick in die gleichzeitige Komplexität und Mystik des Lebens.

Menschenkinder – ein neues Buch von Herbert Renz-Polster


Als ob es nicht schon Erziehungsratgeber genug gibt, muss ich denn wirklich noch eines kaufen und hier vorstellen? Ja, unbedingt, das Vorgänger-Buch „Kinder verstehen“,  ist auf meinem Blog schon von Anfang an, in der Buchliste rechts, vertreten. Und nun folgt ein Neues: „Menschenkinder, Plädoyer für eine artgerechte Erziehung“, von Herbert Renz-Polster und wieder sehr gut lesbar (ich hab´s verschlungen)

Menschenkinder –  das Buch

Eigentlich ist es auch kein Erziehungsratgeber sondern bringt  für Eltern, die Thesen zu evolutionsbedingten Verhaltensweisen der Kinder aus dem voraus gegangenen Buch, auf den Punkt. Es ist ein interessanter Blick von wissenschaftlicher Seite aus auf unser elterliches tägliches Erziehungsverhalten, unsere Ziele und Maßnahmen, und auf das Tun und Lassen der Kinder. Renz-Polster geht den Fragen nach, was  Kultur und  was  Natur ist,  was den Kindern WIRKLICH gut tut, oder welchen „falschen“ Vorstellungen vom guten Kinderleben wir Eltern anhängen. Er entzaubert dabei so manche Erziehungsmoden von Erziehungsexperten. Als Beispiel möchte ich die Schlafproblematik, die so viele frisch gebackene Eltern betrifft,  kurz erwähnen:

Kleine Kinder haben  über die Jahrhunderttausende  gelernt, bei Ihren Eltern zu schlafen, denn nur dort waren sie sicher. Heutzutage (nur in den westlichen Kulturen und nur seit wenigen Generationen) bekommen die Eltern nun beigebracht, dass die Kinder schleunigst im eigenen Bett und im eigenen Zimmer zu schlafen. So schnell wie möglich „selbstständig“ zu sein, ist das überlebensgroße Ziel.  Doch nach Herbert Renz-Polster ist das nicht „artgerecht“. Kinder können das nicht können und wollen das auch nicht. Sie machen das nur, wenn sie dazu gezwungen werden, quasi abgerichtet werden.  Auch die quengeligen Babys, die lieber getragen werden wollen, sind einfach ihrer Natur aus so, Menschenbabys haben  immer ihre erste Lebenszeit in den Armen Größerer verbracht. Und das sagt uns auch unser  Instinkt, aber viele trauen sich nicht, weil wir schon bei den Kleinsten Angst vor dem Popanz VERWÖHNEN haben, etc.

Auf der  Webpage vom Buch Menschenkinder gibt es noch viel mehr dazu  zu lesen.

Sofortiges Abnabeln der Neugeborenen begünstigt späteren Eisenmangel


Schon wieder wurde eine Studie veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kommt, dass das sofortige Abnabeln nach der Geburt, für Babys langfristige Nachteile für die Entwicklung mit sich bringen kann. Hier der Titel der Studie, einfach anklicken, um sie zu lesen:

http://www.bmj.com/content/343/bmj.d7157

In einem schwedischen Krankenhaus wurden 400 Babys untersucht. Sie waren alle voll ausgetragen und die Schwangerschaften waren als risikoarm eingestuft worden. Nach dem Zufallsprinzip wurden die Babys in zwei Gruppen eingeteilt. Die einen wurden sofort nach der Geburt abgenabelt (≤10 Sekunden), die anderen erst  mindestens 180 Sekunden nach der Geburt.

4 Monate nach der Geburt wurde dann von allen der Hämoglobin- und  Eisenstatus ermittelt. Ebenfalls notiert worden waren, ob Fälle von Neugeborenenanämie, frühe Atemprobleme oder Polyzythämie aufgetreten waren und ob Phototherapie wegen einem Ikterus notwendig geworden war.

Ergebnisse

Im Alter von 4 Monaten war bei Babys, die sofort abgenabelt worden waren, die gemessene Ferritin Konzentration  niedriger und es trat häufiger eine Eisenarmut auf (6% v 1%).  Im Alter von nur 2 Tagen war  bei dieser Gruppe auch häufiger eine Neugeborenenanämie aufgetreten (6.3%  1.2% ). Bezüglich  früher Atemprobleme, Polyzythämie oder  notwendig gewordener Phototherapie konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen festgestellt werden.

Zusammenfassung

Wird das Abnabeln, 3 Minuten nach der Geburt, und sofortiges Abnabeln miteinander verglichen, dann kann festgestellt werden, dass bei einem späteren Abnabeln, 4 Monate nach der Geburt bessere Eisenwerte erwartet werden können. Das Auftreten von Neugeborenen Anämie tritt dann ebenfalls seltener auf, ohne dass andere schädigende Effekte (damit ist der Ikterus der Neugeborenen gemeint) auftreten. Eisenmangel, auch ohne dass er sich als Anämie manifestiert, wird mit Entwicklungsverzögerungen assoziiert. Voll ausgetragene Babys scheinen vom  späteren Abnabeln zu profitieren und zwar auch in Gegenden in denen einen Eisenanämie  relativ selten auftritt.


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