Stillen – Selbstbedienung von Anfang an – Teil III -Hindernisse


Nicht alle Kinder legen sich selbst an. Manchmal sind die Ursachen dafür unbekannt, es gibt aber auch Umstände, von denen man weiß, dass sie es dem Neugeborenen schwer machen, selbst aktiv zu werden. Auf der Webpage der Unicef Initiative \“The Breast Crawl\“ sind die bisher durch Studien belegten Hindernisse aufgeführt. Diese habe ich hier zusammengefasst und übersetzt:

Unterbrochener Mutter – Baby – Kontakt nach der Geburt

Wird der Kontakt zwischen Mutter und Baby in der ersten Stunde unterbrochen und das Baby  (für 15-20 Minuten) genau vermessen, untersucht, gewaschen etc. und dann zu seiner Mutter zurückgebracht, so findet oft kein Selbstanlegen des Babys statt, selbst wenn ihm viel Zeit dafür gegeben wird.

Analgetika

Untersucht wurde z. B. das Verhalten der Babys, wenn ihrer Mutter Pethidin (ein Opiat) zur Schmerzlinderung während der Geburt gegeben wurde. Diese Schmerzmittel werden über die Plazenta an das Baby weitergegeben und so verwundert es nicht, dass diese sich nur halb so oft selbst anlegen konnten, wie Kinder deren Mütter kein Pethidin bekommen hatten. Pethidin ist aus dem Blutkreislauf der Mutter schon nach 3-4,5 Stunden nach der Verabreichung verschwunden. Hat die Mutter es schon eher am Anfang der Geburt erhalten, so ist sie wahrscheinlich schon frei von Nebenwirkungen. Die Leber des Babys ist jedoch noch nicht so schnell mit dem Entgiften, deshalb zirkuliert Pethidin noch 13 – 23(!) Stunden nach Verabreichung im Körper des Babys.

Analgetika und Unterbrechung

Bei den Babys, für die beide Parameter zutrafen, schaffte es bei Studien kein einziges, sich selbst anzulegen und zu trinken.

Weitere ungünstige Faktoren

Alles was das Baby sensorisch  behindert, soll unterlassen werden, wenn nötig  kann alles später gemacht werden, wie:

  • starke zusätzliche Düfte, Parfüm
  • Waschen der Mutterbrust
  • Abwaschen der Babyhändchen, das Baby am besten insgesamt nicht waschen, nur abtrocknen
  • Augentropfen
  • Vitamin K-gabe
  • Babybekleidung, es reicht wenn es zusammen mit seiner Mutter zugedeckt wird
  • Absaugen (nur dann, wenn die Atmung ansonsten behindert ist)

Interessant fände ich auch, ob ein sofortiges Abnabeln der Neugeborenen, einen hindernden Einfluss auf die Fähigkeit der Neugeborenen sich selbst anzulegen hat. Wenn einem die vielen Nachteile des vorzeitigen Abnabelns bekannt sind, erscheint dies als sehr wahrscheinlich.

Kann sich denn das Baby nur in der ersten Stunde nach der Geburt selbst anlegen, oder geht das auch noch später, z. B. nach einem Kaiserschnitt?

Dieser Frage will ich in Teil IV der Reihe  „Selbstbedienung von Anfang an“  – „ist es auch später möglich?“ nachgehen.

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