Sich öffnen bei der Geburt – eine Visualisation


Die Geburt geschehen lassen, trotz Schmerzen oder  Zweifel, ist oft das Schwerste für die Gebärende. Der Körper muss sich ganz öffnen, um das Kind zur Welt zu bringen und er tut dies mit einer großen Unabhängigkeit vom bewussten Entscheiden. Wir sind es gewohnt, dass unser Körper sich so bewegt wie wir es wollen: Aufstehen, Gehen, Hinlegen, den Kopf wenden etc..  Bei der Geburt übernimmt der Körper das Kommando. Arbeitet die Gebärende gegen ihren Körper an, so kann dies die Geburt doch erschweren. Sie wird schmerzhafter und  kann längern dauern. Hilfreich beim Unterstützen des Körpers sind z. B. geeignete Positionen oder Bewegung, eine bewusste beruhigende Atmung oder aber auch innere Bilder. Diese sind speziell hilfreich beim sich Öffnen, beim sich ganz Hingeben.

Eine sehr schöne Visualisierung ist das Aufblühen einer Blume. Hier in diesem Video öffnen sich langsam mehrere Rosenknospen zu großen roten Rosen.

Manchmal verläuft eine Geburt sehr rasant, dann wird ein ganzes Feuerwerk an Blüten dies besser begleiten:

The Life of Flowers from VOROBYOFF PRODUCTION

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Wie schnell öffnet sich der Muttermund?


Der Muttermund ist 2 (1,3,4,5,x,…) cm geöffnet, wie lange dauert es noch? Das ist wahrscheinlich eine der 1 Million-Euro-Frage der Geburtshilfe. Welche Frau in den Wehen, welcher begleitender Partner, aber auch welche Hebamme, würde da nicht gerne die Antwort wissen?

Wie weit der Muttermund geöffnet ist,  wird während der Geburt akribisch im Partogramm  festgehalten. Das Partogramm dient  dazu, zu erkennen, ob die Geburt im „normalen“ zeitlichen Rahmen abläuft oder nicht, und ob dann  medizinische Maßnahmen getroffen werden müssten, um eine Schädigung von  Mutter und Kind zu verhindern. Für die genaue Feststellung der Öffnung werden die Gebärenden immer wieder vaginal untersucht.  Näheres zu den Folgen, die  diese Untersuchung haben kann, könnt ihr hier nachlesen.

Studie zur Variabilität der Öffnung des Muttermundes bei Erstgebärenden

Im Journal „Birth – Issues in Perinatal Care “  wird die Studie Variability in Rate of Cervical Dilation in Nulliparous Women at Term vorgestellt. In dieser Studie wurde der Frage nachgegangen, welche Öffnungsgeschwindigkeit des Muttermundes (Cervix) denn  „normal“ ist. Denn nur wenn die „normale“ Öffnungsgeschwindigkeit bekannt ist, kann eine sinnvolle Aussage bez. einer Abweichung  gegeben werden. Dazu wurde die Variabilität der Öffnungsgeschwindigkeit der Cervix von Erstgebärenden festgehalten. Außerdem sollte bestimmt werden ob diese Öffnungsgeschwindigkeit von der Öffnung der Cervix, im Moment der Ankunft im Krankenhaus, abhängig war.

„Methode: Untersucht wurden Erstgebärende mit spontanen Term-Geburten. Die Babys lagen mit dem Kopf nach unten und waren Einlinge (keine Zwillinge oder Mehrlinge). Ausgeschlossen wurden Geburten vor der 37 igsten Woche und Geburten bei denen eingeleitet wurde oder mindestens ein Kaiserschnitt vorangegangen war. Das Geburtsmanagement war standardisiert worden:

  • Aktive Wehen wurden bei einem regulären Wehenabstand
  • Vaginale Untersuchungen wurden alle 2 Stunden durchgeführt.
  • Die Fruchtblase wurde bei langsamen Geburtsfortschritt oder einer Pause der Cervixöffnung ab 2 Stunden gesprengt.
  • Schritt die Öffnung der  Cervix in den nächsten 2 Stunden nach der Blasensprengung nicht voran, so wurde Pitocin (Wehenmittel) gegeben.
  • Kam es nicht zu einer spontanen Geburt, so wurden die Daten bis zum Beginn eines Kaiserschnitts erhoben.

Ergebnisse: In der Studie wurden insgesamt  1,119 Frauen in der   39.7 ± 1.1 Woche aufgenommen. Die Geburten dauerten ab Aufnahme im Krankenhaus und Vorhandensein von aktiven Wehen durchschnittlich  4.1 ± 2.4 Stunden. Der Anteil der Pitocingaben bei den Geburten lag bei   27 %, PDAs wurden bei  5 % eingesetzt. Die Pitocinrate war umso höher, je geringer die Eröffnung des Muttermunds bei Aufnahme ins Krankenhaus war. Bei 6% der Geburten wurde ein Kaiserschnitt gemacht.

Die Dauer der Geburt in Abhängigkeit von der Eröffnung der Cervix bei Aufnahme ins Krankenhaus zeigte immer eine breite Verteilung (z. B. , bei 4 cm Öffnung eine mittlere Geburtsdauer von 5.5 Stunden, die kürzeste Dauer aber nur 0,8 Stunden, die längste 12,5 Stunden). Die Öffnungsgeschwindigkeit betrug im Durchschnitt 1,5 cm pro Stunde und zwar unabhängig von der tatsächlichen Öffnung im Moment der Aufnahme in die Klinik. Ab ca. 9 cm konnte eine Beschleunigung der Öffnung festgestellt werden.

Zusammenfassung: In dieser Studie mit Erstgebärenden bei Geburt am erwarteten Termin, war die Geschwindigkeit der Öffnung des Muttermunds  hoch variabel und unbeeinflusst von der Öffnung bei Aufnahme in der Klinik. (BIRTH 38:1 March 2011)“

Die große Unterschied zwischen den einzelnen Geburtslängen ist sehr groß und verblüfft. Es wird leicht klar, dass während einer Geburt, Zeitangaben nur ohne großen Wirklichkeitsgehalt gemacht werden können. Auch die Festlegung auf eine „normale“ Öffnungsgeschwindigkeit ist nicht möglich. Es sind zwar Durchnittsangaben möglich, aber normal darf eben  nicht mit dem Durchschnitt verwechselt werden.

Weiterhin finde ich bei dieser Studie bedenklich, dass aufgrund des festgelegten Managements, bei 27% der Geburten zu Pitocin gegriffen werden musste (vermehrt bei geringeren Öffnung der Cervix, bei der Aufnahme in die Klinik).  Können bei einer künstlichen Beschleunigung von etwas mehr als einem Viertel der Geburten, noch „normale“ Werte erhoben werden? Ging es nicht darum, normale Werte festzulegen? Ist wirklich davon auszugehen, dass ansonsten, d.h. bei 27% Prozent Erstgebärender, Kopflagen, Einlinge, bei Term, nicht eingeleitet, Schaden an Mutter oder Kind zu erwarten gewesen wären?

Siehe auch: Wann ist eine Wehe eine gute Wehe? Teil 1 und Teil 2


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