Gebt der Geburt eine Chance


In den letzten Wochen hatte ich überhaupt keine Zeit mich um meinen Blog zu kümmern. Abgehalten hat mich das Elbehochwasser, das Ausräumen, Renovieren, Einräumen, kaputter PC, kaputter …… und dabei waren so viele weitere Dinge liegen geblieben, die nun erst noch erledigt werden müssen, bevor ich mich um neue Beiträge kümmern kann. Ich habe mal kurz alle Beiträge überflogen, ob ich unbedingt etwas inhaltlich ändern muss, ob  neues, abweichendes Wissen eine Änderung notwendig machen würde, aber nichts entscheidendes gefunden.

Als kleines Bonbon folgt hier ein TED Beitrag von Ina May Gaskin vom 16.7.2013, leider noch nicht mit deutschen Untertitel. Könntest und möchtest  vielleicht du für TED die Übersetzung erstellen?

„Reducing fear of birth in U.S. Culture“ von Ina May Gaskin

Video

Geburt von Ivy Claire – Zuhause und im Wasser


Ich verfolge schon lange den Blog von  Dr. Rixa Feeze, PhD: Stand and Deliver . Am 25.3.2013 hat sie ihr viertes Kind geboren, wieder zu Hause.   Von Ivy Claires Geburt hat Dr. Rixa einen editierten Videomitschnitt bei YouTube eingestellt und diesen, wie ich finde, sehr gelungenen Film  möchte ich hier vorstellen.

 

 

Zusammengefasste Übersetzung Dr. Rixas Beschreibung der Umstände und der Geburt: „Schon in der Nacht zuvor hatte ich starke aber unregelmäßige Wehen. Zwischen den einzelnen Episoden konnte ich immer wieder einschlafen. Nach dem Aufwachen wurden die Wehen regelmäßig und folgten in kürzeren Abständen. In der letzten Stunde der Geburt ging ich in den Pool. Dabei öffnete sich der Muttermund in nur 25 Minuten von 5 cm fast vollständig und aus den Transitionswehen wurden Austreibungswehen.

Dieses Video zeigt erst eine Wehe im Pool und überspringt dann fast 20 Minuten bis zu den Presswehen. Es wird von allen Presswehen ein Teil gezeigt, so ist gut erkennbar, wie sie an Länge und Intensität zunehmen. Ich habe die Zeit dazwischen meistens herausgeschnitten, da nichts besonderes geschah oder gesagt wurde.

Meine 6-jährige Tochter kam herein um zuzusehen. Wir hatten sie dazu eingeladen, solange sie stillsitzen konnte. Sie machte es ganz gut, doch es gelang ihr nicht immer, besonders wenn ich recht laut wurde.

Die Hebamme ist im Video nur  einmal beim Abhören der Herztöne zu sehen. Sie hat aber öfters kontrolliert (die Rate war immer o.k.), dies wurde herausgeschnitten.

Das Video ist 20 Minuten lang,  Ivy wurde in der 15. Minute geboren.“

Sich öffnen bei der Geburt – eine Visualisation


Die Geburt geschehen lassen, trotz Schmerzen oder  Zweifel, ist oft das Schwerste für die Gebärende. Der Körper muss sich ganz öffnen, um das Kind zur Welt zu bringen und er tut dies mit einer großen Unabhängigkeit vom bewussten Entscheiden. Wir sind es gewohnt, dass unser Körper sich so bewegt wie wir es wollen: Aufstehen, Gehen, Hinlegen, den Kopf wenden etc..  Bei der Geburt übernimmt der Körper das Kommando. Arbeitet die Gebärende gegen ihren Körper an, so kann dies die Geburt doch erschweren. Sie wird schmerzhafter und  kann längern dauern. Hilfreich beim Unterstützen des Körpers sind z. B. geeignete Positionen oder Bewegung, eine bewusste beruhigende Atmung oder aber auch innere Bilder. Diese sind speziell hilfreich beim sich Öffnen, beim sich ganz Hingeben.

Eine sehr schöne Visualisierung ist das Aufblühen einer Blume. Hier in diesem Video öffnen sich langsam mehrere Rosenknospen zu großen roten Rosen.

Manchmal verläuft eine Geburt sehr rasant, dann wird ein ganzes Feuerwerk an Blüten dies besser begleiten:

The Life of Flowers from VOROBYOFF PRODUCTION

Geburtshaltung bei Beckenendlage (Steißgeburt)


Bei den Clicks, die mein Blog in den letzten Tagen bekommen hat, ist mir aufgefallen, dass oft  nach einem Beitrag über die BEL (Beckenendlage, Popo zuerst) des Kindes gesucht wurde. An dieser Stelle möchte ich daher kurz  ein paar informative Seiten im Netz dazu vorstellen:

Waren in den letzten Jahren in US-amerikanischen, kanadischen, englischen und auch vielen deutschen Kliniken vaginale Geburten aus BEL ein absolutes NO-GO, so hat sich dies vor kurzem wieder geändert. Ein Artikel der FAZ fasst dies kurz zusammen, (bitte bis zum Ende lesen). Besonders beruhigend finde ich den Hinweis, dass sich die allermeisten Kinder, die die letzten 6 Schwangerschaftswochen aufrecht sitzend beginnen, von selbst noch vor der Geburt in eine Kopflage drehen. Hier noch ein Kurzinterview mit dem auch  international anerkannten Prof. Dr. Frank Louwen, Leiter der Geburtshilfeabteilung der Uni-Frauenklinik Frankfurt/Main.

Welche Geburtsposition ist denn die günstigste?

Ärzte des  Universitäts-Klinikum in Leipzig haben sich  mit der Steißgeburt beschäftigt und raten bei der Geburt zum eher aufrechten Vierfüßlerstand (nach unten scrollen). Auch im Uniklinikum Frankfurt wird diese Position empfohlen. Die Geburt auf allen Vieren ist sowieso eine gute Geburtsposition. Sie ist zwar erstmal ungewöhnlich, wird jedoch auch bei feststeckenden Schultern (Schulterdystokie)  genutzt.

Lustig finde ich diese Entwicklung im Uniklinikum Leipzig schon. Vor nicht allzu langer Zeit glaubte man auch dort noch, dass die Käferstellung auf dem Rücken für eine BEL notwendig ist, wie es in diesem Erfahrungsbericht geschildert wird. Doch die Entwicklung weg von der Bequemlickeit des Geburtshelfers, hin zu mehr  „Bequemlichkeit“ (und Sicherheit) für das Baby und für die Gebärende, macht Hoffnung. Es gibt Geburtshelfer, die den Frauen zuhören, die neugierig bleiben, die ihre eigene Vorgehensweise kritisch überdenken und Verbesserungen anstreben.

Video einer Steißgeburt im Wasser

Ob eine Geburt mit dem Baby in BEL auch in einer Geburtswanne  eines deutschen Krankenhauses erlaubt wäre, weiß ich nicht, aber nachfragen, kann man auf  jeden Fall. Vielleicht hilft ja dieses Video dabei.

Wunschgeburt natürliche Geburt – VI. Dein Baby bleibt bei dir. Das ist das beste für dich, dein Baby und für den Stillbeginn!


In den ersten Augenblicken nach der Geburt vollbringt der Körper des Babys eine schwierige und gleichzeitig wundervolle Wandlung. Im Bauch der Mutter hat ihre Umgebung die perfekte Temperatur und alles was sie brauchen, wird durch die Nabelschnur geliefert. Nach der Geburt müssen sie ihre Körpertemperatur aufrecht erhalten, ihre Lungen müssen sich weiten und selbst Luft  atmen, ihr Blutkreislauf muss sich neu formieren. Außerdem müssen sie lernen zu saugen, zu schlucken und ihr Verdauungssystem muss  die Milch ihrer Mutter verarbeiten. Ob all dies leicht und  sicher für das Baby verläuft, hängt auch davon ab, auf welche  Art, Mutter und Baby zu dieser Zeit versorgt werden.

Haut an Haut – enger Kontakt zwischen Baby und Mutter

Zum Glück gelingen diese notwendigen Änderungen am sichersten, wenn  eines der grundlegendsten Bedürfnisse  des Babys gestillt wird – und zwar der Kontakt des Babys zur Mutter, Haut an Haut, kein trennender Stoff zwischen den beiden, das Baby auf dem Bauch der Mutter, oder in ihren Armen. Der gewohnte Duft, der Geschmack, die Stimme der Mutter und die Wärme ihrer Haut  helfen dem Baby, sich nach dem Abenteuer der Geburt, geborgen zu fühlen.

Haut an Haut liegend, erleichtert dem Baby die Umwandlung zur Lungenatmung und hilft ihm die richtige Körpertemperatur zu waren. Es wird instinktiv lernen, wie es an der Brust seiner Mutter seinen Hunger stillen kann. In der Tat, Forscher haben herausgefunden, dass Babys, die nicht von Medikamentengaben während der Geburt beeinträchtigt sind und die  in ihrer ersten Stunde ungestört Haut an Haut bei ihrer Mutter sein dürfen, keine Hilfe beim Stillen benötigen. Sie robben den Bauch ihrer Mutter hoch, finden die Brustwarze, riechen und sehen sie, und legen sich selbst an!

Desto mehr Zeit Mutter und Baby, in den ersten Tagen nach der Geburt, Haut an Haut, miteinander verbringen dürfen, desto größer sind die Vorteile. Ein faszinierender Effekt ist, dass die Verbindung zwischen Mutter und Baby enger wird. Mütter, die ihr Baby nach der Geburt Haut an Haut halten, kümmern sich um ihr Baby mit größerem Selbstvertrauen, erkennen und reagieren schneller auf die Bedürfnisse ihres Babys, als  Mütter, die von ihren Babys getrennt wurden.

Die meisten Babys, die in der ersten Zeit nicht in den Armen  ihren Müttern sein durften, werden routinemäßig vom medizinischen Personal bewertet, gewogen, gemessen, abgewischt  und/oder in eine Decke gewickelt. Keine dieser Maßnahmen ist für das Baby wichtiger als der ungestörte Kontakt zu ihrer Mutter. Viele Prozeduren, wie das Absaugen von Mund und Nase, standardmäßige Medikamentengabe, oder das Baby unter einer Wärmelampe zu beobachten , können entweder später, oder auf dem Bauch der Mutter liegend, durchgeführt werden, in vielen Fällen kann man ganz darauf verzichten.

Rooming-in

Viele Frauen sind nach der Geburt sehr erschöpft und sie hoffen, dass sie mehr Schlaf bekommen können, wenn ihr Baby von ihnen getrennt untergebracht wird. Aber die Forschung hat gezeigt, dass die Mütter mit dem Baby im Zimmer genauso gut schlafen. Die Babys geht es jedoch besser, sie schreien weniger und haben  eher seltener Problem beim Stillen, im Vergleich zu den Babys, die von  ihrer Mutter getrennt liegen.


Was sagt die Forschung?

In wissenschaftlichen Studien wurden Babys, die engen Kontakt, Haut an Haut, mit ihren Müttern  in der ersten Stunde nach der Geburt hatten, mit Babys, die in Tücher eingewickelt oder in eine Wiege gelegt wurden, verglichen. Die Studien kamen zum Ergebnis, dass es den Babys mit dem engen Kontakt, in vielerlei Hinsicht besser ging, als den anderen.

Vorteile für die Babys, die nach der Geburt Haut an Haut Kontakt hatten:

  • Sie haben eine stabilere Körpertemperatur
  • Sie schreien weniger
  • Ihre Blutzuckerwerte sind stabiler
  • Sie trinken früher, länger und leichter an der Brust
  • Sie haben weniger Stresshormone im Blut
  • Sie haben Kontakt zur normalen Bakterienflora der Haut ihrer Mutter. Dies könnte sie vor Krankheiten aufgrund von  Besiedlung mit schädlichen Bakterien schützen.


Entscheide selbst darüber, wie mit deinem neugeborenen Baby nach der Geburt umgegangen werden soll.

Finde vorher heraus, wie im Krankenhaus deiner Wahl, mit den neugeborenen Babys umgegangen wird. Erkläre in einem Vorgespräch mit deinen Geburtshelfern, dass du diesen engen Hautkontakt mit deinem Kind in der ersten Stunde nach der Geburt und danach Rooming-in haben möchtest.  Falls sie auf eine routinemäßige Trennung von Mutter und Baby bestehen, dann überlege dir, ob du nicht deinen Entbindungsort wechseln solltest.

Übersetzt aus Quelle:

http://www.lamaze.org/HBP6

Wunschgeburt natürliche Geburt – V. Leg´ dich zum Gebären nicht auf den Rücken und folge deinem Instinkt beim Pressen


Wenn man gebärenden Frauen im Fernsehen oder in Kinofilmen zusieht, bekommt man den Eindruck, dass es nur eine Art zu Pressen gibt – leicht aufgerichtet auf dem Rücken liegend und angefeuert von Hebammen,  Ärzten und Vätern:  „tief einatmen, Augen zu, Mund zu, Luft anhalten und Pressen, Pressen, Pressen, fester, 6, 5,…..1,0! Luft holen, anhalten, pressen pressen fester, ………“

Doch diese Art des angeleiteten, gezielten Pressens in der Austreibungsphase (Valsalva Manöver) wird nicht von der Forschung unterstützt, im Gegenteil, dieses forcierte Pressen macht es den Frauen  und den Babys schwerer.

Vermeide es beim Pressen auf dem Rücken zu liegen,

dies gilt auch für das halbaufgerichtete Liegen

Auf dem Rücken liegend zu pressen bedeutet, dass bergauf gepresst werden muss. In einer eher aufrechten Position, beim Stehen, Knien, und Hocken unterstützt die Schwerkraft. Sogar beim Liegen auf der Seite muss man nicht gegen die Schwerkraft ankämpfen. Gleichzeitig können sich die Beckenknochen weiten und es dem Baby erleichtern geboren zu werden. Die ganze Austreibungsperiode wird dadurch eher kürzer und weniger anstrengend – für die Gebärende und das Baby.

Viele Schwangere haben während der Schwangerschaft den Rat gehört, dass sie niemals auf dem Rücken liegen sollen, da das Gewicht des wachsenden Bauches auf eine wichtige Ader drücken kann und dann der Blutfluss zur Plazenta, und damit zum Baby, vermindert wird. Der gleiche Rat gilt auch für die Geburt! Babys zeigen eher Stresssymptome wenn die Mütter während des Pressens flach auf dem Rücken liegen.

Heute haben die meisten Kreissäale verstellbare Betten. Mit deren Hilfe kann man in unendlich vielen Positionen pressen. Spiel mit dem Bett herum. Finde heraus welche Positionen (anlehnen, knien, ein Bein hoch, hocken ….) dir gut tun. Oft gibt es auch Seile, Querstangen und Geburtshocker.

Spontanes Pressen

Wenn eine Gebärende auf ihren Körper horcht, wird sie erst pressen wenn sie einen starken Pressdrang spürt. Bei diesem natürlichen Pressen wird sie, im Vergleich zum forcierten Pressen, kürzer die Luft anhalten, sie wird häufiger einatmen und sie wird während einer Presswehe häufiger pressen. Dies wird Spontanes Pressen genannt.

Dieses Pressen wird nicht mehr Druck und Kraft verbrauchen als zur Geburt des Kindes notwendig ist. Verfrühtes und/oder angeleitetes Pressen braucht mehr Kraft, ist viel anstrengender und bringt stärkeren Druck auf den Kopf des Babys, sowie auf die Muskeln des Damms und des Beckenbodens. Es überrascht nicht, dass dies Probleme für das Kind  machen kann und auch den Beckenboden stärker schädigt als es zur Geburt eigentlich notwendig wäre. Zudem beeinträchtigt das lange Anhalten der Luft beim Pressen die Sauerstoffversorgung des Babys.

Pressen mit einer PDA

Eine PDA vermindert das Empfinden für den Pressdrang. Außerdem ist es schwerer eine aufrechte Position einzunehmen. Aber es gibt einige einfache Maßnahmen, die die Wahrscheinlichkeit für eine vaginale Geburt mit PDA erhöhen:

Warte bis das Gefühl für den Pressdrang kommt. Das kann eine Stunde oder länger dauern. Während dieser Zeit können die Wehen das Baby durch den Geburtskanal in eine gute Geburtsposition bringen.

Bitte um Hilfe um selbst in eine gute Geburtsposition, z. B. auf der Seite liegend oder knien, zu kommen und zu bleiben.

Viele Geburtshelfer lassen die PDA vor den Presswehen abklingen. Unglücklicher Weise erhöht dies nach Studienergebnissen die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer operativen Geburt mit Zange oder Saugglocke wird.

Tip für den Partner:

Unterstützung ohne Anleitung

Während das angeleitete Pressen selten notwendig ist und routinemäßig angewandt sogar zu Problemen führen kann, finden es die meisten Gebärenden sehr hilfreich, wenn sie beim Pressen ein Feedback von den Geburtsbegleitern bekommen.

Also, weniger Instruieren, mehr loben und bestätigen. Sage es ihr, wenn der Kopf sichtbar wird. Wenn sie möchte, zeige ihr den Kopf mit Hilfe eines Spiegels oder hilf ihr den Kopf zu berühren. Dadurch kann sie besser herausfinden, wie sie am besten pressen kann.

Was sagt die Forschung dazu:

Metastudien zur Geburtspositionen kamen zum Ergebnis, dass Gebären in aufrechten Positionen,  im Vergleich zum auf dem Rücken liegenden gebären, zu kürzeren Austreibungsphasen und geringen Schmerzen führt.

Vorteile des Pressens in aufrechten Positionen

  • kürzere Austreibungsphasen
  • mögliche Reduzierung der Anzahl von Zangen- und Saugglocken Geburten
  • Seltener starke Schmerzen
  • Seltener problematische Herztöne des Babys
  • Weniger Dammschnitte
  • Weniger Schäden an Damm und Vagina

Vorteile des spontanen Pressens

  • Geringere Schädigung des Dammes
  • Stärkerer Beckenboden (mehrere Monate nach der Geburt, dies kann die Häufigkeit des Auftretens von Inkontinenz vermindern)
  • Seltener abnormale Herztöne

Sprich mit deinem Geburtshelfer darüber

Die Austreibungsphase ist meist die Phase in einer Geburt, die am häufigsten von den Geburtshelfern aktiv geleitet wird.  Hebammen und Ärzte haben meist ihren eigenen Stil.  Sprich daher vor der Geburt mit ihnen darüber, wie du beim Pressen unterstützt werden möchtest. Sage es ihnen, wenn du spontan und eher in aufrechter Haltung pressen möchtest.

Wenn dein Muttermund vollständig eröffnet ist und du Pressdrang spürst, dann nimm eine Position ein, die dir angenehm ist und presse nach eigenem Gefühl. Erinnere, wenn nötig, deine Geburtsbegleiter und -helfer daran, dass du nach eigenem Gefühl pressen möchtest. Lass dich aber aktiver unterstützen, wenn du Hilfe brauchst.

Quelle :

http://www.lamaze.org/HBP5

Wunschgeburt natürliche Geburt – IV. Vermeide Eingriffe, die nicht medizinisch notwendig sind


Eingriffe (oder auch  Interventionen) in einer Geburt sind Maßnahmen oder Behandlungen, die dazu da sind, Probleme zu finden, ihnen vorzubeugen oder sie zu beheben. Natürlich sind sie manchmal notwendig. Aber oft werden sie routinemäßig bei allen Geburten durchgeführt, egal ob sie in der jeweiligen Geburt  notwendig sind oder nicht.

Alle Eingriffe haben auch Nebeneffekte und Risiken und sei es nur diese, dass sie die Frau in ihrer Geburtsarbeit unterbrechen und damit den Ablauf stören, ihn schwieriger und komplizierter als nötig machen. Aus diesen Gründen ist es das Beste, einen Eingriff nur dann durchzuführen, wenn  die Frau und der Geburtshelfer davon überzeugt sind, dass die zu erwartenden positiven Ergebnisse die möglichen Risiken überwiegen und wenn klar ist, dass  ein weniger risikoreicher Eingriff nicht ausreichend effektiv sein wird. Einen Eingriff anzuwenden, ohne dass wirkliche Verbesserungen damit für den Geburtsverlauf erwartet werden können, machen eine Geburt weniger sicher aber schwieriger. Suche deshalb, wenn du die Möglichkeit hast zu wählen, einen Geburtsort aus, an dem Eingriffe nur dann vorgenommen werden, wenn sie medizinisch notwendig sind und nicht weil „man das immer so macht“.

Die häufigsten Interventionen

Die gebräuchlichsten Eingriffe während einer Geburt sind: IV-Zugang zur Flüssigkeitsversorgung, Dauerüberwachung der kindlichen Herztöne, chemische Einleitungen, Sprengen der Fruchtblase , PDA, Dammschnitt. All diese Eingriffe haben Nebeneffekte und  Forschungsergebnisse unterstützten nicht die routinemäßige Anwendung bei gesunden Frauen während der Geburt.

Flüssigkeitsversorgung durch IV: Die Geburt ist leichter und sicherer, wenn die Frau ausreichend mit Flüssigkeit, Kalorien und Elektrolyten versorgt  ist. Am einfachsten wird dies für die meisten Frauen durch Essen und Trinken gewährleistet. Aber in manchen Kliniken wird den Gebärenden Essen und Trinken verboten und die notwendigen Nährstoffe und Flüssigkeiten werden  intravenös gegeben.

Es gibt keine Beweise, dass die Versorgung durch einen intravenösen Zugang sicherer für die Frau ist. Und viele empfinden eine IV als schmerzhaft und unangenehm. Ein intravenöser Zugang macht es schwieriger sich frei zu bewegen und versorgen die Frau nicht unbedingt mit der Mischung an Flüssigkeit, Elektrolyten und Nährstoffen die diese gerade jetzt braucht.

PDA: Die PDA vermindern die Schmerzen gut und machen es den allermeisten Frauen viel einfacher die Schmerzen zu ertragen. Aber sie macht oft auch die Geburt viel komplizierter. Forschungsergebnisse zeigen, dass es dem Baby schwerer fällt sich in die richtige Geburtsposition einzustellen. Auch den Frauen fällt es oft schwerer sich zu bewegen, manchmal geht es überhaupt nicht. Durch das verminderte Gefühl in der Bauchregion wird das Mitpressen  meist erschwert und es kommt häufiger zu einer operativen vaginalen Entbindung mit Zange oder Saugglocke.

Für Frauen mit einer besonders  langen und anstrengenden Geburt ist eine Schmerzlinderung wichtig, um eine vaginale Geburt zu ermöglichen. Dazu gibt es eine ganze Reihe nicht medikamentöser Methoden, die ebenfalls sehr wirksam sind und diese helfen der Geburt meist voran und bauen keine neuen Hürden auf, z. B. Bewegung, Veränderung der Position, eine heiße Dusche, Eintauchen in Wasser, Massage und ähnliches, Atmungs- und Entspannungstechniken.

Ununterbrochene fetale Überwachung: Die dauernde Überwachung der kindlichen Herztöne wurde eingeführt, weil man sich davon erhoffte, dass mehr Informationen über die Herztätigkeit des Babys dem Geburtshelfer zeigen werden, welches Baby in Schwierigkeiten durch die Geburt geraten ist und per Kaiserschnitt geholt werden muss, bevor die Lage des Kindes noch schlechter wird. Aber viele Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die ununterbrochene fetale Überwachung, in als risikoarm eingestuften Geburten, nicht zu gesünderen Babys führt, sondern die Wahrscheinlichkeit einer Kaiserschnittgeburt verdoppelt. Es macht außerdem die Geburt zu einer high tech Angelegenheit. Die Beweglichkeit der Frau wird erschwert und lenkt die Aufmerksamkeit der Geburtsbegleiter weg von der Gebärenden, hin zu einer Maschine, bzw zu einem Papierstreifen.

In vielen Geburten ist das Abhören der Herztöne in bestimmten Abständen, genauso sicher für das Baby und sicherer für die Mutter. Zudem ist es viel weniger störend.

Beschleunigen der Geburt mit Wehenmitteln: Eine schnellere Geburt zu haben, hört sich vielleicht gut an, aber schneller ist nicht unbedingt leichter oder sicherer. Das gilt besonders bei dem Einsatz von einem Wehenbeschleuniger wie dem künstlichen Oxytozin. Dieses wird meist über einen intravenösen Zugang gegeben. Die Wehen werden dadurch meist länger, stärker und häufiger. Dadurch werden sie auch schwerer verarbeitbar für das Baby, vielleicht sind sie dann tatsächlich zu anstrengend für das Baby. Deshalb muss nun, ab der Gabe des Wehenmittels,  das Baby ununterbrochen überwacht werden. Auch für die Mutter werden die Wehen nun anstrengender und manchmal so stark, dass die Schmerzen zu groß werden. Gleichzeitig ist sie nun eingeschränkt in ihrer Beweglichkeit. Oft verlangt sie jetzt nach Schmerzmitteln, nach einer PDA.

Sprengen der Fruchtblase: Das Sprengen der Fruchtblase ist eine andere Möglichkeit die Geburt zu beschleunigen. Normalerweise platzt die Fruchtblase von alleine, irgendwann während der Geburt, häufig zu Beginn der „aktiven Phase“. Bis dann mildert das Fruchtwasser die Wirkungen der Wehen auf das Baby und der Nabelschnur etwas ab. Die geschlossene Fruchtblase verhindert außerdem, dass Keime ins Fruchtwasser eindringen können und macht des dem  Baby evtl. leichter, sich in die richtige Position einzustellen. Diese Vorteile gibt es bei geöffneter Fruchtblase nicht mehr. Für viele Mütter werden die Wehen nach Öffnung der Fruchtblase schmerzhafter.

Viele Geburtshelfer glauben, dass die Geburten dadurch schneller verlaufen und sie damit die Wahrscheinlichkeit auf eine natürliche Geburt erhöhen. Untersuchungen zeigen jedoch eher, dass die Beschleunigung nur minimal ist. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass die Kaisserschnittrate durch Sprengung der Fruchtblase tatsächlich erhöht wird.

Dammschnitt: Ein Dammschnitt wird durchgeführt, um den Ausgang der Vagina künstlich zu vergrößern. Früher wurde in allen Kliniken routinemäßig geschnitten, im falschen Glauben darauf, dass ein Dammschnitt  im Vergleich zu Rissen leichter heilt. Heute ist der Dammschnitt seltener geworden, wird aber immer noch zu häufig angewandt. Ein Dammschnitt heilt in der Regel schlechter als ein Riss und ist länger schmerzhaft. Beide verletzten die Muskeln im Damm und können später Probleme mit dem Beckenboden (Inkontinenz, Prolaps) begünstigen.

Aber, nicht alle Frauen reißen. Ein Dammschnitt bedeutet für diese eine zusätzliche, völlig unnötige Wunde.

WAS  TUN?

Informiere dich  noch mehr über diese Eingriffe. Überlege dir, in welchen Situationen sie für dich nicht in Frage kommen und in welchen du sie für notwendig hältst. Sprich dann diese Interventionen bei einem Gespräch mit deinen Geburtshelfern vor der Geburt an. Ihre Antwort zeigt dann, ob du dich von ihnen,  in deinem Wunsch nach einer natürlichen Geburt, unterstützt fühlen kannst. Sie kann aber auch zeigen, dass sie eine ganz andere Haltung als du zu den Interventionen haben und du nach einem anderen Team/Klinik suchen musst.

Quelle :

http://www.lamaze.org/HBP4

Der Geburtsort beeinflusst die Geburt


Beim Übersetzten des Artikels von  Nummer III der „Six healthy Birth Practices“ von Lamaze ist mir aufgefallen, dass darin überhaupt nicht auf den Geburtsort eingegangen wurde.

Meiner Meinung ist es jedoch auch wichtig, dass die Frau dort gebären kann, wo sie sich sicher und wohl fühlt. Hier in Deutschland gibt es vielerorts die Auswahlmöglichkeit zwischen zu Hause, Geburtshaus und Krankenhaus. In Großstädten kann man sogar zwischen verschiedenen Krankenhäusern, Geburtszentren und Hausgeburtshebammen wählen.

Zu der Frage, ob der Geburtsort noch einen weiteren Einfluss hat, lassen sich eine Reihe von Studien heranziehen. Aber erstmal möchte ich Studien zur Sicherheit außerklinischer Geburten vorstellen. Die deutschen Studien der letzten Jahre haben eindeutig gezeigt, dass die Sterblichkeit von Mutter und Kind sich nicht nach Geburtsort unterschiedet. Und zwar unter der Voraussetzung, dass es sich bei den Hausgeburten um geplante, von Hebammen begleitete Geburten ohne vorher ersichtliches Risiko handelte.

Einige Studien hierzu findet ihr hier:

http://www.quag.de/content/publikationen.htm

Ein weiteres Ergebnis dieser deutschen und auch vieler internationalen Studien ist, dass die Anzahl der Geburtsverletzungen (Riss- oder Schnittverletzungen, vaginale Operationen, Kaiserschnitte) von Frauen in den Kliniken um einiges höher war, ebenso erhöht waren die durchgeführten medizinischen Eingriffe an den Neugeborenen  in den Kliniken (Wiederbelebungen, Sauerstoff in den ersten 24 Stunden). Alles Situationen die ein Trauma hervorrufen können. Dazu möchte ich noch anmerken, dass bei all diesen Studien ähnliche Risikogruppen der Gebärenden herangezogen wurden, d.h. von vorneherein als  Risikogeburten  eingeschätzte Geburten in Kliniken wurden nicht in die Studien aufgenommen. Ein Beitrag dazu zum Nachlesen im Deutschen Ärzteblatt :

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37926/Geplante_Hausgeburt_so_sicher_wie_Entbindung_in_der_Klinik.htm

Aus dieser Reihe von Studien kann man schließen, dass die Wahl des Geburtsortes doch einen großen Einfluss auf den Geburtsverlauf und auf das Geburtserlebnis hat. Eine natürliche Geburt wird man wohl eher außerklinisch erleben.

Eine Zahl möchte ich hierzu noch angeben. 2008 lag die Kaiserschnittrate bei geplanten Hausgeburten (natürlich nach Verlegung) im bundesweiten Durchschnitt bei 8,6%.  Bei 6% aller Geburten handelte sich dabei um einen Sekundären Kaiserschnitt, d.h. die Frau hatte zuvor schon einen Kaiserschnitt.  Die bundesweite Kaiserschnittrate lag  nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 2008 bei 30,2%,. Damit hat sich seit 1991, dem Beginn der statistischen Erhebungen auf bundeseinheitlicher Rechtsgrundlage, der Anteil der Kaiserschnittentbindungen fast verdoppelt. Die Rate der Schnittentbindungen lag damals bei 15,3%.

Interessant finde ich auch den Ländervergleich.  2008 wurden im Saarland anteilig die meisten Kaiserschnittentbindungen (36,8%)  vorgenommen, gefolgt von Bremen (33,0%) und Hessen (32,9%). In Sachsen wurde dagegen nur bei etwa jeder fünften Entbindung (21,7%) ein Kaiserschnitt durchgeführt. Allerdings beinhalten diese Zahlen des Statistischen Bundesamtes alle Geburten, auch Risikogeburten.

Die Anzahl der Schnittentbindungen variiert nicht nur im Ländervergleich, sondern auch von Klinik zu Klinik, von Geburtshelfer zu Geburtshelfer. Hier hilft nur persönliches  Nachfragen oder Internetsuche. Manchmal gibt es eindeutige Hinweise auf persönliche Einstellungen hinsichtlich natürlicher Geburt versus Schnittentbindung, in Veröffentlichungen einzelner Ärzte.

Wunschgeburt natürliche Geburt – II. In Bewegung bleiben


Viele Mütter mit einer natürlichen Geburt antworten auf die Frage: „Was hat dir denn gegen die Wehenschmerzen geholfen?“, mit: „Dass ich mich so bewegen durfte wie ich wollte.“

Warum machen denn Bewegung und Positionswechsel eine Geburt einfacher?

  • Bewegt sich die Mutter, so arbeitet die Gebärmutter effektiver.
  • Die Knochen des Hüftgürtels sind beweglich und sie bewegen sich mit der Frau mit, können sich weiten oder verengen (z.B. in halb liegender Position). Manchen es dem Baby einfacher den Weg durch den Geburts“kanal“  zu finden (fällt jemand ein besseres Wort dazu ein, Geburtskanal hört sich so festgefügt und unflexibel an).
  • In aufrechten Positionen hilft die Gravitation mit.
  • In aufrechten, auf der Seite liegenden und vorgebeugten Positionen kann das Baby gut mit Blut versorgt werden. Liegt die Mutter auf dem Rücken kann es Probleme mit der Versorgung geben, da evtl. die Vena cava gedrückt wird.
  • Körperlich aktiv auf die Wehen eingehen zu können, nimmt Hilflosigkeit und Angst weg. Aus Erdulden (oder Erleiden) wird Mitarbeiten.

Wie soll man sich denn in der Geburt bewegen?

Es gibt nicht die richtige oder die falsche Art sich in der Geburt zu bewegen. Jede Frau findet eine andere Position bequem, mag sich auf die eine oder andere Art bewegen. Das wichtigste ist es, dass die Gebärende die Freiheit hat sich so zu bewegen, wie sie möchte. Meistens sind die angenehmsten Haltungen die, welche die Geburt voranbringen. In den Krankenhäusern gibt es heute ein großes anregendes Angebot an Hilfsmitteln, wie große Bälle, Bänder, Bettlandschaften, die sich zum Anlehnen und Knien eingnen, Geburtshocker. Es gibt viele, viele Möglichkeiten diese zu verwenden aber es ginge natürlich auch ohne Spezialgeräte. Beispiele für Positionen wären:

Aufrechte Positionen:  am Partner anlehnen (slow dance), leicht nach vorne lehnen und abstützen, ein Bein höher stellen als das andere, Gehen, Sitzen (z.B. auf einen Ball), in der Hocke , aufrechtes Knien….

vornüber gebeugt: auf Händen und Füßen, nach vorn abgestütztes Knien, gestütztes tiefes Bücken im Stehen…..

liegend: auf der Seite liegen, oberes Bein (von Geburtsbegleiter gehalten) abgespreizt

Super Quelle dazu: http://www.lamaze.org/HBP2

Was sagt die Forschung?

Die meisten Studien kamen zum Ergebnis, dass Bewegung und Varianz in den Gebärhaltungen die Geburt verkürzen und die Frauen mit ihren Geburten zufriedener sind, wenn sie diese Freiheit hatten. Wenige konnten keinen Unterschied feststellen. Keine Untersuchung fand einen Nachteil, wie erhöhte Kaiserschnittrate, Längere Geburtsdauer etc., wenn die Frau sich bewegen durfte und/oder aufrechte Positionen eingenommen werden konnten.

Wenn Bewegung so gut ist, wie kommt es dann, dass sich viele Frauen in der Geburt wenig oder gar nicht bewegen? Was sind die Fesseln?

  • Häufig einfach nur das innere Bild , das sich die Gebärende gemacht hat. Wie viele Filme zeigen die Gebärende im halb aufgerichteten Liegen? Das wirkt wie eine Programmierung, ohne dass sich die Frau bewußt für diese Position entscheidet.
  • Die Frau hängt an vielen Überwachungs- oder Versorgungskabeln. Auch wenn dies oft tragbare Geräte sind, muss immer darauf geachtet werden, dass sie nicht verrutschen, sie dürfen vielleicht nicht nass werden etc.
  • Die PDA, manchmal kann sich die Frau noch damit bewegen, aber ihre Beweglichkeit ist doch sehr eingeschränkt.
  • Selten eine Erkrankung der Gebärende (z.B. sehr hoher Blutdruck, dann sollte sie auf der Seite liegen)
  • Vorlieben des medizinischen Personals.

Hier sind natürlich die Begleiter gefragt. Helft der Gebärenden in Bewegung zu bleiben, aber nicht gegen ihren Willen.

Ich möchte an dieser Stelle  noch bemerken: Übertreibt nicht, machmal kann eine Pause sinnvoll und angebracht sein!

Wunschgeburt natürliche Geburt – I. Zu ihrer eigenen Zeit beginnen lassen


Oft sind die letzten Tage und Wochen der Schwangerschaft für werdende Mütter körperlich und emotional sehr anstrengend.  Sie fühlen sich nicht mehr wohl, die Beschwerden nehmen zu, ebenso der Wunsch, endlich das Baby im Arm halten zu können. Manchmal tauchen auch kleine Problem auf,  Ängste erwachen und es entsteht der Druck, die Wehen mit einer Einleitung beginnen zu lassen, obwohl noch gefahrlos abgewartet werden könnte.

In dieser Situation ist es wichtig daran zu denken, dass eine Einleitung den Körper der Frau und das Baby zur Geburt zwingt, bevor diese dazu bereit sind. Deshalb kann eine Einleitung  mehr Zeit brauchen, manchmal einen ganzen Tag, manchmal länger und es kann auch passieren, dass sie überhaupt nicht funktioniert. Und es kommt zum Kaiserschnitt bevor Wehen eingesetzt haben.

Warum ist es meist einfacher und sicherer, wenn die Geburt von alleine beginnt?

  • Die Medikamente, die für die Einleitung verwendet werden, können bewirken dass die  Wehen stärker sind, länger andauern  und häufiger auftreten als natürliche Kontraktionen und damit sind sie für die Mutter schmerzhafter und ermüdenter.
  • Diese stärkeren und längeren Kontraktionen können auch dem Baby mehr zu schaffen machen, als natürliche Wehen. Dies macht sich dann durch schlechtere  Herztönen des Babys bemerkbar.
  • Bei einer Einleitung muss ein intravenöser Zugang gelegt werden. Wegen der möglichen stärkeren Belastung des Babys muss auch das Baby ständig elektronisch überwacht werden. Für die Schwangere bedeutet dies, dass sie nun in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist.
  • Wenn die Geburt von alleine, ohne Einleitung beginnt, kann die Gebärende sicher sein, dass ihr  Baby dazu bereit ist und ihr Körper richtig arbeitet.

Forschungsergebnisse aus den letzten Jahren dokumentieren steigende Probleme durch Einleitungen:

Eine Einleitung erhöht das Risko für

  • eine vaginal operative Geburt (Zange, Saugglocke)
  • die Notwendigkeit von Schmerzmitteln
  • Kaiserschnitt
  • Babys mit geringem Geburtsgewicht
  • Verlegung des Babys auf die  Intensivstation
  • einen längereren Krankenhausaufenthalt

Wann kann eine Einleitung sicherer sein als abwarten?

  • Die Fruchtblase ist geplatzt und nach einer Wartezeit (12-24Std) haben sich keine Wehen eingestellt. (Eigene Anmerkung: Vaginale Untersuchungen, besonders mit Eipollösung können das Platzen der Fruchtblase verursachen, siehe vorangegangenen Blogartikel)
  • Deine Schwangerschaft dauert schon länger als vollendete 42 Wochen.
  • Dein Blutdruck ist schwangerschaftsbedingt sehr  hoch.
  • Du hast ein Gesundheitsproblem, dass dein Baby gefährdet.
  • Du hast eine Infektion in deiner Gebärmutter.
  • Dein Baby wächst nicht ausreichend

Wann ist keine Einleitung notwendig

  • Du und dein Baby sind gesund, aber es wird angenommen, dein Baby ist groß.
  • Du hast wenig Fruchtwasser aber deinem Baby und dir geht es gut.
  • Du hast dir selbst einen Termin gesetzt.

Welche Fragen an deine Ärztin, deinen Arzt können dir bei der Entscheidung helfen?

  • Warum empfehlen sie mir eine Einleitung?
  • Wie hoch ist das Risiko für mein Baby/für mich wenn ich noch abwarte? Wie lange kann ich noch abwarten?
  • Gibt es Studien dazu, die bestätigen, dass eine Einleitung in meiner Situation sicher ist und das gesundheitliche Risiko für mein Baby, für mich senkt?
  • Können wir erst natürliche Methoden versuchen?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass die Einleitung erfolgreich sein wird? Wie „reif“ ist mein Muttermund? (Ein unreifer Muttermund ist oft ein Zeichen dafür, dass die Einleitung nicht funktioniert)?

Quelle:

http://www.lamaze.org/HBP1

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