Geburt in hinterer Hinterhauptslage, Sterngucker-Babys


Ein vorangegangener Artikel drehte sich um das Baby in der hinteren Hinterhauptslage als eine mögliche Ursache  schwierigerer Geburten. Rachel Reed hat sich dazu in ihrem Blogbeitrag „In celebration of the OP-Baby“ einige Gedanken gemacht:

Die „Probleme“

Das Wehenmuster

Es ist schon selten genug, dass die Geburt eines Baby in vorderer Hinterhauptslage genau der idealen Lehrbuchsgeburt  entspricht. Ein Baby, das sich in hinterer Hinterhauptslage auf diesen Weg macht, entspricht diesem Bild noch seltener. So drückt sein Kopf nicht so gleichmäßig von innen auf den Muttermund und dies, neben  anderem, kann zu Folgendem  führen:

  • der ‘errechnete Geburtstermin’ wird überschritten
  • die Fruchtblase „platzt“ vor Wehenbeginn
  • das Einwehen (Wehen nehmen langsam an Stärke zu, ihr Abstand wird kürzer) dauert länger, es kann immer wieder zu Pausen kommen
  • während der Geburt bleiben die Wehen irregulär
  • die Eröffnungsphase dauert länger, die Rotation des Babys dauert länger

Das heißt jedoch nicht, dass die Geburt deshalb fehlerhaft ist, es kann jedoch problematisch werden, wenn nun die Idealvorstellung vom Ablauf einer Geburt  als Maßstab genommen wird, ohne Rücksicht auf die jeweilige Mutter, ihr Baby und die Situation. Oft wird dann versucht die Geburt künstlich mit Pitocingaben zu beschleunigen. Die möglichen Folgen der unnatürlich verstärkten Wehen  können  fetaler Stress beim Baby und überstarke Wehenschmerzen der Mutter sein.

Schmerzen

Manche Frauen empfinden die Wehen anders, wenn ihr Baby in hinterer Hinterhauptslage liegt. Es ist jedoch schwer, genau zu sagen, was der Grund dieser Schmerzen ist. Viele Frauen berichten von schlimmen Rückenschmerzen während der Geburt eines Babys in hinterer Hinterhauptslage – andere haben jedoch dabei keine Rückenschmerzen. Unglücklicherweise kann schon allein die Erwartung, dass die Schmerzen größer sein werden, zu solch einer Anspannung führen, dass sie auch schlimmer empfunden werden. Dies ist also nicht hilfreich.

Jede Geburt ist verschieden. Falsches Management kann zu Problemen führen. Allein die Erwartung, dass die Schmerzen größer werden als normal, erhöht den Wunsch nach einer PDA.  Das gilt auch für Pitocingaben,  diese erhöhen die Wehenstärke, oft verbunden mit schlimmeren Wehenschmerz und damit der Häufigkeit einer PDA.

Mit einer PDA ist oft die Beweglichkeit der Gebärenden eingeschränkt, sie kann damit die Drehbewegung ihres Babys nicht mehr so gut unterstützen. Die Muskeln des Beckenbodens sind ebenfalls betäubt und ihr Tonus ist geringer. Auch damit wird die Unterstützung der Drehbewegung des Babys geringer. Als Folge davon, drehen sich die Babys unter einer PDA seltener.

Früher Pressdrang

Auf den Weg durch das Becken drückt das Baby in hinterer Hinterhauptslage mit dem Hinterkopf gegen bestimmte Nerven, dieses löst einen Drang zum Pressen bei der Mutter aus. Dieses „verfrühte“ Pressen wird oft als ein Problem gesehen und die Mutter wird angehalten, es zu unterdrücken. Gelingt ihr dies nicht, wird dann oft zu einer PDA geraten. Vielleicht sind jedoch die  Presswehen in dieser Phase dazu da, das Baby zu drehen.

Vorschläge

Babys in hinterer Hinterhauptslage sollten nicht als Geburtshindernis angesehen werden, sondern als häufige Variation. Das Managment von Schwangerschaft und Geburt sollten jedoch dafür angepasst werden:

In der Schwangerschaft

  • Die Mutter kann trotzdem ihrem Körper und seiner Fähigkeit zu Gebären vertrauen.
  • Die Mutter sollte wissen, dass der Ablauf der Geburt anders (nicht schlimmer oder besser) sein könnte, als die Geburt nach Lehrbuch. (Wehenmuster, Geburtsfortschritt/dauer).
  • Sie kann mit einer Reihe von Techniken versuchen, das Baby zum Drehen zu animieren (siehe hier). Falls es nicht gelingt, so hat das Baby sich diese Position ausgesucht. Es kann sich auch noch während der Geburt drehen, oder es wird eben als Sterngucker geboren.
  • Sie sollte wissen, dass viele Kinder als Sterngucker zu Welt kommen.

In der Geburt

  • Die Geburtshelfer müssen der Mutter vertrauen, dass sie das Baby gebären kann.
  • Wehenmuster und Geburtsablauf müssen flexibler gesehen werden (langsames Einwehen, frühe Presswehen)
  • Die Mutter braucht eine angenehme Umgebung, in der sie sich sicher fühlt, in der sie alle Positionen einnehmen kann, die sie hilfreich findet.
  • Wenn der frühe Pressdrang nicht zu unterdrücken ist, soll sie pressen dürfen.
  • Die Hebammen müssen bemüht sein, ihr Erleichterung bei Rückenschmerzen (warmes Wasser, nach vorne gelehnte Positionen, leichter Gegendruck) zu verschaffen.
  • Hebammen können Positionen vorschlagen, die dem  Baby mehr Platz  zum Drehen verschaffen.


Advertisements

Kurzes Zungenbändchen, hoher Gaumen, spätere Gebissfehlstellung und noch mehr


Hat eine Mutter beim Stillbeginn große Schmerzen, schauen  Stillberaterinnen und viele Hebammen dem Baby in den Mund, um festzustellen, ob die Zunge des Babys frei beweglich ist. Manchmal ist nämlich die Zunge mit einem zu kurzen Zungenbändchen am unteren Gaumen festgemacht (Bilder). Der medizinische Begriff dafür ist Ankyloglossum. Da die Beweglichkeit der Zunge schon  im Mutterleib eingeschränkt war, ist  der obere Gaumen des Neugeborenen dann oft in hoher und schmaler Form ausgebildet, da ein ausreichender Zungendruck, der den oberen Kiefer normalerweise weiten würde, bei den Schluckbewegungen ausblieb.

Das Saugen kann dann für das Baby recht schwierig sein und manchmal behilft es sich damit, die Mamille mit den Kiefern festzuklemmen. Das ist anstrengend für das Baby und oft bekommt es trotz der harten Arbeit nur unzureichend Milch. Außerdem tut diese Stilltechnik der Mutter höllisch weh. Nach nur wenigen Stillsessions, manchmal reicht eine, sind dann die Mamillen wund, oder sogar offen. Einen glücklichen Stillbeginn kann man dies nicht nennen. Oft ist es eher der Beginn des Stillendes. Schmerzen beim Stillen oder eigentlich ungewünschtes Abstillen können zudem eine postnatale (postpartale) Depression begünstigen.

Und dabei hat das Stillen, im Gegensatz zur Flaschenernährung, gerade für diese Kinder einen positiven Einfluss hinsichtlich der Kieferentwicklung. Denn eine veränderte Zungenbewegung hat auch noch eine Auswirkung auf die Entwicklung der Kiefer, damit auf die Zahnstellung und auf das spätere Aussehen der Kinder. Der Kieferbereich, bleibt schmal, die Zähne haben nicht genügend Platz.  Ein Video, von Myofunctional Research Co. zeigt die richtige und eine mögliche fehlerhafte Zungenbewegung und ihre Folgen (erstes Video auf der Seite, nach der Erklärung folgt noch eine Information und Werbung für spezielle Trainingsgeräte und Zahnspangen für die älteren Kinder, das kann man ja weglassen).

Weitere Folgen der eingeschränkten Zungenbewegung können Probleme beim Sprechen sein, ständige Mundatmung, schlechtere Zahngesundheit, vermehrtes Schnarchen, häufiges Luftschlucken, schlechteres Kauen. Das ist eine beeindruckende, wenn auch nicht vollständige Liste, und doch haben die angeführten Punkte noch weitere gesundheitliche Folgen, z. B. schlechteres Schlafen, häufigere Erkältungen, Verdauungsprobleme etc.

Ein kurzes Zungenbändchen macht also nicht nur Probleme beim Stillen, sondern diese Stillprobleme muss man auch als einen ersten Hinweis auf eine Reihe möglicher folgender Schwierigkeiten verstehen. Daher sollte ein zu kurzes Frenulum ernst genommen werden. Einfach selbst durchtrennen sollte man  natürlich nicht, sondern es vom Arzt machen lassen. Am einfachsten ist es natürlich, wenn es schon in der Klinik diagnostiziert wird und es gleich dort durchtrennt wird.

Hier bitte klicken für einen kurzen Film mit Dr Sears, einem bekannten amerikanischen Arzt,  in dem eine Durchtrennung des Frenulums und etwas Information gezeigt wird.

Wunschgeburt natürliche Geburt – IV. Vermeide Eingriffe, die nicht medizinisch notwendig sind


Eingriffe (oder auch  Interventionen) in einer Geburt sind Maßnahmen oder Behandlungen, die dazu da sind, Probleme zu finden, ihnen vorzubeugen oder sie zu beheben. Natürlich sind sie manchmal notwendig. Aber oft werden sie routinemäßig bei allen Geburten durchgeführt, egal ob sie in der jeweiligen Geburt  notwendig sind oder nicht.

Alle Eingriffe haben auch Nebeneffekte und Risiken und sei es nur diese, dass sie die Frau in ihrer Geburtsarbeit unterbrechen und damit den Ablauf stören, ihn schwieriger und komplizierter als nötig machen. Aus diesen Gründen ist es das Beste, einen Eingriff nur dann durchzuführen, wenn  die Frau und der Geburtshelfer davon überzeugt sind, dass die zu erwartenden positiven Ergebnisse die möglichen Risiken überwiegen und wenn klar ist, dass  ein weniger risikoreicher Eingriff nicht ausreichend effektiv sein wird. Einen Eingriff anzuwenden, ohne dass wirkliche Verbesserungen damit für den Geburtsverlauf erwartet werden können, machen eine Geburt weniger sicher aber schwieriger. Suche deshalb, wenn du die Möglichkeit hast zu wählen, einen Geburtsort aus, an dem Eingriffe nur dann vorgenommen werden, wenn sie medizinisch notwendig sind und nicht weil „man das immer so macht“.

Die häufigsten Interventionen

Die gebräuchlichsten Eingriffe während einer Geburt sind: IV-Zugang zur Flüssigkeitsversorgung, Dauerüberwachung der kindlichen Herztöne, chemische Einleitungen, Sprengen der Fruchtblase , PDA, Dammschnitt. All diese Eingriffe haben Nebeneffekte und  Forschungsergebnisse unterstützten nicht die routinemäßige Anwendung bei gesunden Frauen während der Geburt.

Flüssigkeitsversorgung durch IV: Die Geburt ist leichter und sicherer, wenn die Frau ausreichend mit Flüssigkeit, Kalorien und Elektrolyten versorgt  ist. Am einfachsten wird dies für die meisten Frauen durch Essen und Trinken gewährleistet. Aber in manchen Kliniken wird den Gebärenden Essen und Trinken verboten und die notwendigen Nährstoffe und Flüssigkeiten werden  intravenös gegeben.

Es gibt keine Beweise, dass die Versorgung durch einen intravenösen Zugang sicherer für die Frau ist. Und viele empfinden eine IV als schmerzhaft und unangenehm. Ein intravenöser Zugang macht es schwieriger sich frei zu bewegen und versorgen die Frau nicht unbedingt mit der Mischung an Flüssigkeit, Elektrolyten und Nährstoffen die diese gerade jetzt braucht.

PDA: Die PDA vermindern die Schmerzen gut und machen es den allermeisten Frauen viel einfacher die Schmerzen zu ertragen. Aber sie macht oft auch die Geburt viel komplizierter. Forschungsergebnisse zeigen, dass es dem Baby schwerer fällt sich in die richtige Geburtsposition einzustellen. Auch den Frauen fällt es oft schwerer sich zu bewegen, manchmal geht es überhaupt nicht. Durch das verminderte Gefühl in der Bauchregion wird das Mitpressen  meist erschwert und es kommt häufiger zu einer operativen vaginalen Entbindung mit Zange oder Saugglocke.

Für Frauen mit einer besonders  langen und anstrengenden Geburt ist eine Schmerzlinderung wichtig, um eine vaginale Geburt zu ermöglichen. Dazu gibt es eine ganze Reihe nicht medikamentöser Methoden, die ebenfalls sehr wirksam sind und diese helfen der Geburt meist voran und bauen keine neuen Hürden auf, z. B. Bewegung, Veränderung der Position, eine heiße Dusche, Eintauchen in Wasser, Massage und ähnliches, Atmungs- und Entspannungstechniken.

Ununterbrochene fetale Überwachung: Die dauernde Überwachung der kindlichen Herztöne wurde eingeführt, weil man sich davon erhoffte, dass mehr Informationen über die Herztätigkeit des Babys dem Geburtshelfer zeigen werden, welches Baby in Schwierigkeiten durch die Geburt geraten ist und per Kaiserschnitt geholt werden muss, bevor die Lage des Kindes noch schlechter wird. Aber viele Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die ununterbrochene fetale Überwachung, in als risikoarm eingestuften Geburten, nicht zu gesünderen Babys führt, sondern die Wahrscheinlichkeit einer Kaiserschnittgeburt verdoppelt. Es macht außerdem die Geburt zu einer high tech Angelegenheit. Die Beweglichkeit der Frau wird erschwert und lenkt die Aufmerksamkeit der Geburtsbegleiter weg von der Gebärenden, hin zu einer Maschine, bzw zu einem Papierstreifen.

In vielen Geburten ist das Abhören der Herztöne in bestimmten Abständen, genauso sicher für das Baby und sicherer für die Mutter. Zudem ist es viel weniger störend.

Beschleunigen der Geburt mit Wehenmitteln: Eine schnellere Geburt zu haben, hört sich vielleicht gut an, aber schneller ist nicht unbedingt leichter oder sicherer. Das gilt besonders bei dem Einsatz von einem Wehenbeschleuniger wie dem künstlichen Oxytozin. Dieses wird meist über einen intravenösen Zugang gegeben. Die Wehen werden dadurch meist länger, stärker und häufiger. Dadurch werden sie auch schwerer verarbeitbar für das Baby, vielleicht sind sie dann tatsächlich zu anstrengend für das Baby. Deshalb muss nun, ab der Gabe des Wehenmittels,  das Baby ununterbrochen überwacht werden. Auch für die Mutter werden die Wehen nun anstrengender und manchmal so stark, dass die Schmerzen zu groß werden. Gleichzeitig ist sie nun eingeschränkt in ihrer Beweglichkeit. Oft verlangt sie jetzt nach Schmerzmitteln, nach einer PDA.

Sprengen der Fruchtblase: Das Sprengen der Fruchtblase ist eine andere Möglichkeit die Geburt zu beschleunigen. Normalerweise platzt die Fruchtblase von alleine, irgendwann während der Geburt, häufig zu Beginn der „aktiven Phase“. Bis dann mildert das Fruchtwasser die Wirkungen der Wehen auf das Baby und der Nabelschnur etwas ab. Die geschlossene Fruchtblase verhindert außerdem, dass Keime ins Fruchtwasser eindringen können und macht des dem  Baby evtl. leichter, sich in die richtige Position einzustellen. Diese Vorteile gibt es bei geöffneter Fruchtblase nicht mehr. Für viele Mütter werden die Wehen nach Öffnung der Fruchtblase schmerzhafter.

Viele Geburtshelfer glauben, dass die Geburten dadurch schneller verlaufen und sie damit die Wahrscheinlichkeit auf eine natürliche Geburt erhöhen. Untersuchungen zeigen jedoch eher, dass die Beschleunigung nur minimal ist. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass die Kaisserschnittrate durch Sprengung der Fruchtblase tatsächlich erhöht wird.

Dammschnitt: Ein Dammschnitt wird durchgeführt, um den Ausgang der Vagina künstlich zu vergrößern. Früher wurde in allen Kliniken routinemäßig geschnitten, im falschen Glauben darauf, dass ein Dammschnitt  im Vergleich zu Rissen leichter heilt. Heute ist der Dammschnitt seltener geworden, wird aber immer noch zu häufig angewandt. Ein Dammschnitt heilt in der Regel schlechter als ein Riss und ist länger schmerzhaft. Beide verletzten die Muskeln im Damm und können später Probleme mit dem Beckenboden (Inkontinenz, Prolaps) begünstigen.

Aber, nicht alle Frauen reißen. Ein Dammschnitt bedeutet für diese eine zusätzliche, völlig unnötige Wunde.

WAS  TUN?

Informiere dich  noch mehr über diese Eingriffe. Überlege dir, in welchen Situationen sie für dich nicht in Frage kommen und in welchen du sie für notwendig hältst. Sprich dann diese Interventionen bei einem Gespräch mit deinen Geburtshelfern vor der Geburt an. Ihre Antwort zeigt dann, ob du dich von ihnen,  in deinem Wunsch nach einer natürlichen Geburt, unterstützt fühlen kannst. Sie kann aber auch zeigen, dass sie eine ganz andere Haltung als du zu den Interventionen haben und du nach einem anderen Team/Klinik suchen musst.

Quelle :

http://www.lamaze.org/HBP4

Wunschgeburt natürliche Geburt – III. Bring jemanden mit, der immer für dich da ist!


Frauen profitieren von einer guten Unterstützung während der Geburt. Forschungen bestätigen, dass je besser die Unterstützung der Gebärenden ist, umso leichter empfinden diese die Schmerzen und umso befriedigender schätzen sie ihr Geburtserlebnis ein. Sich sicher und umsorgt zu fühlen, ermöglicht dem Gehirn die für den Geburtsvortschritt nötigen Hormone zu bilden, vermindert dadurch risikoreiche Interventionen und beschützt das Baby vor Schaden.

Ununterbrochene Unterstützung durch einen Geburtsbegleiter, der dem natürlichen Geburtsverlauf vertraut und der darin erfahren ist, auf die  emotionalen und körperlichen Bedürfnisse von Gebärenden einzugehen, macht die Geburt kürzer und sicherer. Diese Unterstützung kann verschiedene Formen annehmen und hilft aus mehreren Gründen.

Wie kann ununterbrochene Unterstützung helfen?

  • Körperliche Unterstützung, z.B.  Rückenmassage, Hilfe beim Finden einer komfortableren Position, kann Schmerzen vermindern und der Geburt weiterhelfen.
  • Emotionale Unterstützung, z.B. Ermutigung, Lob und Bestärkung, vermindern den Stress. Ein hoher Level an Stresshormonen kann die Geburt verlangsamen und das Schmerzempfinden der Gebärenden verstärken.
  • Unterstützung durch Informationen, z.B. der Gebärenden erklären, was sie zu erwarten hat, Behandlungsvorschläge genauer  erläutern, den Geburtsfortschritt diskutieren, kann ihre Zuversicht stärken und sie befähigen, fundierte und gesunde Entscheidungen zu treffen.

Doulas, die Expertinnen in der Geburtsunterstützung

Frauen nehmen häufig an, dass eine Hebamme oder Ärztin sie die ganze Zeit lang während der Geburt unterstützen. Leider sieht die Realität anders aus. Zwar leiten  Hebammen die Geburten, doch müssen sich diese oft um mehrere Schwangere kümmern. Ihre Verantwortung und Aufmerksamkeit müssen sie dann auf mehrere Geburten aufteilen.

Auf der anderen Seite können Partner, Verwandte oder Freunde zwar großartige emotionale Hilfe anbieten, aber werden oft von der tatsächlichen Geburt überfordert , oder wissen nicht, wie man am besten einer Frau in den Wehen beisteht.

Doulas sind professionelle, unterstützende Geburtsbegleiter. In der Regel haben sie eine Ausbildung in diesem Bereich absolviert und haben  Geburtserfahrung. Die meisten vertrauen der natürlichen Geburt und kümmern sich darum, soweit es geht, dass die Abläufe einer natürlichen Geburt nicht gestört werden und die Geburt so leicht wie möglich für die Frau wird.

Was sagt die Forschung

Forschungsergebnisse bestätigen, dass die Geburt sicherer und gesünder ist, wenn die Frauen kontinuierlich unterstützt werden. Ebenso konnte gezeigt werden, dass Frauen die einen ununterbrochene Unterstützung von einer Doula erfahren, seltener einen Kaiserschnitt oder eine andere medizinische Intervention benötigen.

Frauen die von einer Doula unterstützt wurden erleben seltener:

  • einen Kaiserschnitt
  • eine vaginale Geburtsoperation (Zangen- oder Saugglockengeburt)
  • PDA und andere Schmerzmittel (Analgetika, Narkotika)
  • negative Gefühle bez. ihrer Geburt ( z.B. Trauma)

Optimiere dein Unterstützungsteam

  • Wähle Personen, die du magst und die auch dich mögen.
  • Wähle Personen, die bereit dazu sind, etwas über die Abläufe in der Geburt zu lernen. Die lernen wollen, welche Positonen die hilfreichsten sind und welche Entscheidungen während der Geburt anstehen könnten.
  • Wähle Personen, von denen du annimmst, dass sie dich unterstützen werden und nicht ablenken oder sogar stören.
  • Frag sie, ob sie auch mit zum Geburtsvorbereitungskurs gehen würden.
  • Übe mit ihnen zuvor Positonen und Entspannungen für die Geburt.
  • Versichere dich darüber, dass sie wissen, was für eine Geburt du dir wünscht und dass sie dich in deinem Wunsch auch unterstützen.

Hilfreiche Geburtsumgebung

Die Geburtsumgebung spielt eine große Rolle dabei, ob sich die Frau wohlfühlt und die Geburt ungestört vonstatten geht. Nimm nur Leute mit, die dich wirklich unterstützen werden. Deine Geburtsumgebung sollte ruhig, nur mäßig beleuchtet und privat sein, damit du dich auf deine Geburt konzentrieren kannst und den natürlichen Instinkten deines Körpers folgen kannst.

Tip für den Partner

Doulas unterstützen auch den Partner

Viele Partner sorgen sich darum, dass eine Doula ihnen ihre wichtige Stellung in der Geburt streitig machen würde. Aber tatsächlich wird eine gute Doula deine Rolle eher verstärken, indem sie dir zeigen wird, wie du deiner Partnerin wirklich bei der Geburt eures Kindes helfen kannst.

Forschungen bestätigen auch diesen positiven Doulaeffekt.

Es ist daher  wichtig, dass sich nicht nur die werdende Mutter gut mit der Doula versteht, sondern auch der Vater.

Quelle:

http://www.lamaze.org/HBP3

Wunschgeburt natürliche Geburt – I. Zu ihrer eigenen Zeit beginnen lassen


Oft sind die letzten Tage und Wochen der Schwangerschaft für werdende Mütter körperlich und emotional sehr anstrengend.  Sie fühlen sich nicht mehr wohl, die Beschwerden nehmen zu, ebenso der Wunsch, endlich das Baby im Arm halten zu können. Manchmal tauchen auch kleine Problem auf,  Ängste erwachen und es entsteht der Druck, die Wehen mit einer Einleitung beginnen zu lassen, obwohl noch gefahrlos abgewartet werden könnte.

In dieser Situation ist es wichtig daran zu denken, dass eine Einleitung den Körper der Frau und das Baby zur Geburt zwingt, bevor diese dazu bereit sind. Deshalb kann eine Einleitung  mehr Zeit brauchen, manchmal einen ganzen Tag, manchmal länger und es kann auch passieren, dass sie überhaupt nicht funktioniert. Und es kommt zum Kaiserschnitt bevor Wehen eingesetzt haben.

Warum ist es meist einfacher und sicherer, wenn die Geburt von alleine beginnt?

  • Die Medikamente, die für die Einleitung verwendet werden, können bewirken dass die  Wehen stärker sind, länger andauern  und häufiger auftreten als natürliche Kontraktionen und damit sind sie für die Mutter schmerzhafter und ermüdenter.
  • Diese stärkeren und längeren Kontraktionen können auch dem Baby mehr zu schaffen machen, als natürliche Wehen. Dies macht sich dann durch schlechtere  Herztönen des Babys bemerkbar.
  • Bei einer Einleitung muss ein intravenöser Zugang gelegt werden. Wegen der möglichen stärkeren Belastung des Babys muss auch das Baby ständig elektronisch überwacht werden. Für die Schwangere bedeutet dies, dass sie nun in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist.
  • Wenn die Geburt von alleine, ohne Einleitung beginnt, kann die Gebärende sicher sein, dass ihr  Baby dazu bereit ist und ihr Körper richtig arbeitet.

Forschungsergebnisse aus den letzten Jahren dokumentieren steigende Probleme durch Einleitungen:

Eine Einleitung erhöht das Risko für

  • eine vaginal operative Geburt (Zange, Saugglocke)
  • die Notwendigkeit von Schmerzmitteln
  • Kaiserschnitt
  • Babys mit geringem Geburtsgewicht
  • Verlegung des Babys auf die  Intensivstation
  • einen längereren Krankenhausaufenthalt

Wann kann eine Einleitung sicherer sein als abwarten?

  • Die Fruchtblase ist geplatzt und nach einer Wartezeit (12-24Std) haben sich keine Wehen eingestellt. (Eigene Anmerkung: Vaginale Untersuchungen, besonders mit Eipollösung können das Platzen der Fruchtblase verursachen, siehe vorangegangenen Blogartikel)
  • Deine Schwangerschaft dauert schon länger als vollendete 42 Wochen.
  • Dein Blutdruck ist schwangerschaftsbedingt sehr  hoch.
  • Du hast ein Gesundheitsproblem, dass dein Baby gefährdet.
  • Du hast eine Infektion in deiner Gebärmutter.
  • Dein Baby wächst nicht ausreichend

Wann ist keine Einleitung notwendig

  • Du und dein Baby sind gesund, aber es wird angenommen, dein Baby ist groß.
  • Du hast wenig Fruchtwasser aber deinem Baby und dir geht es gut.
  • Du hast dir selbst einen Termin gesetzt.

Welche Fragen an deine Ärztin, deinen Arzt können dir bei der Entscheidung helfen?

  • Warum empfehlen sie mir eine Einleitung?
  • Wie hoch ist das Risiko für mein Baby/für mich wenn ich noch abwarte? Wie lange kann ich noch abwarten?
  • Gibt es Studien dazu, die bestätigen, dass eine Einleitung in meiner Situation sicher ist und das gesundheitliche Risiko für mein Baby, für mich senkt?
  • Können wir erst natürliche Methoden versuchen?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass die Einleitung erfolgreich sein wird? Wie „reif“ ist mein Muttermund? (Ein unreifer Muttermund ist oft ein Zeichen dafür, dass die Einleitung nicht funktioniert)?

Quelle:

http://www.lamaze.org/HBP1

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 67 Followern an

%d Bloggern gefällt das: