Menschenkinder – ein neues Buch von Herbert Renz-Polster


Als ob es nicht schon Erziehungsratgeber genug gibt, muss ich denn wirklich noch eines kaufen und hier vorstellen? Ja, unbedingt, das Vorgänger-Buch „Kinder verstehen“,  ist auf meinem Blog schon von Anfang an, in der Buchliste rechts, vertreten. Und nun folgt ein Neues: „Menschenkinder, Plädoyer für eine artgerechte Erziehung“, von Herbert Renz-Polster und wieder sehr gut lesbar (ich hab´s verschlungen)

Menschenkinder –  das Buch

Eigentlich ist es auch kein Erziehungsratgeber sondern bringt  für Eltern, die Thesen zu evolutionsbedingten Verhaltensweisen der Kinder aus dem voraus gegangenen Buch, auf den Punkt. Es ist ein interessanter Blick von wissenschaftlicher Seite aus auf unser elterliches tägliches Erziehungsverhalten, unsere Ziele und Maßnahmen, und auf das Tun und Lassen der Kinder. Renz-Polster geht den Fragen nach, was  Kultur und  was  Natur ist,  was den Kindern WIRKLICH gut tut, oder welchen „falschen“ Vorstellungen vom guten Kinderleben wir Eltern anhängen. Er entzaubert dabei so manche Erziehungsmoden von Erziehungsexperten. Als Beispiel möchte ich die Schlafproblematik, die so viele frisch gebackene Eltern betrifft,  kurz erwähnen:

Kleine Kinder haben  über die Jahrhunderttausende  gelernt, bei Ihren Eltern zu schlafen, denn nur dort waren sie sicher. Heutzutage (nur in den westlichen Kulturen und nur seit wenigen Generationen) bekommen die Eltern nun beigebracht, dass die Kinder schleunigst im eigenen Bett und im eigenen Zimmer zu schlafen. So schnell wie möglich „selbstständig“ zu sein, ist das überlebensgroße Ziel.  Doch nach Herbert Renz-Polster ist das nicht „artgerecht“. Kinder können das nicht können und wollen das auch nicht. Sie machen das nur, wenn sie dazu gezwungen werden, quasi abgerichtet werden.  Auch die quengeligen Babys, die lieber getragen werden wollen, sind einfach ihrer Natur aus so, Menschenbabys haben  immer ihre erste Lebenszeit in den Armen Größerer verbracht. Und das sagt uns auch unser  Instinkt, aber viele trauen sich nicht, weil wir schon bei den Kleinsten Angst vor dem Popanz VERWÖHNEN haben, etc.

Auf der  Webpage vom Buch Menschenkinder gibt es noch viel mehr dazu  zu lesen.

Schwangerschaftsgymnastik – sich Hängenlassen nicht vergessen


Für folgenden Blogbeitrag kam die Anregung wieder von Katy Bowman.

Wer denkt, die Schwangerschaft ist die Zeit zum Entspannen, es reicht, nur faul auf der Couch herumzulungern, ist falsch gebettet. Sich Hängenlassen ist heutzutage noch viel wichtiger. Spaß beiseite,  eine ausreichende Bewegung ist während unserer ganzen Lebenszeit notwendig für die Gesundheit. Das Angebot an irgendwie sportlicher Bewegung ist fast grenzenlos. Jeder kann sich etwas passendes aussuchen.

Für die Schwangere gibt es eine Reihe spezieller Angebote: die klassische Schwangerschaftsgymnastik (oft von Hebammen angeboten), Yoga für Schwangere, Wassergymnastik für Schwangere, Pilates für Schwangere, Nordic Walki……… – die Reihe ist weder erschöpfend, noch nach Wertigkeit geordnet. Trainiert werden sollen, neben anderen Muskelgruppen, vor allem der Beckenboden und allgemein Herz- und Kreislauf. Oft stehen die Schwangerschaftsprobleme und  die bevorstehende Geburt im Vordergrund. Die Entspannung ist  ebenso ein wichtiger Teil bei den Körperertüchtigungsprogrammen für Schwangere.

Bedacht sollten, während der verschiedenen Varianten der Schwangerschaftübungen, auch die Anforderungen des Babys an die Mutter  nach der Geburt sein. Denn die Hauptforderung, neben dem Gestillt werden,vieler Babys lautet: “ Trag´ mich!“ Natürlich gilt dies nicht für alle, aber die meisten wollen dies häufiger und länger, als es den Armen der Mütter (und Vätern), gut tut. Denn die meisten Eltern sind für  diese Art der Belastung  nicht trainiert. So behelfen sie sich  mit Tragehilfen, wie Tüchern oder durchkonstruierte Babytragen. Es ist super, dass es diese Hilfen gibt, aber  sie sind für manche Situationen nicht immer praktisch oder nicht zur Hand oder …. und eigentlich sind sie nur Hilfsmittel,  sie können unsere Arme nicht vollständig ersetzen.

Babys sind darin viel steifer und unbeweglicher an unseren Körper gepresst, als sie es in unseren Armen wären. Diese Festigkeit ist im Fall einer Trage oder eines Tuches auch wichtig, um das Baby ausreichend zu stützen. Mit den Armen können wir ein Baby viel dynamischer stützen. Seine Sinne und Muskeln  werden dadurch viel intensiver stimuliert, gefordert und gefördert.   In  unseren Armen gehalten sein, ist das natürliche Habitat des Babys.

Ein Baby über längere Zeit mit den Armen zu tragen, strengt an. Das muss doch schädlich für die Eltern sein. In vielen Fällen ist das so. Untrainierte Arme haben schwer, oft zu schwer, an einem Baby zu tragen. Eine ungünstige Haltung verschlimmert es zudem. Aber ganz so einfach ist es auch nicht. Ein Gewicht, in diesem Fall ein Baby, zu tragen, ist nicht an sich schlecht, im Gegenteil. Beim Tragen des Babys in den Armen wird auch die Muskulatur des Tragenden gestärkt. Der gesamte Oberkörper wird aktiviert, neben den Muskeln z. B. auch der Lymphfluss (Abtransport von Abfallprodukten) im Brustbereich. Vernünftig entwickelte Muskeln in den Armen und Oberkörper sind absolut vorteilhaft, auch optisch.

Doch wer hat noch die Kraft, ein Baby länger zu tragen. In unserem normalen Leben brauchen wir einfach nicht mehr so viel Power in den Armen und so haben sie unsere Arme  auch nicht mehr. Wenn wir dann das Gewicht eines Babys tragen müssen, so versuchen wir alle möglichen Tricks, unsere Arme zu entlasten. Wir ziehen die Schultern hoch, drücken den Rücken durch, stellen uns schief, um Gewicht auf die Hüften zu bringen etc, doch dann lassen Schmerzen in den Schultern, im Nacken, im unteren Rücken, im Hüftgürtel nicht lange auf sich warten.

Um ein Baby ohne große Problem tragen zu können, braucht es Kraft in den Armen. Vor allem der Bizeps muss kräftig sein. Keine Angst, niemand muss Arme haben, wie ehemals Schwarzenegger, doch  die Arme während der Schwangerschaft gezielt mit zu trainieren, ist zu empfehlen. Die einfachste und doch wirkungsvolle Übung ist sich an den Händen aufzuhängen. Also irgendetwas in eurer Umgebung finden, an das ihr euch über eurem Kopf mit gestreckten Armen festhalten könnt,wie an einer Reckstange, und dann die Füße baumeln lassen. So lange es geht durchhalten und langsam steigern. Wer kann macht   (Teil-)Klimmzüge. Ich denke, schon das steigende Körpergewicht in der Schwangerschaft, bringt eine Steigerung der Intensität.

Also WENIGER  HERUMLUNGERN,  SICH MEHR HÄNGENLASSEN

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