Mamas Stimme kann die Gesundheit Frühgeborener verbessern


Die Frühgeborenen Stationen der Krankenhäuser stecken  voller lebensrettender Technik und Geräte, heute überleben viele der früh geborenen Babys, aber die Klinikumgebung ist doch sehr verschieden von der Gebärmutter, der natürlichen Umwelt des Babys, in dem normalerweise die Entwicklung erfolgt.
In einer neuen, leider sehr kleinen,  Studie von Amir Lahav, dem Direktor des Neonatal Research Lab  in Brigham und  des Women´s Hositals, wurde der Effekt untersucht, den die mütterliche Stimme auf die Gesundheit  frühgeborener Kinder hat.   Online veröffentlicht wurden die Ergebnisse am 2. Februar 2012  im Journal for Maternal-Fetal  and Neonatal Medicine mit dem Titel: „Exposure to biological maternal sounds improves cardiorespiratory regulation in extremely preterm infants“.
Beobachtet und aufgezeichnet wurden Störungen der Atem- und Herztätigkeit von 14 Frühgeborenen, die zwischen der 26-32 Woche geboren waren. Frühgeborene erleiden solche Störungen relativ häufig, denn ihr autonomes Nervensystem ist noch nicht ausgereift und die Fähigkeit zur Selbstregulation ist ebenfalls begrenzt. In der Studie wurde den Babys  4 mal in 24 Stunden für eine bestimmte Zeit, über ein Soundsystem, die jeweilige Stimme der richtigen Mutter und ihr Herzschlag vorgespielt. In der restlichen Zeit waren sie den normalen Geräuschen der Intensivstation ausgesetzt.

 Bei der Auswertung wurde deutlich, dass die Anzahl der Störungen mit der Zunahme des Alters abnahm. Im Vergleich der Anzahl der Störungen unter Einfluss von Muttergeräuschen und Geräuschen der Intensivstation zeigte sich, dass die Anzahl beim Hören von Stimme und Herzschlag der Mutter geringer war. Besonders sichtbar wurde dieser Effekt ab der 33. Woche.  Zu dieser Zeit funktionieren auch die für das Hören zuständigen Bereiche des Gehirns.

So kommen die Autoren der Studie zum Ergebnis, dass das Hören der Stimme der Mutter und ihren Herzschlag einen sofortigen positiven Effekt auf die physiologische Stabilität der Frühgeborenen in der Intensivstation hat. Natürlich sind weitere Untersuchungen notwendig.

Dass für eine gelungene Umgebung für Frühgeborene unbedingt auch die Eltern gehören, ist schon lange Thema. Einige wichtige Seiten im Netz dazu sind „Kangaroo Mother Care“ aus Südafrika oder die  deutsche Broschüre  „Bindung & Pflege von Frühgeborenen„, herausgegeben von der Europaen Foundation for the Care of Newborn Infants.

Depressionen und Frühgeburten – Immer mehr Belege für einen bestehenden Zusammenhang


Walker Karraa Walker Karraa stellte am 21. April, 2011, in ihren Beitrag Depression and Preterm Birth: The Evidence Growsim Blog „Science and Sensibility“   eine neue schwedische Studie vor. Diese Studie kam zum Ergebnis, dass Frauen, die  von Depressions Symptome berichten, ein erhöhtes Risiko haben, eine Frühgeburt zu erleiden (Antenatal Depressive Symptoms and Preterm Birth: A Prospective Study of a Swedish National Sample). Ich möchte im Folgende, das Wichtigste dieses Artikels vorstellen.

Frühgeburtlichkeit ist  die Hauptursache für Tod und Krankheit Neugeborener und macht 5-13% aller Geburten aus (in Deutschland waren es 9% in 2009). 70% aller Frühgeburten beginnen mit vorzeitigen Wehen und vorzeitigen Blasensprung. Bei Diagnose und Behandlung der Frühgeburten bringt die  Forschung laufend Verbesserung aber ihre wahre Ursache ist noch nicht richtig geklärt. Es ist bekannt, dass rauchende und „ältere“ Mütter ein erhöhtes Risiko haben, nun mehren sich die Belege, dass dies auch für depressive Mütter gilt.  

Die Studie:

Mit Hilfe des  schwedische Geburtsregisters wurden Daten für  2904 Schwangere von ihrem ersten Besuch beim Frauenarzt an, bis zur Geburt  erhoben. Die Teilnahme an der Studie war freiwillig. 

Frühgeburtlichkeit wurde bei einer Geburt vor der 37. Woche attestiert. Die Symptome für Depression, als Vorhersageinstrument, wurden anhand der Edinburgh Post-natal Depressions Skala (EPDS)  bestimmt.

Zusammenfassung:

Besonders überraschend war, dass sogar moderate Depressionsanzeichen das Frühgeburtsrisiko signifikant erhöhten. Und dass dieses Risiko für jüngere Frauen (bis 25) sogar verdreifacht war.  Ein Zusammenhang zwischen Depression und Entzündungszeichen, und dem Hypercortisolismus wurde ebenso deutlich. Dieser wird wahrscheinlich in der Zukunft weitere Erkenntnisse zur Entstehung von Frühgeburten und über die Rolle von Depression/Angst in der Fortpflanzung bringen.

Bisher wird alles mögliche körperliche untersucht. Aus dem größten Teil der Schwangerschaften werden Risikoschwangerschaften gemacht. Aus Vorsorge wurde für die Schwangeren vor allem SORGE. Ein Test jagt den anderen  und die Zahlen bezüglich Krankheiten und Sterblichkeit geben diesem Vorgehen wohl Recht. Aber vergessen wir nicht die Gefühle der  Schwangeren und die Auswirkung des Gefühlsleben der Mutter auf das werdende Leben? Welche Schwangere ist denn noch einfach guter Hoffnung? Wird denn in der ärztlichen Schwangerschaftsvorsorge ausreichend auf Depressionen geachtet und eingegangen? Erwartet nicht das ganze Umfeld glückliche Schwangere? Und wenn es anders ist, will man es oft nicht hören oder wahr haben.

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