pluripotente Stammzellen in der Muttermilch


Wer suchet, der findet! Ich weiß nicht, was da noch alles in der Muttermilch gefunden wird – kürzlich  waren es hohe Konzentrationen an TRAIL Proteinen (einer der wichtigsten Faktoren für die Ausschaltung von Krebszellen, ich wollte dies eigentlich schon längst hier vorgestellt und übersetzt haben, aber die Zeit……)- jetzt sind es Stammzellen. Und zwar nicht irgendwelche, sondern diese scheinen den pluripotenten embryonalen Stammzellen zu entsprechen.

Nun muss natürlich erforscht werden, ob und wie diese Stammzellen aus der Muttermilch für die Behandlungen von Krankheiten  genutzt werden können. Ebenso, ob sie vielleicht einen Ersatz für die pluripotenten Stammzellen  aus Embryos darstellen können. Sie wären so viel leichter zu gewinnen, ohne ethisches Dilemma.  Es stellt sich auch die wichtige Frage, was machen diese Stammzellen in der Muttermilch? Übernehmen sie eine wichtige Funktion beim Wachstum des Kindes, bei der Entwicklung der Organe, wie ist ihr Einfluss auf die langfristige Gesundheit des  gestillten Babys usw. ?

Weiteres darüber  könnt ihr hier:

http://www.medela.com/DE/dms/global/…/FoteiniHassiotou_Deutsch.pdf

lesen.

Wie Geschäftemacherei und Elternangst Babys Blut raubt


Alle werdenden Väter und Mütter kennen Vita 34. Kaum eine Elternzeitschrift oder ein Gynäkologen Zimmer ohne Werbebotschaften dieser  privaten Nabelschnurblutbank. Meine Meinung dazu, könnt ihr auf meiner Seite Nabelschnur – Stammzellspende oder Auspulsieren nachlesen (oben anklicken).

Nun widmet sich ein Artikel von Spiegelonline vom 27.12.11 der Frage, ob Vita 34 bei den Heilsversprechen in ihren Anzeigen immer  bei der Wahrheit bleibt. Hier könnt ihr ihn nachlesen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,804843,00.html

Stammzellen aus dem Nabelschnurblut – Wem gehören sie? Teil 2


Wieviel Blut verliert ein Neugeborenes durch eine Stammzellenspende?

Oder vielleicht besser:

Baby trifft Vampir! – Was dann geschah.

Um ein  Gefühl dafür zu bekommen, um welche Mengen es sich beim vorzeitigen Abnabeln der Nabelschnur handelt, ist  nicht so sehr die absolute Blutmenge ausschlaggebend, sondern das Verhältnis, in dem diese zur gesamten Blutmenge des Neugeborenen steht. Durch das für die Stammzellenspende notwendige vorzeitige Abnabeln verliert das Neugeborene eine erhebliche Menge seines Blutes –  30 bis 40%. Vielleicht, so kann man sich fragen, braucht das Baby dieses Blut ja überhaupt nicht? Vorher war  doch dieses Blut in der Plazenta oder in der Nabelschnur unterwegs, da ist es doch nur natürlich, dass es nach der Geburt nicht mehr nötig ist, oder? Bei dieser Betrachtungsweise wird vergessen, dass die Lunge vor der Geburt in seiner Atmungsfunktion nicht gebraucht wird und daher nur eine kleine Blutmenge in der Lunge zirkuliert. Nach der Geburt sieht dies anders aus. Nun muss die Lunge arbeiten. Dazu müssen sich die Lngenbläschen weiten und dafür ist eine viel größere Blutmenge als zuvor notwendig. Dieses Blut kommt aus der Plazenta und der Nabelschnur. Fehlt dieses aufgrund des vorzeitigen Abnabelns, wird das zum normalen Arbeiten der Lunge notwendige Blut aus den anderen Organen abgezogen, auch vom Gehirn und der Leber. Es kommt zu starkem Druckabfall in den  Blutgefäßen und es stehen viel weniger rote Blutkörperchen zur Sauerstoffversorgung, aber auch andere Blutbestandteile, wie z. B. T-Helfer Zellen (gegen Krebs) und Stammzellen zur Verfügung. Und dies wenige Sekunden nach der Geburt, in einem besonders sensiblen Zeitabschnitt im Leben eines Menschens, im Moment einer grundlegenden Umstellung der Sauerstoffversorgung und des Stoffwechsels.  Alles das, was vorher die Plazenta geleistet hatte, muss nun vom Körper des Neugeborenen alleine geschafft werden.

Man stelle sich nur vor,  jemand käme ein paar Stunden nach einer Geburt mit physiologischen Bluttransfer auf die Idee, dem Baby auch nur 20% seines Blutes abzunehmen. Er würde für verrückt erklärt werden.

Für was braucht denn das Baby diese Stammzellen?

Für was werden denn eigentlich Stammzellen benötigt, was machen sie? Hier ein Link zu  Stammzellen und  ein Link konkret  zu Stammzellen aus dem Nabelschnurblut (neonatale Stammzellen)aus Wikipedia.

Stammzellen haben wirklich ein großes Potential, insbesondere die multipotenten Stammzellen aus der Nabelschnur. Die Konzentration an Stammzellen im Blut des Neugeborenen ist höher als bei Erwachsenen. Bei Frühgeborenen ist sie sogar noch höher. Bei vorzeitigem Abnabeln verliert das Baby Millionen von wertvollen Stammzellen. Ich frage mich nun, wie man auf die Idee kommen kann, dass diese „Super“zellen im Nabelschnurblut, für die kurz- und langfristige Gesundheit des Babys nicht wichtig sind und zwar von Anfang an und nicht erst im Krankheitsfall, kryokonserviert und Jahre später. Wie häufig, oder besser gesagt, wie selten autologe Nabelschnurblutspenden sind, zeigt sich an folgenden Zahlen. Laut ARD online vom 08.03.2011 wurden inzwischen bei Vita 34 (einem großen privaten Unternehmen) bis Ende 2010   11.038 Nabelschnurblutpräparate eingelagert. Die Erlöse kletterten laut vorläufiger Zahlen auf 17,0 Millionen. Inzwischen wurden seit Beginn der Einlagerung 15 Kinder behandelt. (Weltweit insgesamt 130, über den Erfolg der Behandlung gab es leider keine Angaben.) Sollten denn diese Stammzellen nicht gleich nach der Geburt „Gutes“ im Körper des Kindes tun?

Diese Frage stellen sich auch einige andere, so zum Beispiel auch Dr. Judith Mercer,  Professorin an der University of Rhode Island.  Sie forscht schon seit vielen Jahren  zum Thema „delayed cord clamping“ (späteres Abnabeln) und kommt zum Ergebnis, dass das Nabelschnurblut mitsamt der Stammzellen in das Baby gehört, dass also, im Regelfall, nicht vorzeitig abgenabelt werden darf.   Ihre Meinung dazu, kann man in diesem Podcast (leider auf englisch) hören.

Stammzellen sind von Anfang an am weiteren Aufbau des kindlichen Körpers beteiligt, reparieren im Lebensprozess entstehende Schädigungen. In Tierversuchen konnte festgestellt werden, dass sie Gewebeschäden des Herzens, der Leber,  der Lunge, von Muskeln, von Blutgefäßen und auch des Gehirns beseitigen können. In einer Studie an gerade geborenen, absichtlich mit Sauerstoff unterversorgten Ratten konnte sogar nachgewiesen werden, dass eine Injektion mit menschlichen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut, 24 Stunden nach der Schädigung, eine ansonsten zu erwartende, spastische Lähmung heilen konnte ( siehe hier).

Bisher wurde noch nie untersucht, welche Folgen das Entziehen der Stammzellen des Nabelschnurblutes durch vorzeitiges Abnabeln für das Neugeborene hat. Es gibt keinen Nachweis, dass das Nabelschnurblut und seine Inhaltsstoffe für das Baby „Müll“ sind. Gleichzeitig zementiert die Behauptung „Stammzellengewinnung aus dem Nabelschnurblut ist eine Lebensversicherung“, oder “ ist die Umwandlung von Abfall in ein Heilmittel“ die falsche Vorgehensweise des vorzeitigen Durchtrennens der Nabelschnur. Aber, bevor solch ein Nachweis der Unschädlichkeit der Nabelschnurblutspende erbracht wurde, gilt meiner Meinung nach:

Wem gehören die Stammzellen? – Dem Baby – und zwar im Baby!

Nein, zum Vampirunwesen im Kreissaal!

Was ist eure Meinung dazu?

Die Stammzellenspende von Erwachsenen

Die Nabelschnurspende sollte, wie auch das vorzeitige Durchtrennen der Nabelschnur, die begründete Ausnahme sein. Für die Stammzellenspende von Erwachsenen sieht die Bilanz meines Erachtens ganz anders aus. In Deutschland ist die DKMS die öffentliche Institution für die Knochenmarkspende. Sie hat eine sehr gute und informative Webseite klicke hier. Leider ist diese bezüglich der Nabelschnurspende fehlerhaft und behauptet mehrfach, dass die Nabelschnur incl. Blut nach der Geburt völlig wertlos für das Neugeborene ist. Dass dies von privaten, an Profit orientierten Firmen, so beschrieben wird, erwarte ich nicht anders. Doch ich finde es sehr traurig, wie die Problematik des vorzeitigen Durchtrennens der Nabelschnur, von einer an Gesundheit interessierten Organisation übersehen wird. Gerade das Wissen um die „Super“kräfte der Stammzellen, sollte für einen physiologischen Umgang mit dem Nabelschnurblut bei der Geburt sensibilisieren. Meines Erachtens hätte nicht ein Spendenaufruf um Nabelschnurblut erfolgen dürfen, sondern die Forderung an Geburtshelfer, die Nabelschnur frühestens nach dem Ende des physiologischen Bluttransfers zu durchtrennen, wäre das Richtige gewesen.

Übrigens, ich bin bei der DKMS als möglicher Spender registriert. Knochenmarkspender darf man erst ab 18 werden. Es ist eine freie, persönliche Entscheidung. Von einem potentiellen Spender braucht die DKMS nur eine Gewebeprobe, entweder durch Wangenabstrich (tut überhaupt nicht weh) oder Blutabnahme. Erst im Falle eines tatsächlichen Bedarfs wird näher untersucht und es kann nach einem positiven Ergebnis zu einer Spende kommen. Es werden also meinem Körper nicht ins Blaue hinein die wertvollen Stammzellen entzogen, ohne dass ich dazu gefragt werde, sondern nur, wenn tatsächlich einem anderen Menschen konkret geholfen werden kann und ich diesem zustimme. Diese Vorgehensweise unterstütze ich gerne!

Siehe auch Teil 1: Stammzellen aus dem Nabelschnurblut – Lebensretter aus „Müll“?

Siehe auch: Lasst die Nabelschnur in Ruhe – Die Schere kann warten!

Stammzellen aus dem Nabelschnurblut – Lebensretter aus „Müll“? Teil 1


Es hört sich so gut an: „Stammzellen – die Lebensvorsorge aus dem Nabelschnurblut“.  So oder so ähnlich klingen die Werbesprüche kommerzieller Nabelschnurblutbanken. „Zum Helden geboren,“ ist der entsprechende Satz der gemeinnützigen DKMS (=Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH). Werdende Eltern lesen solche Anzeigen bestimmt einige Male vor der Geburt und denken natürlich darüber nach, ob sie nicht irgendwie verpflichtet sind, ihrem Kind diese Lebensversicherung zu bezahlen (beim privaten Anbieter) und Nabelschnurblut einfrieren lassen. Oder, ob sie nicht aus dem Gefühl einer Dankbarkeit oder des Helfenwollens heraus,  das Nabelschnurblut  spenden sollten.

Das Nabelschnurblut wird in den Werbebotschaften als für das Neugeborene nicht notwendig erachtet. Bei der DKMS findet sich sogar der Satz: „Bisher landet in deutschen Geburtskliniken in rund 97 Prozent der Fälle die Nabelschnur neugeborener Babys im Müll. Ein mehr als bedauernswerter Zustand und Verschwendung lebensrettenden Potenzials“ (siehe:  http://www.dkms.de/aerzte/news-uebersicht/news-detailansicht/article/kleine-helden-auf-der-erfolgsspur/index.html? tx_ttnews%5BbackPid%5D=21&cHash=a961a218ce)

Bei den privaten Anbietern sieht das nicht anders aus. Entweder wird dieser Aspekt überhaupt nicht betrachtet, oder das Nabelschnurblut wird als das Blut beschrieben, das bei der Geburt in der Plazenta verbleibt und daher zum Abfallprodukt würde, wenn es nicht zur Stammzellgewinnung genutzt wird.

Ist Nabelschnurblut  Müll oder ein Abfallprodukt?

Die Blutmenge in der Plazenta und der Nabelschnur nach der Geburt hängt davon ab, ob vorzeitig abgenabelt wurde, oder die Nabelschnur erst nach dem Auspulsieren und damit dem Ende des physiologischen Bluttransfers,  durchtrennt wurde. Für eine sinnvolle Stammzellgewinnung ist das vorzeitige Durchtrennen der Nabelschnur notwendig. Physiologischer Bluttransfer und Stammzellgewinnung schließen einander aus! Die Vorstellung, dem Baby nur ein wenig Blut für die Stammzellgewinnung wegzunehmen, klappt nicht, denn ein großer Nachteil der Transfusion von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut ist die geringe Anzahl der Stammzellen in dieser. Deshalb reichen sie in der Regel  nur für ein max. 40 kg schweres Kind. Für einen Erwachsenen werden die Stammzellen aus der Nabelschnur mehrerer Neugeborener benötigt.

Nabelschnurblut als Müll oder Abfallprodukt entsteht nur in ausreichender Menge, wenn vorzeitig abgenabelt wurde. Unterbleibt eine vorzeitige Durchtrennung der Nabelschnur, ist  eine  Gewinnung  ausreichender Stammzellmengen nicht möglich.

Warum wird vorzeitig abgenabelt?

Das ist wirklich eine gute Frage. Es gibt eine riesige Menge an Studien, welche die kurz- und langfristigen Nachteile des vorzeitigen Durchtrennens der Nabelschnur für das Neugeborene belegen, aber irgendwie scheint der schnelle Schnitt für Geburtshelfer ungemein attraktiv zu sein. Wir haben einfach eine Kultur des „Je Schneller desto  Besser“; „Zeit ist Geld“; „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf ..“..Auch wird manchmal angenommen, dass das viele Blut das Neugeborene schädigen könnte, aber diese Meinung ist, Spezialfälle ausgenommen, inzwischen widerlegt (siehe nochmal die Videos des vorletzten Blogbeitrags).

Folgen des vorzeitigen Abnabelns

Ich glaube wirklich nicht, das diese Eile böse Absicht ist, aber sie hat leider negative Auswirkungen. Ich möchte  (nur  eine kleine Auswahl) dafür auf meinen vorletzten Blogbeitrag mit den Videos von Dr Fogelson verweisen, siehe auch hier und hier und  hier und

Mercer, J., B. Vohr and W. Oh. „Delayed Cord Clamping in Very Low Birthweight  Infants Reduces the Incidence of Intraventricular Hemmorhage and Late Onset Sepsis (Abstract).“ Pediatric  Research. 58(2):395. August 2005.(html)

Mercer, JS, Vohr, BR, Erickson-Owens, DA, Padbury, JF, Oh, W, (2010),
Seven-month developmental outcomes of very low birth weight infants enrolled
in a randomized controlled trial of delayed versus immediate cord clamping. J
Perinatol. 30(1), 11-16. (pdf)

Es folgt Teil 2

Stammzellen aus dem Nabelschnurblut- wem gehören sie?

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